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Lage im Norden wieder normalisiert

Sturmtief "Sebastian" Lage im Norden wieder normalisiert

Nach dem ersten heftigen Herbststurm in Hamburg und Schleswig-Holstein hat sich die Lage normalisiert. Die meisten Bahnstrecken sind wieder frei. „Sebastian“ sorgte für zahlreiche Einsätze der Feuerwehren im Norden.

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Den Regenschirm tief an den Kopf gezogen - solange er denn hält.

Quelle: Frank Peter

Hamburg/Kiel. Nach dem Sturmtief „Sebastian“ hat sich die Situation im Norden am Donnerstag weitgehend normalisiert. Auch der unterbrochene Zugverkehr in Schleswig-Holstein wurde wieder aufgenommen. Am Morgen war nach Angaben der Deutschen Bahn nur noch der Regionalverkehr auf den Strecken Kiel-Rendsburg (RB 75) und Kiel-Husum (RE 74) gestört. Die Strecken Hamburg-Flensburg und Lübeck-Puttgarden wurden am Morgen wieder freigegeben.

Am Mittwoch war „Sebastian“ mit einer Geschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometer über Norddeutschland hinweggefegt. In Hamburg starb ein Mann, als in der Innenstadt ein Baugerüst umstürzte und ihn unter sich begrub. In Wyk auf Föhr wurde eine 70 Jahre alte Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt. In Kiel fiel ein Ziegel vom Dach der Nikolaikirche auf ein Auto und zerschlug das Glasdach. Der Fahrer hatte den Wagen kurz zuvor verlassen.

Auf dem Höhepunkt des Sturms rückten die Feuerwehren in Schleswig-Holstein und Hamburg im Minutentakt aus, um umgestürzte Bäume, abgerissene Äste und herabgefallene Gerüstteile zu sichern sowie Straßen und Schienen freizuräumen. Die Feuerwehr Hamburg verzeichnete zwischen 12 Uhr und 19.15 Uhr mehr als 350 sturmbedingte Einsätze. Der Hamburger Fischmarkt wurde nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie leicht überflutet.

In Schleswig-Holstein mussten die Feuerwehren nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes bis Donnerstagmorgen rund 1300 Mal ausrücken. Vor allem an der Westküste gingen zahlreiche Notrufe wegen umgeknickter Bäume, loser Äste und umherfliegender Dachpfannen, Verkehrsschilder und Strandkörbe ein.

In der Nacht normalisierte sich die Lage überall. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr gab es kaum noch Einsätze.

Hier können Sie unseren Liveticker vom Mittwoch nachlasen:

+++ "Sebastian" wird ruhiger +++

Nach Hunderten Einsätzen hat sich am Mittwochabend die Situation in Schleswig-Holstein entspannt. Aus allen vier Regional-Leitstellen hieß es gegen 20 Uhr, dass es ruhiger werde. "Es flaut mittlerweile ab", sagte etwa ein Sprecher der Regional-Leitstelle West. Bis zum Abend verzeichnete die Polizei in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg 189 sturmbedingte Einsätze, wie die Polizei in Flensburg mitteilte.

Von der Regional-Leitstelle West hieß es, es habe "locker mehr als 230 Einsätze" gegeben, vor allem an der Nordseeküste in den Kreisen Dithmarschen und Steinburg. Im Bereich der Regional-Leitstelle Süd mit Lübeck und den Kreisen Ostholstein, Lauenburg und Stormarn rückten die Einsatzkräfte bis etwa 20 Uhr 168 Mal wegen des Sturms aus. Die Polizei Kiel spricht von 40 wetterbedingten Einsätzen.

Alle Polizeisprecher sagten, dass vor allem umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste und Ziegel die Einsatzkräfte auf den Plan gerufen hätten.

