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Baby nach Schütteln in Lebensgefahr

Hamburg Baby nach Schütteln in Lebensgefahr

Ein einjähriger Junge ist in Hamburg so heftig geschüttelt worden, dass die Ärzte keine Hoffnung mehr haben. Im Verdacht stehen die Mutter und ihr Lebensgefährte.

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Ein einjähriger Junge ist in Hamburg so heftig geschüttelt worden, dass die Ärzte keine Hoffnung mehr haben.

Quelle: Sven Janssen

Hamburg. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt in einem neuen Fall von schwerer Kindesmisshandlung im Stadtteil Altona-Nord. Ein zwölf Monate alter Junge sei vermutlich durch Schütteln erheblich verletzt worden, sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio am Freitag. Nach Medienberichten, die aus Behördenkreisen bestätigt wurden, lag das Kind am Freitag im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) im Sterben. Die lebenserhaltenen Maßnahmen seien abgeschaltet worden.

Das Kind sei am Samstag vergangener Woche in die Klinik gebracht worden. Dort hätten die Ärzte den Verdacht auf ein Schütteltrauma festgestellt, sagte Rinio. Ermittelt werde gegen die Mutter des Kindes und ihren Lebensgefährten, der nicht der Vater des Jungen sei. Nach Informationen des „Hamburger Abendblatts“ ist die Mutter eine 22-Jährige aus dem Stadtteil Altona. Sie soll am Samstag vergangener Woche festgenommen, aber wieder freigelassen worden sein. Die Mordkommission ermittele.

Den Medienberichten zufolge wurde die Familie vom Jugendamt betreut. Nur einen Tag, bevor das Kind ins Krankenhaus gebracht wurde, hatte demnach eine sozialpädagogische Familienhilfe die Familie besucht. Die Fachkraft habe blaue Flecken dokumentiert, aber nicht an den Allgemeinen Sozialen Dienst weitergemeldet, hieß es. Ein Sprecher des Bezirksamts Altona sagte, die Jugendhilfeinspektion sei eingeschaltet worden.

Diese Kommission aus drei Mitarbeitern und einer Leiterin war nach dem Tod des Mädchens Chantal im Januar 2012 vom damaligen Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) eingerichtet worden. Sie sollte Fehler der Behörden in der Betreuung von Kindern vermeiden helfen und aufklären. Die elfjährige Chantal war in der Wohnung ihrer heroinsüchtigen Pflegeeltern an der Ersatzdroge Methadon gestorben.

Erst Ende November hatte das Hamburger Landgericht einen 27-Jährigen wegen schwerer Kindesmisshandlung zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts seinen drei Monate alten Sohn so heftig geschüttelt, dass dieser seit der Tat Ende April schwerstbehindert ist.

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