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Großes Aufräumen nach Tornado beginnt

Hamburg Großes Aufräumen nach Tornado beginnt

1000 Kräfte rückten zu 254 Einsätzen aus: Aufräumen nach dem heftigen Unwetter im Nordosten Hamburgs. Ein Tornado hatte innerhalb weniger Minuten eine Schneise der Zerstörung hinterlassen. Häuser und Autos sind beschädigt, zahlreiche Bäume umgeknickt, überall liegen Äste. Verletzte gab es keine.

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Die Feuerwehr meldete am Dienstagabend einen Tornado über dem Osten Hamburgs – und erklärte den Ausnahmezustand.

Quelle: Monika Zucker/dpa

Hamburg. Bäume werden gefällt, Dächer repariert und Keller leergepumpt: Nach dem schweren Unwetter mit einer Windhose im Hamburger Nordosten sind die Aufräumarbeiten am Mittwoch fortgesetzt worden. In den Stadtteilen Farmsen und Bramfeld begutachteten die Anwohner die Schäden an ihren Häusern und in ihren Gärten, riefen Versicherungen und Fachfirmen an. An einigen Stellen waren Dachdecker und Gartenbaubetriebe bereits dabei, die am Dienstagabend entstandenen Zerstörungen zu beseitigen. Bis nach Mitternacht war die Feuerwehr zu 254 Einsätzen ausgerückt. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben der Feuerwehr hatte ein Anrufer am Dienstagabend um 18.21 Uhr gemeldet, dass sich über der Steilshooper Straße ein Tornado bilde. Das Unwetter sei in wenigen Minuten durchgezogen, sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger. „Das hat aber eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.“ Im Garten von Alois Klinkhamels stürzte die Hollywoodschaukel um, ein Fahnenmast krachte ins Schwimmbecken. „Ich habe jetzt einen Baum mehr im Garten“, sagte der Mann und zeigte aus seinem Dachfenster auf einen umgekippten Baum, der früher am Gehweg stand.

Hier finden Sie Fotos von den Auswirkungen des Tornados.

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Regen, Hagel, die Windhose - 1000 Einsatzkräfte waren in den Wohngebieten im Nordosten unterwegs. „Die Feuerwehr Hamburg beseitigt Gefahren, aber keine Schäden“, betonte Sprecher Unger. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) war noch am Abend vor Ort, um sich über die Lage zu informieren und den Einsatzkräften zu danken.

Überall war zu sehen, wie stark die Naturgewalt wütete: „Alte Eichen sind wie Streichhölzer umgeknickt worden und sind auf Fahrzeuge und Häuser gekippt“, berichtete Unger. „Wir hatten auch einen Blitzeinschlag in ein Dach, das dann Feuer gefangen hat.“ Ein dicker Baum fiel im Stadtteil Farmsen auf einen Carport und zerquetschte drei Autos.

Rot-Weißes Polizeiband versperrte den Weg zu Schul-Parkplätzen, denn überall lagen noch herabgefallene Äste herum. Weil am Mittwochvormittag nicht alle Notausgänge frei waren, habe der Unterricht zum Teil in andere Räume verlegt werden müssen, berichtete der Hausmeister. „Es ist eine ganze Menge durch die Luft geflogen.“

Tornado ist folgenreichste Wettergefahr

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte, Tornados wie der am Dienstagabend in Hamburg gehörten weltweit zu den folgenreichsten Wettergefahren. Immer wieder seien dabei auch Opfer zu beklagen, wie im März 2006 bei einem Tornado in Hamburg-Harburg, als zwei Kranführer auf einer Baustelle ums Leben gekommen waren.

Gegenüber KN-online beschrieb der Kieler Klimaforscher Mojib Latif, wieso solche Klimakatastrophen Anzeichen des Klimawandels seien. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärte, Tornados wie Dienstagabend in Hamburg gehörten weltweit zu den folgenreichsten Wettergefahren. Immer wieder seien dabei auch Opfer zu beklagen, wie im März 2006 bei einem Tornado in Hamburg-Harburg, bei dem zwei Kranführer auf einer Baustelle ums Leben kamen.

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Foto: Auf mehreren hundert Metern Länge hatte wahrscheinlich ein Tornado am Vorabend im Stadtteil Farmsen eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

Die Unwettergefahr in Deutschland ist noch nicht gebannt. Nach dem Tornado in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Überschwemmungen durch Starkregen im Ruhrgebiet warnte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch erneut vor örtlich begrenzten „extremen Unwettern“.

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