+++ Lage in Plön +++

Um 19 Uhr hat der stellvertretende Kreiswehrführer Herr Meier-Lürsdorf, nach Rücksprache mit den Abschnittsführungsstellen und der Leitstelle Mitte, die Ausnahmelage für den Kreis Plön aufgehoben. Die Einsatzkräfte sind 62 Mal ausgerückt, Personen wurden laut Angaben der Feuerwehr beim Sturm nicht verletzt.

+++ Video +++

+++ Zahl der Einsätze hat sich erhöht +++

Die Zahl der Feuerwehreinsätze in Folge des Sturmtiefs "Sebastian" im Kreis Pinneberg hat sich bis 18 Uhr auf 60 erhöht, Tendenz weiter steigend. Mittlerweile sind mehrere Hundert ehrenamtliche Kräfte zahlreicher freiwilliger Feuerwehren unterwegs, um umgestürzte Bäume oder herabgefallene Äste von Fahrbahnen und Fußwegen zu beseitigen. Die Kettensäge war das am meisten benötigte Werkzeug an diesem Nachmittag. Personen wurden nach aktuellem Stand nicht verletzt.

+++ Bundesamt warnt vor Sturmflut +++

In den Abendstunden ist in der Elbmündung in Hamburg und an der Nordfriesischen Küste eine Sturmflut mit Wasserständen zwischen 1,50 und 2 Metern über dem mittleren Hochwasser zu erwarten. Es ist sei die erste Sturmflut in diesem Herbst, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Mittwoch in Hamburg mit. Der Wind aus Westsüdwest mit einer Stärke von durchschnittlich 9, in Böen 10 Beaufort drücke das Wasser der Nordsee an der ostfriesischen Küste vorbei auf die nordfriesische Küste. In der Elbmündung bei Cuxhaven werde das Hochwasser voraussichtlich bei 1,50 bis 2 Metern über dem mittleren Hochwasser liegen. Zwischen Büsum und Sylt werden Wasserstände um 2 Meter über dem mittlerem Hochwasser erwartet. Das Abendhochwasser in Hamburg wird nach den bisherigen Prognosen des BSH ebenfalls 2 Meter über dem mittleren Hochwasser liegen. Dies führt zu leichten Überschwemmungen auf dem Hamburger Fischmarkt, die gegen 22 Uhr zu erwarten wären.

+++ Laues Lüftchen wurde zum Sturm +++

Selbst die sturmerprobten Hallig-Bewohner ließ „Sebastian“ nicht ganz kalt. Das laue Lüftchen habe sich gewandelt zu einem richtig kräftigen Sturm, sagte Erco Lars Jacobsen von der Hallig Hooge. Es sei unangenehm, dass der Sturm dieses Jahr sehr früh da ist. Der Sturm wirbelte auch die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht, wie die Wyker Dampfschiffs-Reederei mitteilte. Auch die Hochseeinsel Helgoland war per Schiff nicht erreichbar.


Die Fähren von Büsum, Cuxhaven und Bremerhaven fuhren wegen des Wetters nicht, teilte die Reederei Cassen Eils mit. Auch der Hochgeschwindigkeits-Katamaran „Halunder Jet“ stellte die Verbindung von Hamburg nach Helgoland ein.

+++ Etwa 50 Einsätze in Plön +++

Aktuell hat der Kreis Plön rund 50 Einsätze der Feuerwehren zu verzeichnen. Alle ohne Personenschaden.

