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Jäger soll Hund erschossen haben

Haseldorf Jäger soll Hund erschossen haben

Ein Jäger soll in Haseldorf seinen jungen Hund erschossen haben, weil dieser ihm nicht als Jagdhund geeignet erschien. Der Fall liegt nach Auskunft der Polizei inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe.

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Ein Jäger soll seinen jungen Hund erschossen haben.

Quelle: dpa (Symbolfoto)

Haseldorf. In der Kreisjägerschaft Pinneberg ist man entsetzt und um Schadensbegrenzung bemüht: Der beschuldigte Jäger soll dort Mitglied im Vorstand sein. „Das ist unfassbar und völlig inakzeptabel“, sagt ein Jäger aus dem Kreis Pinneberg und berichtet von den Vorwürfen. Danach soll der beschuldigte Jäger sich einen jungen Jagdhund angeschafft haben, um ihn für die Jagd auszubilden. Das Tier habe aber nicht den erhofften Lernerfolg gezeigt. Sein Herrchen kam zu der Auffassung, dass das Tier als Jagdhund unbrauchbar sei. Auf die Idee, den Hund in andere Hände zu geben, kam der Mann offenbar nicht.

„Uns wäre das wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, wenn er nicht selbst herumerzählt hätte, dass er seinen jungen Hund erschossen hätte. Er hat das damit begründet, dass der Hund sich das Wildern nicht abgewöhnen ließ. Das ging natürlich herum wie ein Lauffeuer.“ Der Jagdkollege fürchtet nun einen großen Imageschaden für die gesamte Jägerschaft im Land. Deshalb sei es richtig und notwendig, dass Strafanzeige erstattet wurde und den Vorwürfen offiziell nachgegangen werde.

Verstoß gegen Tierschutzgesetz

Ermittelt wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzes. Dort heißt es in Paragraf 1, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Bei Verstößen sieht das Gesetz Geld- oder Haftstrafen von bis zu drei Jahren vor.

„Dass der Hund bei der Ausbildung nicht das erwartete Verhalten zeigt, kann natürlich niemals Grund sein, den Hund selbst zu töten. Wir verurteilen ein solches Handeln ausdrücklich und stehen den Ermittlungsbehörden für das weitere Verfahren zur Verfügung“, sagt Hans Wörmcke, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Pinneberg. Der Kreisverband prüft einen Ausschluss des Jägers. Auch der Präsident des Landesjagdverbandes, Wolfgang Heins, hat sich inzwischen von dem Verhalten des beschuldigten Jägers distanziert.

An einen ähnlichen Fall kann man sich in der Jägerschaft nicht erinnern. Einen Hund zu erschießen, das komme allenfalls bei wildernden Hunden in bestimmten Situationen vor. Nach dem Jagd- und Artenschutzbericht wurde in der vergangenen Jagdsaison kein wildernder Hund getötet, in den Jahren 2012 und 2013 sind fünf Hunde beim Wildern erschossen worden. Anders bei wildernden Katzen: In der vergangenen Jagdsaison wurden 4467 Katzen erlegt, davor 3971. Laut Gesetz sind Haftstrafen bis zu drei Jahren möglich

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