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Aussagen des Angeklagten sind verwertbar

Haale-Prozess Aussagen des Angeklagten sind verwertbar

Im Prozess um den Doppelmord von Haale sind die umstrittenen Aussagen, in denen der Angeklagte Dennis N. (29) bei der Polizei seine Anwesenheit auf dem Pferdehof am Tattag eingeräumt hatte, für die Beweisaufnahme verwertbar. Dies gab Freitag die Schwurgerichtskammer des Kieler Landgerichts bekannt.

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 Im Prozess um den Doppelmord in Haale sind die Aussagen des Angeklagten verwertbar, so das Kieler Landgericht.

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Kiel. Wie berichtet bestreitet der wegen zweifachen Mordes angeklagte Kfz-Mechatroniker den Vorwurf, am 18. November 2014 aus Habgier und zur Verdeckung einer Veruntreuung von 7900 Euro die Hofbesitzerin Regina F. (57) und ihre Mutter (83) erschossen zu haben. Vor Gericht schweigt der Angeklagte. Seine beiden Verteidiger aus Lübeck hatten zum Prozessauftakt der Verwertung möglicherweise verfänglicher Aussagen ihres Mandanten widersprochen. Begründung: Dennis N. sei kurz nach der Tat bei Vernehmungen durch die Polizei nicht als Zeuge, sondern als Beschuldigter befragt worden. Weil er nicht über seine Rechte belehrt worden sei, so die Verteidiger, seien auch spätere Einlassungen beim Ermittlungsrichter tabu.

Die Polizei hatte bei Dennis N. „rein vorsorglich“ dessen Arbeitsbekleidung, sein Portemonnaie und sein Handy beschlagnahmt. Den Beamten, die den schwarzen Opel Corsa seiner Verlobten am Tatort entdeckt hatten, wollten sich zunächst von der Unversehrtheit der Halterin überzeugen. Die im Stall gefunden Leichen waren zu verkohlt für eine schnelle Identifizierung. Doch dann fielen den Kripobeamten die frisch gewaschenen, noch feuchten Kleidungsstücke von Dennis N. auf, die auf Stühlen zum Trocknen aufgehängt waren. Für die Kammer folgt aus der Beschlagnahme aber noch kein „Verfolgungswille“ der Ermittler. Die Sicherung von Spuren, hieß es, könne auch der Entlastung dienen. Zu Beginn der Vernehmung von Dennis N. stand noch nicht einmal fest, dass Mutter und Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen waren, sagte der Vorsitzende Jörg Brommann. Zu diesem Zeitpunkt sei auch noch ein Suizid infrage gekommen.

Wie ein Polizeibeamter vor Gericht bestätigte, habe der Angeklagte schon vorher erzählt, zwischen 19 und 20 Uhr am Tatort gewesen zu sein. Dennis N. habe der Hofbesitzerin nach eigenen Angaben tage- und wochenweise Autos geliehen, weil sie sich nicht für einen gebrauchten Transporter entscheiden konnte. Dass er dafür bereits 7900 Euro erhalten hatte, soll Dennis N. gegenüber einer Beamtin eingeräumt haben. Doch an jenem Abend will er nur den Hänger repariert haben. Nach anderen Zeugenaussagen erwartete Regina F. von dem hoch verschuldeten Tankstellenbetreiber die längst überfällige Lieferung eines im Voraus bezahlten VW-Transporters. Der Prozess wird am 9. November fortgesetzt.

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