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Eltern können aufatmen

Kitas in Schleswig-Holstein Eltern können aufatmen

Ein Verhandlungsergebnis gibt es zwar noch nicht, trotzdem können gestresste Eltern von Kita-Kindern auch im Norden jetzt aufatmen: Am Montag öffnen die Betreuungseinrichtungen wieder. Wie lange, ist allerdings offen. „Der Streik wird nur ausgesetzt“, sagt die für Kiel/Plön zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin Eva Schleifenbaum. Komme es im Schlichtungsverfahren nicht zu einer Einigung, werde weiter gestreikt.

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Der Kita-Streik ist vorerst beendet. Ab Freitag öffnen die Kitas in Hamburg wieder.

Quelle: Markus Scholz/ dpa

Hamburg. Damit enden nach vier Wochen erst einmal die Arbeitsniederlegungen von Erziehern und Beschäftigten in sozialen Diensten von Kommunen. Voraussetzung war ein Schlichtungsverfahren, das die kommunalen Arbeitgeberverbänden und die Gewerkschaften am frühen Donnerstagmorgen in Berlin ausgehandelt haben.

„Die vereinbarte Friedenspflicht beginnt am Sonntag“, erklärt Eva Schleifenbaum. Erst ab diesem Zeitpunkt könnten die Beschäftigten ihre Arbeit vorerst wieder aufnehmen und nicht schon am heutigen Freitag. Anders in Hamburg, das nicht dem kommunalen Arbeitgeberverband angehört: Dort sind die Kitas am Freitag schon wieder geöffnet.

Für die Gewerkschaften soll der ehemalige Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, schlichten. Die kommunalen Arbeitgeber schicken den früheren sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zeigt sich über die Aussetzung des Streiks erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass die Kinder bald in ihre Kitas zurückkehren können. Für viele Eltern waren die vergangenen Wochen sehr belastend und mit großen Sorgen verbunden.“ Nun setzt der OB alle Hoffnungen auf einen akzeptablen Kompromiss im Schlichtungsverfahren, um einen erneuten Ausstand abzuwenden.

Laut Eva Schleifenbaum beginne am kommenden Mittwoch die erste Schlichtungsrunde. Bleibe sie ohne akzeptables Ergebnis, gehe der Streik weiter. Dessen Ende könne nur durch ein entsprechendes Votum bei der Urabstimmung von Gewerkschaftsmitgliedern erreicht werden.

„Unser Ziel bleibt eine kräftige Aufwertung aller Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst durch eine deutlich bessere Bezahlung“, betont der Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Schleswig-Holstein, Bernd Schauer. Weder für Erzieher noch für Sozialpädagogen wäre das bei einer Annahme des vorliegenden Arbeitgeberangebots zu erreichen gewesen.

Mit der Schlichtung wollten Gewerkschaften und Arbeitgeber noch einmal alle Möglichkeiten ausloten, am Verhandlungstisch zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen, ergänzt der GEW-Landesvor- sitzende Matthias Heidn. „Das erscheint uns gerade im Hinblick auf die Belastungssituation vieler Eltern sehr wichtig.“ Wie berichtet, waren seit knapp vier Wochen rund 1500 Beschäftigte kommunaler Arbeitgeber allein in Schleswig-Holstein im Ausstand.

Die Stadt Kiel teilte mit, dass alle Eltern, die vom Streik im Sozial- und Erziehungsdienst betroffen sind, eine Erstattung der Betreuungs- und Essengebühren für die Streiktage beantragen können. Informationen zur Antragstellung können im Internet unter www.kiel.de/kita-gebuehren eingesehen werden. Nach der Bearbeitung des Antrags erfolge eine Verrechnung der Gutschrift mit zukünftigen Gebühren oder mit offenen Forderungen.  Die Eltern werden gebeten, keine eigenen Einbehaltungen oder Kürzungen der Gebühren vorzunehmen, da es ansonsten zu Buchungsproblemen kommen kann.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Vier Wochen haben Kita-Erzieher und Sozialarbeiter gestreikt. Von Schlichtung wollten beide Seiten lange nichts wissen – jetzt haben sie doch noch erkannt, dass sie Hilfe von außen brauchen. Für die Gewerkschaftsseite wurde es Zeit, einen Ausweg zu finden, denn zuletzt hat sich immer deutlicher gezeigt, dass der Arbeitskampf die Kommunen nicht hart genug trifft – manche sparen sogar noch, weil sie keine Gehälter zahlen mussten.

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