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Ringelganstage sind eröffnet

Hallig Hoge Ringelganstage sind eröffnet

Zehntausende Ringelgänse „drängeln“ sich zurzeit im Wattenmeer. Bei frischem Aprilwetter haben am Sonnabend auf Hallig Hooge die 19. Ringelganstage begonnen. Der Zwischenstopp der Vögel auf ihrem Weg in die arktischen Brutgebiete ist ein einmaliges Spektakel.

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Unglaubliches Naturschauspiel: 80.000 Ringelgänse „drängeln“ sich zurzeit im Wattenmeer.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Hallig Hooge. Rund 80 000 rastende Ringelgänse werden in den Biosphärenreservaten der Halligen (Kreis Nordfriesland) zur touristischen Attraktion: Bis zum 8. Mai werden dazu Naturfreunde erwartet, die den Aufenthalt der Meeresgänse feiern wollen. Auf Hooge selbst seien aktuell etwa 14 400 Ringelgänse, berichtete Nationalparkranger Martin Kühn.

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) zeichnete zum Auftakt den ehemaligen Bürgermeister von Langeneß und Oland, Boy-Peter Andresen, für sein Engagement für die Biosphäre Halligen mit der Goldenen Ringelgansfeder aus. Der 76-Jährige bekam diese Auszeichnung unter anderem, weil er sich bis heute um den Schutz der Tiere verdient macht.

Die nördlichste aller Gänse

Die Ringelgans (Branta bernicla) ist die nördlichste aller Gänse: Sie brütet 5000 Kilometer nordwärts in den arktischen Regionen der Moos-, und Flechten-Tundra am Nordrand Eurasiens. Die kleinen, dunklen Vögel mit dem weißen Ring am Hals sind aus ihren Winterquartieren an den Küsten Frankreichs und Englands zur „Tankstelle Wattenmeer“ gekommen.

Im Wattenmeer werden sich die Meeresgänse bis Mitte Mai das Fettpolster für ihren Weiterflug in die Arktis anfressen. Die Ringelgänse nutzen den kurzen arktischen Sommer, um Eier auszubrüten und Küken aufzuziehen. Kaum sind ihre Jungen nach acht bis neun Wochen flügge, verlassen sie den hohen Norden. Den Rest des Jahres verbringen sie in den „Winterquartieren“ oder auf dem Weg dorthin.

Sie brauchen mindestens 1,6 Kilogramm

Die Rast im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist für die Gänse überlebenswichtig, wie die Sprecherin vom Nationalparkamt, Heike Wells, erklärte. Um die Strapazen des langen Fluges, der anschließenden Brut und der Aufzucht der Jungen zu bewältigen, muss eine Gans beim Verlassen des Wattenmeers mindestens 1,6 Kilo wiegen: Beim Abflug können die Fettpolster bis zu einem Fünftel ihres Körpergewichtes ausmachen. Die Ringelgans ist dann so schwer, dass sie kaum noch vom Boden abheben kann, sagte Christof Goetze von der Naturschutzgesellschaft Schutzstation Wattenmeer.

Die Ringelganstage werden auf den Halligen mit Exkursionen, Vorträgen, Tierbeobachtungen sowie Kultur- und Kinderprogramm rund um die Ringelgans begangen. Besucher können die Meeresgänse derzeit in der Region von den Wegen aus in kleinen Trupps rasten und fliegen sehen. Die Ringelgans steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Die Idee zu der Veranstaltung wurde von der kanadischen Insel Vancouver Island übernommen: Das dortige „Brantfestival“ ist seit Anfang der 1990er Jahre ein touristisches Highlight.

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