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Visionär, Vordenker und Naturfreund

Günther Fielmann Visionär, Vordenker und Naturfreund

Einen Orden hat er schon. Nun kommt der zweite dazu. Am Montagnachmittag wurde Prof. Dr. Günther Fielmann aus Lütjensee mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

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Höchste Auszeichnung für Günther Fielmann: Der Brillenkönig wurde mit dem Großen Verdienstkreuz geehrt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. 35 Weggefährten begleiten den 76-jährigen Günther Fielmann an diesem besonderen Tag ins Gästehaus der Staatskanzlei und lassen den Geehrten bei launigen Reden, kleinen Kanapees und Sekt hochleben. Das „kleinere“ Verdienstkreuz erster Klasse erhielt der Unternehmer bereits im Jahre 2000 von dem damaligen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, der natürlich auch jetzt dabei ist.

Günther Fielmann hat so viel in seinem Leben geleistet, dass eine komplette Zeitungsseite nicht ausreichen würde. Er hat ein Brillenimperium aufgebaut, einen Biobetrieb gegründet, das Schloss Plön für die Ausbildung von Augenoptikern gekauft und saniert, die Ehrendoktorwürde und unzählige Preise erhalten.

Optikerkette Fielmann

Die Optikerkette Fielmann ist in Deutschland Marktführer und baut ihr Filialnetz auch in Österreich, der Schweiz und in Norditalien weiter aus. Ende Juni 2016 betrieb Fielmann 700 Niederlassungen, zehn mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Im ersten Halbjahr 2016 stieg der Brillenabsatz auf 3,93 Millionen Brillen (Vorjahreszeitraum: 3,80 Mio.). Der Konzernumsatz erhöhte sich auf 660,4 Millionen Euro. Der Halbjahresgewinn stagnierte bei 82,7 Millionen Euro. Fielmann beschäftigte Ende Juni 17.140 Mitarbeiter, 575 mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Aber eines liegt dem Mann, der auf der Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz 369 steht, besonders am Herzen: die Natur. Und genau diese Liebe zur Natur wurde jetzt mit dem Großen Verdienstkreuz gewürdigt.

Günther Fielmann wurde vorgeschlagen

Um einen Orden zu bekommen, muss man vorgeschlagen werden. Und da kommt Dr. Wolfgang von Geldern aus Cuxhaven ins Spiel. Der ehemalige Staatssekretär ist nämlich zusammen mit Günther Fielmann in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mit Sitz in Bonn. Die beiden kennen sich nicht privat, aber wenn’s um Bäume geht, ziehen sie an einem Strang. „Ohne Herrn Fielmann würde es zigtausend Bäume in Deutschland nicht geben. Da wollten wir uns mal bedanken“, erzählt von Geldern im Vorfeld der Ehrung. „Und Materielles kann man ihm ja nicht schenken“, fügt er schmunzelnd hinzu. So entstand vor knapp zwei Jahren die Idee mit dem Orden. Der Vorschlag wurde zunächst beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingereicht, ging dann weiter an die Kieler Staatskanzlei und landete schließlich bei Bundespräsident Joachim Gauck.

„In den letzten zehn Jahren kann ich mich an keine ähnliche Auszeichnung erinnern“, erzählt ein Mitarbeiter der Staatskanzlei. „Das ist schon etwas ziemlich Besonderes.“ So besonders, dass Günther Fielmann zur Feier des Tages seine beiden Kinder Marc und Sophie sowie Lebenspartnerin Beate Ludwig mitgebracht hat. Mit wachen dunklen Augen begrüßt er ein wenig verlegen die geladenen Gäste.

Ein großer Schleswig-Holsteiner

Dann geht es auch schon los. Ministerpräsident Torsten Albig spricht von Werten in der heutigen Zeit, von Umwelt und Naturschutz und davon, wie man die Schöpfung bewahren kann. „Sie da nur Mitstreiter zu nennen, wäre eine bodenlose Untertreibung“, sagt er zu Fielmann gewandt. „Sie waren und sind Vorreiter auf diesem wichtigen Weg. Sie sind ein Visionär, ein Ideengeber, ein Initiator. Sie sind einer der großen Schleswig-Holsteiner unserer Zeit.“

Wenig später baumelt auch schon der dunkelrote Kreuzorden am Bande über der blauen Krawatte von Günther Fielmann. Dann geht es ans Händeschütteln. Der Bürgermeister von Stafstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde), Hans Hinrich Neve, freut sich, so einen berühmten Sohn der Stadt zu haben. Denn hier wurde Günther Fielmann 1939 geboren. „Als Fünfjähriger hab’ ich schon mit Löwenzahnstängeln versucht, Wasser über Hügel zu leiten“, erzählt Günther Fielmann später in einem ruhigen Moment. Und über seinen Lieblingsbaum, die deutsche Eiche ( Quercus robur), könne er stundenlang reden. Verschmitzt verrät er, dass er von Peter Harry Carstensen auch gerade einen Gutschein für eine Eiche bekommen hätte. „Aber für die Amerikanische Eiche. Das hat er bestimmt gar nicht gemerkt.“

Hintergrund: Das Bundesverdienstkreuz

Hintergrund: Das Bundesverdienstkreuz

Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Auszeichnung Deutschlands für Verdienste um das Gemeinwohl. Eine Geldprämie ist mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland - so die offizielle Bezeichnung - nicht verbunden. Der Orden wird vom Bundespräsidenten an in- und ausländische Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für besondere Verdienste im sozialen und karitativen Bereich. Jeder kann die Verleihung an einen anderen anregen. Seit der Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurde der Verdienstorden mehr als 254 000 Mal verliehen. Die Überreichung übernehmen meistens die Ministerpräsidenten, Minister, Regierungspräsidenten oder Bürgermeister. Das Bundesverdienstkreuz gibt es in acht Stufen:

  1. Verdienstmedaille
  2. Verdienstkreuz am Bande
  3. Verdienstkreuz 1. Klasse
  4. Große Verdienstkreuz
  5. Große Verdienstkreuz mit Stern
  6. Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband
  7. das Großkreuz
  8. die Sonderstufe des Großkreuzes
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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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