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Heide kümmert sich um Mörder

Erster Krimi veröffentlicht Heide kümmert sich um Mörder

Vor elf Jahren nahm die politische Karriere von Heide Simonis ein abruptes Ende. Ein Abweichler verweigerte vier Mal seine Stimme für ihre Wiederwahl als Ministerpräsidentin. Als „Heide-Mörder“ ging der Unbekannte in die Geschichte ein. Nun zaubert Simonis gleich vier Morde aus dem Hut - in ihrem ersten Krimi.

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Die ehemalige Ministerpräsidentin und Ehrenbürgerin des Landes Schleswig-Holstein, Heide Simonis, hat ihren ersten Krimi herausgebracht.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Idee zu einem Krimi hatte ich schon gleich nach meiner gescheiterten Wiederwahl“, sagt Heide Simonis. Immer wieder sei sie gefragt worden: „Was machste denn nun?“ Spontan antwortete sie damals: „Ich schreibe.“ Das tat sie auch. Insgesamt sechs Bücher hat sie bereits veröffentlicht. Mal schrieb die studierte Volkswirtin über die Weltwirtschaft, mal über Männer in der Politik, auch über ihre Kindheit im Rheinland. „Den Krimi hatte ich dabei aber immer im Hinterkopf“, sagt die 72-Jährige lächelnd inmitten ihrer bunten Lebenswelt. Am Kieler Schrevenpark leben sie und ihr Mann Udo in einer wunderschönen Altbauwohnung, voll mit Flohmarktschätzen, aktuellen Quilt-Projekten und unzähligen Büchern.

 Zentrale Figur in ihrem Buch ist Ayshe Gürdür, eine deutsche Kommissarin mit türkischem Hintergrund. „In einer türkischen Zeitung hatte ich den Nachnamen gelesen und wusste sofort, den brauch’ ich bestimmt noch mal“, erzählt Heide Simonis. „Sie ist meine absolute Lieblingsfigur. Sie plagt sich mit genauso vielen Sachen, die Kummer bereiten, wie wir alle. Sie muss mit Kollegen auskommen, sich in keine politische Auseinandersetzung verwickeln lassen und dann auch noch einen Mörder finden.“ Doch bis der Krimi konkreter wurde, gingen noch etliche Jahre ins Land. „Dabei behauptet meine Schwester immer, dass es jawohl leicht sei, einen Krimi zu schreiben. Aber heute kann ich sagen: Das ist ganz und gar nicht leicht.“

 Mehrere Figuren in ihrem Buch verwarf sie wieder, musste immer wieder Personen einfangen, die irgendwie im Laufe der Kapitel ein Eigenleben entwickelten. Dazu kam noch die Frage, wo denn das Ganze spielen sollte. „Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass ein Autor immer über die Region schreiben sollte, die er kennt, und über Menschen, von denen er halbwegs weiß, wie sie leben“, sagt Heide Simonis. Trotzdem kamen Kiel, wo sie seit 13 Jahren lebt, und Bordesholm, wo sie zu ihrer politisch aktiven Zeit wohnte, nicht in Frage. „Die Gefahr ist zu groß, dass man die Figuren mit realen Personen besetzt.“

 Schließlich landete sie bei Kappeln, wo sie 1998 selbst einmal Heringskönigin wurde. Und schon hatte sie auch den Titel: „Heringstage“ – das Volksfest schlechthin in der kleinen Stadt an der Schlei. Dort lässt die Sozialdemokratin nun morden. Gleich drei Frauenleichen innerhalb kürzester Zeit beschäftigen die Kriminalpolizei. „Was ich vollkommen unterschätzt habe, war inhaltlich sehr genau zu schreiben“, sagt die Vielleserin, die keinen Urlaub ohne Krimi verbringt. Donna Leon ist ihre Lieblingsautorin. „Sie kann wunderbar eine Atmosphäre beschreiben“, schwärmt sie. Im „Zwei-Finger-Hacksystem“ und immer mit einer Sicherheitskopie hangelte sie sich in den vergangenen Wochen und Monaten munter und manchmal wie im Fieber durch die Kapitel.

 Mit dem ehemaligen Rektor der FH Kiel, Prof. Peter Jochimsen, der inzwischen in Eckernförde den Borbyer Werkstatt Verlag gegründet hat, fand sie schnell den passenden Herausgeber aus der Region. Der Künstler Falko Windhaus lieferte das Heringsmotiv fürs Titelbild. Als Ende Mai alles fertig war, ging’s sofort in die Toskana zum Erholen. Doch in ihrem Kopf arbeitet es kräftig weiter. „Mein Buch endet ja mit einem vierten Mord“, sagt sie schmunzelnd. „Den muss ich ja eigentlich noch aufklären.“

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