+++ Stürmische Bilanz vom Nachmittag +++

Sturmtief "Sebastian" hat auch die Einsatzkräfte im Norden nicht verschont. Gegen Mittag stieg das Anrufaufkommen bei der Leitstelle in Harrislee spürbar an. Bis 17.30 Uhr verzeichnete die Polizei in den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg rund 115 sturmbedingte Einsätze. In Hundert Fällen wurden umgestürzte Bäume gemeldet. Kleinere Hindernisse wurden zur Seite geräumt, größere Bäume in der Regel von Kräften der Feuerwehren zersägt und entfernt. Der Schwerpunkt der Einsätze lag am Nachmittag im südlichen Nordfriesland (55 Einsätze mit Baumbezug). Im Kreis Schleswig-Flensburg wurden 36 und in Flensburg sieben derartige Einsätze verzeichnet. Die meisten Vorfälle liefen glücklicherweise glimpflich ab. Gegen 15.30 Uhr wurde dann die B5 zwischen B200 und B201 gesperrt, da Zelte der Windmesse in Husum auf die Fahrbahn zu fliegen drohten. Die Sperrung wird den Sturm über andauern. In Witzwort, Högel und Tönning sind jeweils Häuser durch umstürzende Bäume beschädigt worden. Verletzt wurde niemand. Gegen 16.50 Uhr wurde die B5 in Höhe Bütteleck voll gesperrt, da mehrere Bäume auf die Straße zu fallen drohten. Es muss auch weiterhin mit Gefahren durch umstürzende Bäume und mit Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet werden!

+++ Bilder aus Laboe ++


+++ Dach musste gesichert werden +++

In Kiel musste das Dach eines Mehrfamilienhaues gesichert werden. Um die zahlreichen Sturmeinsätze in der Landeshauptstadt abzuarbeiten, wurden die Einsatzreserven der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren aktiviert.

+++ Aufruf aus dem Ministerium +++

Das Kieler Innenministerium forderte am Nachmittag die Menschen auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben und Aufenthalte im Freien zu vermeiden.


+++ Diese Züge fallen aus +++

Laut Regionalbahn Schleswig-Holstein ist aufgrund des Sturm der Betrieb auf folgenden Strecken eingestellt:

  • RE7 Hamburg-Flensburg
  • RE72 Kiel-Flensburg
  • RB73 Kiel-Eckernförde
  • RE74 Kiel-Husum
  • RB75 Kiel-Rendsburg
  • RB85 Lübeck-Puttgarden
  • RB86 Lübeck-Travemünde Strand
  • RB64Husum-St.Peter-Ording
  • RB62 Itzehoe-Heide
  • Nordbahn Bad Segeberg-Neumünster

Es verkehren weiterhin:

  • RE83 Kiel-Lübeck-Lüneburg
  • RB84 Kiel-Lübeck
  • RE6 Hamburg-Altona-Westerland
  • RE8 Lübeck-Hamburg
  • RE80 Lübeck-Hamburg
  • RE70 Kiel-Hamburg

Außerdem kommt es auf allen noch verkehrenden Linien zu Verspätungen und Ausfällen. Es können kurzfristig weitere Betriebseinstellungen auf den noch verkehrenden Linien erfolgen. "Wir sind mit Hochdruck dabei, die Gleise wieder frei zu kriegen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Eine Prognose, wann die Strecken wieder frei sein sollten, konnte sie nicht abgeben.

+++ Gestrandet +++

Am Informationsschalter im Kieler Hauptbahnhof drängten sich um 16 Uhr etliche Kunden. Züge nach Lübeck und Flensburg fielen aus, nun war guter Rat teuer. Doch die Bahn scheute keine Kosten und organisierte Taxifahrten für die Pendler. In dem ganzen Trubel fiel Matthias Schmidt auf. Mit Sandalen und kurzen Hosen lehnte er wie ein Sommerurlauber an seinem Fahrrad. Mit seiner Partnerin Marion Jeß hatte er 1300 Kilometer an deutschen Flüssen zurückgelegt, an Aller, Fulda, Main und Weser, aber nun waren die Flensburger in Kiel gestrandet. „Der Zug von Neumünster nach Flensburg fuhr leider nicht mehr, also sind wir nach Kiel gefahren, aber hier geht es für uns auch nicht mehr weiter, weil wir unsere Räder nicht in einem Taxi unterkriegen“, sagte Schmidt trotz allem gut gelaunt, obwohl er nicht wusste, wie er nach Hause kommen sollte.

