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Ursachenermittlung verschoben

Brand in Hochbunker gelöscht Ursachenermittlung verschoben

Auch einen Tag nach dem großen Brand im Bunker liegt ein Hauch von Duftöl über dem Hamburger Stadtteil Rothenburgsort. Dort war ein Lager mit ätherischen Ölen in Flammen aufgegangen.

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Die Suche nach der Brandursache im Hochbunker in Hamburg beginnt.

Quelle: Daniel Bockwoldt/ dpa

Hamburg . Die Polizei hat die Ermittlungen zum Brand in einem Hamburger Hochbunker auf Donnerstag verschoben. Auch anderthalb Tage nach dem Ausbruch des Feuers und einer heftigen Explosion sei die Luft in dem fensterlosen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg noch zu giftig, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Feuerwehrleute konnten nur mit Atemluftflaschen in das Gebäude. Explosionsgefahr bestehe aber nicht mehr, sagte ein Sprecher. Rund 200 Anwohner konnten bislang nicht in ihre Wohnungen zurückkehren.

Bei dem Brand und einer sogenannten Rauchgasdurchzündung im Stadtteil Rothenburgsort waren am Dienstag 45 Menschen verletzt worden, darunter 15 Feuerwehrleute. Fast alle konnten die Klinik bald wieder verlassen, nur ein Feuerwehrmann wird noch stationär behandelt. Erst 22 Stunden nach dem ersten Alarm hatte die Feuerwehr die letzten Glutnester gelöscht. Ursache und Höhe des Sachschadens sind unklar.

In dem Bunker war eine Tischlerei, außerdem wurden dort nach ersten Angaben der Feuerwehr 100 Tonnen ätherische Öle gelagert. Der Betreiber des Lagers habe später von etwa 73 Tonnen gesprochen, hieß es am Mittwoch.

Das Gebäude sei zur Lagerung von Gefahrstoffen freigegeben, sagte Norman Cordes vom Bezirksamt Hamburg-Mitte. 2009 habe es eine Brandverhütungsschau ohne Beanstandungen der Feuerwehr gegeben, in diesem Jahr stand die nächste an.

Unterdessen warteten Anwohner darauf, in ihre gesperrten Wohnungen zurückkehren zu dürfen. 60 Menschen waren von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht worden. Weitere hatten schon vor dem Brand ihre Wohnungen verlassen und konnten nicht wieder zurück. Nur acht Menschen hätten jedoch das Angebot angenommen, in der Turnhalle einer nahe gelegenen Schule zu übernachten, sagte der Bezirksamtssprecher.

Am Mittwoch entnahmen Experten Rußproben aus den Wohnungen. Eine Analyse sollte feststellen, ob eine Rückkehr gefährlich für die Gesundheit sei. Zudem waren in einigen Wohnungen Fenster und Türen beschädigt. Im Hochparterre des gegenüberliegenden Gebäudes zersprang Glas, als eine Stichflamme und eine Druckwelle aus dem Bunker schossen. Feuerwehrleute hatten Wohnungstüren aufgebrochen. Ergebnisse der Proben sollen frühestens am Donnerstag vorliegen, sagte der Amtssprecher.

In dem Bunker hatte es eine sogenannte Durchzündung gegeben. Dabei hatte sich hochkonzentriertes, heißes Rauchgas durch plötzliche Luftzufuhr entzündet und eine gewaltige Druckwelle ausgelöst. Sie hatte mehrere Feuerwehrleute in dem Bunker durch die Luft geschleudert. „Wir haben auch überlegt, die Türen zu verschließen und ein Loch in die Decke zu sprengen“, sagte Feuerwehrsprecher Thorsten Grams. „Da ist aber meterdicker Stahlbeton. Das hätte nicht funktioniert.“

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Brand im Bunker
Foto:  Bei einem Brand und einer Explosion in dem ehemaligen Bunker aus dem zweiten Weltkrieg sind mindestens 38 Menschen verletzt worden.

Wegen des schweren Brandes in einem Hamburger Bunker mussten 400 Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Auch zwei Tage danach können sie noch nicht nach Hause, denn Schadstoffe könnten sich dort abgelagert haben.

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