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Prozess um Todesschüsse im Bordell

Hamburg Prozess um Todesschüsse im Bordell

Zum Auftakt eines Prozesses um tödliche Schüsse in einem Hamburger Bordell hat der Angeklagte die Vorwürfe zum Teil eingeräumt. Er habe einen Menschen getötet, den er nicht kannte, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des 23-Jährigen, die seine Anwältin verlas.

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Bestatter transportierten Mitte März in Hamburg-Billstedt aus einem Nachtclub eine Leiche ab. Zum Auftakt des Prozesses um die tödlichen Schüsse ihat der Angeklagte die Vorwürfe zum Teil eingeräumt.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg.  „Dafür muss ich mich verantworten.“ Der Angeklagte bat die Familie des Opfers um Verzeihung. Der schmächtige Mann im schwarzen Kapuzenpulli und mit kurzen dunklen Haaren äußerte sich selbst nicht. Er sei zu aufgeregt, erklärte seine Anwältin.

Der 23-Jährige ist wegen Mordes angeklagt. Er soll im März einen Angestellten des Bordells im Stadtteil Billstedt erschossen haben, weil er mit den sexuellen Dienstleistungen einer Prostituierten unzufrieden war, sein Geld aber nicht zurückbekam. Kurz nach der Tat hatte sich der 23-Jährige der Polizei gestellt. Der 25 Jahre alte Angestellte, den ein Polizist vor Gericht als Geschäftsführer des Clubs bezeichnete, starb noch am Tatort. Wiederbelebungsversuche eines Notarztes blieben erfolglos.

Laut Anklage hatte der Angestellte die Herausgabe von 40 Euro verweigert, die der Kunde im Voraus gezahlt hatte. Der Freier verließ daraufhin das Bordell, kehrte mit einem Revolver zurück und schoss fünfmal auf den Angestellten. Dann habe er draußen die Waffe nachgeladen, sei erneut in den Club gegangen und habe zwei weitere Schüsse auf den am Boden liegenden Mann abgegeben.

Polizisten sagten als Zeugen, der mutmaßliche Täter habe auf der nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernten Wache „Ärger Puff!, Ärger Puff!“ gerufen und in bruchstückhaftem Deutsch erklärt, dass er eine Frau für 20 Minuten „gebucht“ hatte, sie aber schon nach zehn Minuten gegangen sei. Einen Revolver und Munition legte er auf den Tresen der Wache. Der Vorsitzende Richter Wolfgang Backen zeigte die beschlagnahmte Waffe in der Verhandlung. Eine Polizistin im Zeugenstand bestätigte, dass es wohl der Revolver sei, den der Angeklagte auf der Wache abgegeben hatte.

In der Erklärung des Angeklagten hieß es, der 25-Jährige habe ihn beleidigt, ein Bekannter von ihm habe ihn nach dem Rausgehen aus dem Lokal verspottet. Wütend habe er im Auto des Begleiters mit den Fäusten auf das Armaturenbrett geschlagen. Dabei habe sich das Handschuhfach geöffnet, wo er die Waffe in einem Plastikbeutel entdeckte. Er sei mit der Waffe zurück ins Bordell gegangen und habe erneut sein Geld gefordert. Dabei sei er wieder beleidigt worden. An die Schüsse könne er sich nicht erinnern.

Der genaue Tatablauf ist möglicherweise von einer Videokamera festgehalten worden. Polizisten erklärten in der Verhandlung, der Gastraum des Bordells sei videoüberwacht gewesen. Die Mordkommission habe die Aufnahmen gesichert.

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