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Theorie und Praxis klaffen auseinander

Gute Nachbarschaft Theorie und Praxis klaffen auseinander

Die Hilfe durch Nachbarn ist für die Schleswig-Holsteiner in ihrem Wohnumfeld das Wichtigste. Sogar noch wichtiger als Sicherheit. Trotzdem ist für viele der Nachbar immer noch ein unbekanntes Wesen.

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Gute Nachbarschaft: In der Siedlungsgemeinschaft Kiel Süd wird sie praktiziert.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag von Nextdoor, einem privaten sozialen Netzwerk für Nachbarschaften, hervor. Demnach ist die Unterstützung unter Nachbarn mit 52 Prozent für die Nordlichter das wichtigste Thema. Bundesweit liegt hingegen das Thema Sicherheit ganz vorne. In Schleswig-Holstein landet die Sicherheit mit 45 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Lärm mit 37 Prozent. Für die Hamburger sind Sicherheit und hohe Miet- und Immobilienpreise die wichtigsten Themen im Nahbereich.

Dass die Schleswig-Holsteiner der guten Nachbarschaft den größten Stellenwert einräumen, bedeutet aber nicht, dass hier Nachbarschaft auch besonders stark praktiziert wird. Im bundesweiten Vergleich gilt: Im Westen, Norden und in den Stadtstaaten ist die Anonymität am verbreitetsten. Am meisten wird die Nachbarschaft im Osten – mit Ausnahme Sachsens – und im Südwesten gepflegt.

Im Norden scheint zu gelten: ganz oder gar nicht. Einerseits kennen 22 Prozent alle ihre direkten Nachbarn. Das sind deutlich mehr als im Bundesschnitt. Andererseits kennen vier Prozent gar keinen und 36 Prozent maximal vier Nachbarn. Auch die neuen Medien bringen die Menschen offenbar nicht näher zusammen: Fast drei Viertel sind mit keinem einzigen Nachbarn über soziale Medien verbunden. Dabei würden vor allem in den Städten viele Menschen gerne mehr Nachbarn kennenlernen.

Etwa jeder Vierte (24 Prozent) würden keinem Nachbarn seinen Wohnungsschlüssel anvertrauen. Kleiner Trost: In Hamburg gilt das sogar für 39 Prozent, im Flächenland Niedersachsen immerhin für 36 Prozent.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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