+++ Viele Züge fallen aus +++


+++ Rader Hochbrücke wieder frei: LKW aufgerichtet +++

Gegen 16.15 Uhr konnte die Feuerwehr Büdelsdorf den auf der Rader Hochbrücke umgekippten LKW samt Anhänger aufrichten. Eine knappe Stunde später, um 17.15 Uhr, konnte sowohl der Schiffsverkehr im Nord-Ostseekanal als auch der Autoverkehr auf der Brücke wieder fließen.

+++ Einsatzlage der Feuerwehr Pinneberg +++

In den Mittagsstunden hat wie vom Deutschen Wetterdienst angekündigt das Sturmtief "Sebastian" das Gebiet des Kreises Pinneberg erreicht. Der böige Wind sorgte für umgestürzte Bäume und herabfallende Äste. Aktuell sind 15 freiwillige Feuerwehren im Einsatz. Es wurden bisher oder werden aktuell noch 40 verschiedene Einsatzstellen abgearbeitet. Größtenteils sind es kleinere Aufgaben, die zu erledigen sind. Auf der Autobahn 23 haben umgestürzte Bäume oder große Äste den Verkehr an mehreren Stellen behindert. Die Feuerwehr Tornesch ist dort tätig geworden. In Schenefeld drohten Blechteile, der vor einem Monat abgebrannten Tennishalle, sich zu lösen. Diese wurden gesichert.Der Sturm soll laut DWD bis etwa 20 Uhr anhalten.

+++ Bitte der Feuerwehr +++

Aus aktuellem Anlass daher eine Bitte von der Kooperativen Regionalleitstelle West in Elmshorn: Erfahrungen aus früheren Orkanlagen zeigen, dass viele Anrufe über die 112 keine unmittelbare Gefahr beinhalteten. So bezogen sich viele Anrufe zum Beispiel auf umgefallene Bäume auf Privatgrundstücken oder in Wohn- oder Nebenstraßen. Dadurch wurden die Notrufleitungen für wichtige Ereignisse und Notfallmeldungen teilweise blockiert und Einsatzkräfte gebunden. Es ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass der Notruf bei Unwetterlagen nur für Notfälle und Hilfeersuchen genutzt wird, in denen eine akute Gefahr besteht.

Überlegen Sie bitte deshalb unbedingt vor dem Wählen des Notrufes: Ist die Anforderung der Feuerwehr und deren Eingreifen in diesem Moment, also während des Sturmes, wirklich notwendig? Können Sie abgerissene Äste vielleicht selbst gefahrlos von der Straße ziehen? Reinigungsarbeiten von kleinem Geäst sind nicht Aufgabe der Feuerwehr. Umgestürzte Bäume werden von der Feuerwehr nur dann entfernt, wenn eine unmittelbare Gefährdung für Verkehr, Sachwerte oder Personen besteht. Zum Beispiel, wenn die Bäume auf Straßen oder Häuser gestürzt sind, oder zu stürzen drohen. Die Feuerwehr greift in der Regel nicht ein, wenn Bäume auf Privatgrundstücken umgestürzt sind - es sei denn es liegt eine Gefährdungslage vor - etwa weil der Baum den Verkehr gefährdet. In dieser Situation wählen Sie bitte den Notruf! Auf Grund der höheren Anzahl von Einsätzen ist davon auszugehen, dass diese streng nach Priorität abgearbeitet werden müssen.

+++ Bäume fallen auf Parkplatz bei Sparkassen-Arena +++

Umgestürzter Baum auf dem Parkplatz der Sparkassen Arena. Sechs Mitarbeiter des Grünflächenamts sind mit Kranwagen und Arbeitsbühnen-LKW vor Ort.

