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Hein Schönberg: Zurück vom Abstellgleis

Mit Karte Hein Schönberg: Zurück vom Abstellgleis

Verkehrsminister Reinhard Meyer fasst die Erfolgsbotschaft in wenige Worte: „Kiel – Schönberger Strand kommt.“ Die Reaktivierung der 1975 eingemotteten Bahnstrecke soll allerdings in zwei Stufen erfolgen und erst 2020 abgeschlossen sein.

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Könnte schon in wenigen Jahren wieder bis zum Schönberger Strand rollen: Die Bahn Hein Schönberg zwischen Kiel und dem Strandort.

Quelle: hfr

Kiel. Verzögerungen sind zudem nicht ausgeschlossen, weil es im Kreis Plön neben einer Initiative für Hein Schönberg auch eine Bürgerinitiative gegen das 30-Millionen-Projekt gibt.

Klar ist, dass die Stufe eins anläuft. In knapp zwei Wochen, am 29. August, soll nach Angaben der Nahverkehrsgesellschaft Nah.SH der erste Spatenstich für die neuen Kieler Bahnstationen in Ellerbek und Oppendorf gesetzt werden. Der Planfeststellungsbeschluss liege seit einigen Tagen vor, betont Nah.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers. Er geht davon aus, dass die Haltepunkte zum nächsten Bahn-Fahrplanwechsel im Dezember fertig sind.

Hinter den Kulissen laufen bereits Gespräche mit der DB Regionalbahn. Sie hatte die Ausschreibung für die Gesamtstrecke gewonnen, soll jetzt vorerst Fahrgäste im Stundentakt mit einem Regionalzug (Lint 41) in rund zehn Minuten von Oppendorf bis in die Kieler City und zurück bringen. Umstritten ist offenbar, wie viel Geld die DB-Tochter für das Zusatzangebot erhält. Wewers lässt vorsichtshalber offen, wann die kleine Kieler Stadtbahn abfährt. „Wir wollen im Winter loslegen, schaffen es aber vielleicht erst im Frühjahr oder im Sommer.“

Mit der zweiten und entscheidenden Reaktivierungsstufe von Hein Schönberg geht es nur langsam voran. Die AKN, die Schleswig-Holstein und Hamburg gehört und im Speckgürtel bis Neumünster Züge rollen lässt, will das nötige Planfeststellungsverfahren für die Bahnstrecke und die Haltepunkte im Kreis Plön erst im kommenden Jahr einleiten. Drei Jahre später könnten die Bagger rollen, allerdings nur, wenn ein Planfeststellungsbeschluss nicht beklagt wird. Eine Prognose ist hier schwierig, weil die Projektpläne Lücken aufweisen. So ist etwa offen, ob Hein Schönberg auch in den Dörfern Passade und Fiefbergen halten soll.

Widerstand und Unterstützer

Klar ist, dass es im Kreis Plön Widerstand gegen das Projekt gibt. Die Initiative „Bürger für den Bus – gegen die Bahn“ fürchtet um das Busnetz in der Probstei und kämpft gegen den defizitären Hein Schönberg. Er dürfte bei kalkulierten 1500 Fahrgästen am Tag ein Minus von 1,7 Millionen Euro im Jahr einfahren. Die Rechnung begleichen müsste das Land. Hein Schönberg wäre damit allerdings keine Ausnahme, sondern die Regel. Schleswig-Holstein subventioniert alle Bahnrouten und zahlt aus Bundes-Regionalisierungsmitteln schon jetzt jährlich mehr als 200 Millionen Euro für den ÖPNV.

Rückendeckung erhält das Land von der Initiative „Pro Bahn Probstei“. Sie sieht in Hein Schönberg einen Gewinn für die gesamte Region und erinnert daran, dass das Land bei allzu heftigen Protesten andere Projekte fördern könnte. Das gilt insbesondere für zwei Großprojekte, die S-Bahn 4 (Bad Oldesloe-Hamburg) und den Ausbau der S21 (Kaltenkirchen-Hamburg). Beide Projekte dürften zusammen mehr als eine Milliarde Euro verschlingen, würden den Nahverkehr aber deutlich attraktiver machen. Allein im S4-Einzugsbereich sind täglich 400000 Pendler unterwegs.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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