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Forschen für den Diagnosefortschritt

Helios-Ostseeklinik Damp Forschen für den Diagnosefortschritt

Wird Morbus Bechterew früh erkannt, dann kann eine Behandlung mit Medikamenten und Gymnastik das Fortschreiten der Krankheit aufhalten. Doch leider ist die Diagnose der entzündlichen Autoimmunerkrankung in der Praxis problematisch. Deshalb ist die Fachwelt jetzt auf die Doktorarbeit von Maria Köhler gespannt.

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Auf das Ergebnis von Maria Köhlers Doktorarbeit ist die Fachwelt gespannt. Die Medizinerin untersuchte in Damp ein neues Diagnoseverfahren.

Quelle: Rainer Krüger

Damp. Die Assistenzärztin an der Helios-Ostseeklinik Damp schreibt gerade über eine neue Testmethode, um die Krankheit zu erkennen.

 „Eigentlich beginnt Morbus Bechterew immer mit nächtlichen Rückenschmerzen. Doch da dann oft auch Magen-Darm- oder Hautprobleme auftreten, ist die richtige Diagnose nicht einfach“, berichtet Dr. Joachim Georgie, Chefarzt für Rheumatologie und Innere Medizin. Fünf Jahre dauert es durchschnittlich vom Beschwerdebeginn bis zur Diagnose.

 Der von Maria Köhler untersuchte Test könnte das Verfahren erheblich beschleunigen. Dabei geht es um den Nachweis eines Antikörpers im Blut. CD74 heißt das Eiweiß, auf das es ankommt. In ihrer Studie zur Doktorarbeit hat sie 100 Morbus-Bechterew-Patienten auf den Antikörper getestet. „Bei 70 Prozent kam der Antikörper vor, in der Kontrollgruppe nur bei einem Prozent“, berichtet die 32-jährige Medizinerin. Ihre Ergebnisse bestätigen Untersuchungen ihres Doktorvaters, Professor Dr. Torsten Witte von der Medizinischen Hochschule Hannover. Zudem hat Köhler untersucht, welche von sechs Testvarianten die besten Ergebnisse bringt.

 Obwohl die Arbeit noch nicht fertig ist, weiß die Ärzteschaft schon von ihr: Beim American College of Rheumatologie (ACR) 2015 in San Francisco konnte Köhler ihre Ergebnisse präsentieren. „Das erfolgte in Form eines Posters, das die wesentlichen Ergebnisse darstellt“, erklärt die Borgwedelerin. Für Georgie ist das Treffen der „wichtigste Rheumatologen-Kongress der Welt“. Laut Köhler hat schon eine Firma Interesse am Test angemeldet. Insofern könnte das Verfahren rasch zur Marktreife gelangen. Nach bisher zwei Jahren Forschung will sie die Doktorarbeit im Sommer abgeben.

 Ein wenig spielt bei Morbus Bechterew auch Vererbung eine Rolle. „Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken liegt bei engen Familienangehörigen bei etwa zehn Prozent“, weiß Georgie. Insofern hofft auch er auf Fortschritte in der Diagnose. „Ich bin froh, etwas herausgefunden zu haben, was anscheinend auf großes Interesse stößt“, so die Borgwedelerin.

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