Fotos: Jonas Wirth

+++ Rader Hochbrücke und NOK gesperrt +++

Die Polizei sperrte die Rader Hochbrücke gegen 14.32 Uhr komplett für den Verkehr in beide Richtungen. Auf der Fahrt in Richtung Süden war ein zwölf Tonnen schwerer LKW samt Anhänger umgekippt und dabei auch auf die Gegenfahrbahn geraten. Menschen seien bei dem Unfall nicht verletzt worden. Der Verkehr wurde durch den Rendsburger Kanaltunnel umgeleitet. Dort bildeten sich Staus. Das teilten sowohl die Feuerwehr Büdelsdorf als auch die Autobahnpolizei Flensburg mit. Auch der Nord-Ostsee-Kanal wurde jetzt bei Rendsburg gesperrt, da die Polizei befürchtet, dass Teile des Hängers oder der Ladung ins Wasser geweht werden. Die Bergungsfahrzeuge haben Schwierigkeiten zum Anhänger zu gelangen, weil keine Rettungsgasse gebildet wurde.

+++ Verletzter Passant stirbt nach Unfall +++



 +++ Mast in Schieflage +++

An der Kieler Chaussee in Gettorf  geriet gegen 14 Uhr ein Laternenmast durch den Sturm in Schieflage. Nach Auskunft eines Feuerwehrsprechers legte sich der Mast auf eine Ampel. Einsatzkräfte beseitigten die Gefahr, indem der Mast vorsichtig zur Seite gelegt wurde.

+++ Sturmschäden in Kiel +++

In der Wohnanlage Kürkoppel in Kiel-Projensdorf hat der Sturm bereits einen dicken Baum aus dem Boden gerissen. Dieses Foto hat uns unser Leser Dieter Konietzko geschickt:

Auch in der Norddeutschenstraße in Kiel-Gaarden liegt ein Baum quer über der Straße und hat einen Pkw unter sich begraben.

+++ Ist er es? +++


+++ Feuerwehreinsätze in Rendsburg +++

Die Feuerwehr Rendsburg befreite ein parkendes Auto in der Breslauer Straße von einem herabgestürzten Ast. Dieser musste mit einer Motorsäge zerkleinert werden. Außerdem rückten die Einsatzkräfte in zum Ostlandhochhaus im Stadtteil Mastbrook aus. Dort hatte sich Dachpappe gelöst. In der Aalborgstraße entfernte die Feuerwehr einen Ast von der Fahrbahn.

+++ Sturm legt Bahnen im Norden lahm +++

Orkantief „Sebastian“ hat am Mittwoch in Hamburg zeitweilig zu Einschränkungen im U- und S-Bahnverkehr gesorgt. Wegen umstürzender Bäume sei der Verkehr der U-Bahnlinie 1 zwischen Ochsenzoll und Lattenkamp eingestellt worden, teilte eine Sprecherin der Hochbahn mit. Ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen wurde eingerichtet. Auch im S-Bahnverkehr sorgten starke Windböen für Verkehrsausfälle. Betroffen waren größere Streckenabschnitte der Linien S3, S31 und S21

+++ Baugerüst umgestürzt - ein Verletzter +++

Ein umgestürztes Baugerüst hat am Mittwoch einen Passanten in der Hamburger Innenstadt unter sich begraben und lebensgefährlich verletzt. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers hatte sich das Gerüst vermutlich in Folge starker Windböen vom Dach des siebengeschossigen Bürogebäudes gelöst. Der Mann sei von den Gerüstteilen getroffen und unter ihnen eingeklemmt worden, teilte die Polizei mit. Der Verkehr im Bereich der Unfallstelle wurde für den Zeitraum der Rettungsarbeiten voll gesperrt.

+++ Bild aus Kiel +++

Foto: G. Schellhase

+++ Das sagen die Meteorologen +++

Die Meteorologen erwarten vor allem an der Nordsee Orkanböen bis 120 km/h (Windstärke 12) aus Südwest bis West. In Schauer- und Gewitternähe sind dort sogar Orkanböen bis 140 km/h möglich. Im Binnenland kommt kann es zu orkanartigen Böen um 110 km/h (Windstärke 11 kommen). Für Hamburg sind orkanartige Böen mit bis zu 117 km/h vorausgesagt. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie werden im Elbegebiet und an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste das Abend-Hochwasser beziehungsweise das Nacht-Hochwasser eineinhalb bis zwei Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Wetterdienst erwartet bis zu sieben Meter hohe Wellen in der Deutschen Bucht. Der erste und recht frühe Herbststurm werde „recht kräftig“ und besonders windig werde es in den Nachmittagsstunden, sagte ein Meteorologe.

