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„Brötchenklau und Sex in der Backstube“

Henstedt-Ulzburg „Brötchenklau und Sex in der Backstube“

Mit schweren Vorwürfen hatte die Angeklagte im Herbst 2014 eine Mitarbeiterin des Supermarkts in Henstedt-Ulzburg unter Druck gesetzt: In anonymen Emails an die Geschäftsführung und im Gespräch mit einem Abteilungsleiter des Discounters.

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In anonymen Emails an die Geschäftsführung und im Gespräch mit einem Abteilungsleiter des Discounters warf die Kundin der Kassiererin „Sex in der Backstube“ ihres Arbeitgebers und Handel mit gestohlenen Backwaren vor.

Quelle: Arne Dedert/ dpa (Archiv)

Kiel/Henstedt-Ulzburg. Die Kundin warf der Kassiererin „Sex in der Backstube“ ihres Arbeitgebers und Handel mit gestohlenen Backwaren vor. Der Vorwürfe erwiesen sich als haltlos. Die beschuldigte Mitarbeiterin (28) erstattete Strafanzeige gegen die Verfasserin der bösen Briefe (40), die sich später als ehemalige Freundin entpuppte. Am Montag vor dem Kieler Landgericht ging das Strafverfahren in die zweite Runde. In erster Instanz hatte das Amtsgericht Norderstedt die alleinerziehende Mutter wegen übler Nachrede zu 1500 Euro Geldstrafe (30 Tagessätze á 50 Euro) verurteilt.

Die Angeklagte legte Rechtsmittel gegen das Urteil vom Januar ein. Am Montag im Kieler Landgericht kam die Berufungskammer ebenfalls zum Schuldspruch, verringerte jedoch die Tagessatzhöhe auf 40 Euro, sodass die Geldstrafe nun 1200 Euro beträgt. Die Angeklagte schwieg vor Gericht, dafür redete ihr Opfer. „Ich war völlig fassungslos“, erzählte die Kassiererin. Ihr Chef habe sie damals ins Büro gebeten und mit den Vorwürfen konfrontiert.

Nachdem eine Inventur sie entlastete, ignorierte die Geschäftsführung die „wilden Anschuldigungen“, bestätigte ihr Vorgesetzter (40). Nach zwei Wochen sei ein weiterer Brief ähnlichen Inhalts eingegangen, so der Zeuge. Dann habe sich eine Kundin aus Kaltenkirchen gemeldet und um ein persönliches Gespräch gebeten. „Das war die nette Dame, die links neben mir sitzt“, weist der Kaufmann auf die aparte Angeklagte, die damals ihren Namen nicht nennen wollte. „Ich fand sie attraktiv, deshalb ist sie mir im Gedächtnis geblieben“, betont der Zeuge. „Sie behauptete, unsere Mitarbeiterin habe ihr gestohlene Brötchenrohlinge aus dem Warensortiment angeboten, die sie aus dem Kofferraum verkaufte.“ Darüber hinaus habe sie die Kassiererin angeblich „live beim Sex“ in der Backstube ertappt – mit einem jüngeren Kollegen. Hintergrund der laut Urteil falschen Anschuldigungen könnte eine Episode zwischen den ehemaligen Freundinnen sein, die in besseren Zeiten gemeinsam ihre Hunde ausführten. Die Kassiererin soll im Sommer mal die Polizei geholt haben, weil sie sich auf ihrem Grundstück vom qualmenden Grill der Angeklagten belästigt fühlte. Den harschen Platzverweis habe sie wohl nicht verwunden, mutmaßte die Staatsanwältin zum Tatmotiv.

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