Der Sturm wirbelte schon die Fahrpläne der Fähren durcheinander. Die Schiffe zwischen dem Festland und den Inseln und Halligen im Wattenmeer fuhren zum Teil nicht, teilte die Wyker Dampfschiffs-Reederei auf ihrer Homepage mit.

+++ Probleme mit Fähren +++

Auch Deutschlands Hochseeinsel Helgoland war per Schiff am Mittwoch nicht erreichbar. Die Fähren von Büsum, Cuxhaven und Bremerhaven fuhren wegen des Wetters nicht, teilte die Reederei Cassen Eils mit. Auch der Hochgeschwindigkeits-Katamarans „Halunder Jet“ stellte die Verbindung von Hamburg nach Helgoland ein. Der Sylt Shuttle nahm wegen des Sturms keine Campingwagen, Pkw mit Anhänger, Lastwagen mit leeren Anhängern sowie Gefahrgut-Transporte mit. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen fuhrt den Angaben zufolge fahrplanmäßig.

+++ Hallen auf der Windmesse geräumt +++

Wegen des Herbststurms „Sebastian“ sind vier der fünf Messehallen bei der Windmesse in Husum geräumt worden. Die Besucher seien gebeten worden, die Hallen zu verlassen und sich in das Congresscenter beziehungsweise die feste fünfte Halle zu begeben, sagte ein Mitarbeiter der Messe. Derzeit gehe man noch davon aus, dass dies nur eine temporäre Maßnahme sei. Die Messe stehe in engem Kontakt zum Wetterdienst. Bei der Messe Husum Wind präsentieren rund 650 Aussteller bis Sonntag in fünf Hallen alles rund um die Windenergie.

+++ Umstürzender Baum verletzt Fußgängerin +++

In Wyk auf Föhr hat Orkantief „Sebastian“ eine Frau verletzt. Nach Angaben der Rettungsleitstelle wurde die Fußgängerin von einem umstürzenden Baum getroffen. Dabei wurde sie schwer verletzt, wie die Polizeidirektion Flensburg mitteilte. Sie kam in ein Krankenhaus.

+++ Stadt Flensburg schließt Kindertagesstätten +++

Die Stadt Flensburg schließt wegen der Sturmwarnungen die städtischen Kindertagesstätten und empfiehlt den Schulen, ebenfalls zu schließen. Der Norddeutsche Wetterdienst habe für Sturmtief „Sebastian“ ähnliche Windgeschwindigkeiten wie bei Sturm Christian vorausgesagt, teilte die Stadt mit. Daher empfehle die Stadtverwaltung, alle Schulen zu schließen, die Eltern zu benachrichtigen und die Kinder nach Hause zu schicken beziehungsweise von den Eltern abholen zu lassen. Die endgültige Entscheidung, den Unterricht ausfallen zu lassen, liege aber bei der Schulleitung. Die städtischen Kindertageseinrichtungen wurden für den Rest des Mittwochs geschlossen. Eine Betreuung für Kinder, die nicht vorzeitig abgeholt werden konnten, wurde sichergestellt. Auch eine Info-Veranstaltung am Abend zur Zukunft des Stadions wurde abgesagt.

+++ Planten un Blomen geschlossen +++

Auch der Hamburger Park Planten un Blomen wird wegen des Herbststurms ab frühen Mittwochnachmittag geschlossen. Das teilte das zuständige Bezirksamt mit. Damit falle auch das für den Abend geplante Wasserlichtkonzert im Park aus. Es bestehe die Sorge, dass die noch belaubten alten Bäume im Park dem Sturm eventuell nicht standhalten könnten.

+++ Die Feuerwehren sind vorbereitet +++

Die 1350 Freiwilligen Feuerwehr und vier Berufsfeuerwehren im Land sind darauf vorbereitet. Dennoch sei davon auszugehen, dass auch diese Wetterlage das nahezu durchweg ehrenamtliche System der Feuerwehren erneut stark fordern werde: "Wir bitten daher alle Arbeitgeber um Verständnis, wenn ehrenamtliche Feuerwehrangehörige durch das erhöhte Einsatzaufkommen nicht ihrer regulären Tätigkeit nachgehen können", appelliert die stellvertretende Landesverbandsvorsitzende Ilona Dudek.

Der Verband gibt zudem folgende Sicherheitstipps:

  • Sichern Sie Ihr Gebäude - achten Sie vor allem auf möglicherweise bereits vorhandene Beschädigungen.
  • Schwachstellen können lose Ziegel, Schornsteine oder Dachrinnen sein.
  • Stellen Sie Fahrzeuge vorausschauend und sicher ab.
  • Bei älteren Gebäuden, Baustellen oder morschen Bäumen kann der Wind Teile lockern, die dann eventuell auf das Auto herabstürzen können.
  • Schützen Sie Keller und Niedergänge rechtzeitig vor eindringendem Wasser, wenn Überflutungsgefahr besteht.
  • Achten Sie darauf, dass Rückschlagventile im Keller funktionsfähig sind. Entfernen Sie Laub und Dreck aus Wassereinläufen wie Gullys oder Abflussrinnen.
  • Sichern Sie Balkone und Terrassen so, dass Möbel oder Pflanzen nicht umhergewirbelt werden können.

Für den Zeitraum während und nach dem Sturm geben die Feuerwehren folgende Tipps:

  • Verlassen Sie während des Sturmes das Haus möglichst nicht.
  • Meiden Sie Wälder und Alleen - nicht nur während, sondern auch nach dem Sturm. Instabile Bäume und herab fallende Äste gefährden Sie auch in den Stunden danach.
  • Wenn Sie Autofahrten nicht vermeiden können: Passen Sie ihre Fahrgeschwindigkeit an. Achten Sie auf unvorhergesehene Hindernisse wie umherfliegende Gegenstände oder abgebrochene Äste.
  • Beim Ein- und Aussteigen Fahrzeugtüre vorsichtig öffnen und den Griff fest in der Hand halten.
  • Windböen können sonst die Türe aufreißen und erheblichen Schaden anrichten. Seitenabstand beachten: Vor allem auf Landstraßen können selbst Schwerfahrzeuge wie Lkw oder Busse um mehr als einen Meter versetzen. Im schlimmsten Fall landet man plötzlich im Straßengraben oder gerät auf die Gegenfahrbahn.

Erhöhte Gefahr bei Brücken oder Tunnelausfahrten:

  • Fahrbahnglätte, Dachlasten oder Aufbauten, die eine breite Angriffsfläche bieten, können auch dazu beitragen, dass das Fahrzeug vom Sturm verrissen wird. 
  • Dachlasten und Anhänger sollten an stürmischen Tagen vermieden werden. Der Schwerpunkt sollte möglichst tief liegen, das Gewicht auf beide Fahrzeugachsen verteilt sein. Wenn man von einer Sturmböe erfasst wird: Ruhe bewahren.
  • Jede heftige Bewegung mit dem Lenkrad macht das Fahrzeug nur noch instabiler. Um das Auto wieder zurück auf die Spur zu bringen, nur gefühlvoll gegenlenken.

 

Allgemein gilt: Melden Sie Gefahrenstellen und Schäden, bei denen Sie Hilfe brauchen, unter der Notrufnummer 112. Bitte melden Sie Schäden, von denen keine akute Gefahr ausgeht, erst nach dem Ende des Unwetters.

 

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