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18 000 Besucher beim Auftakt

Heringstage in Kappeln 18 000 Besucher beim Auftakt

Der Hering als Wappentier für Schleswig-Holstein? Geeignet wäre er für Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) schon. Mit einer Lobrede auf den vielseitigen und gesunden Fisch sorgte der Regierungschef am Donnerstag für einen launigen Auftakt der 38. Kappelner Heringstage.

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 Franziska Marsh servierte den gut 170 Eröffnungsgästen den Fischteller zu den diesjährigen Heringstagen.

Quelle: Rainer I. Krüger

Kappeln. Die Eröffnung des größten Kappelner Volksfestes stimmte so ziemlich mit dem überein, was Albig als seine Bedingungen zum Glücklichsein beschrieb. „Sonnenschein, gelbe Rapsfelder und ein Matjesbrötchen“ gehörten dazu. Diese Kombination lockte am Himmelfahrtstag nicht nur Albig an die Schlei. Jürgen van Schöll, Chef des Kappelner Stadtmarketings, ging von 18 000 Besuchern am Hafen und in der Innenstadt aus. „Wenn das Wetter weiter mitspielt, könnten wir bis Sonntag auf rekordverdächtige 50 000 Gäste kommen“, rührte van Schöll die Werbetrommel.

Die Heringstage waren Ziel von Vatertagsgruppen. Eine reiste im Anhänger hinter einem Traktor an.

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Bei Jennifer Teckert (37) und Sohn Luca (6) hätte er das nicht nötig gehabt. „Wir machen zwei Mal pro Jahr in der Gegend Urlaub und versuchen möglichst immer die Heringstage mitzubekommen“, erklärte die Osnabrückerin. Erstmals probierte sie bei der Mischung aus Jahrmarkt, Musik und maritimen Aktionen das Angeln aus. Ihre Bekannte Jessica Koura (36) aus dem bei Kappeln liegenden Dörphof zeigte ihr, wie es ging. Allerdings machte sie ihren Gästen nicht zu viele Hoffnungen: „Mitte April waren die Heringsschwärme da und ich habe gut gefangen. Jetzt ist schon Nachsaison und die Chancen geringer.“

Wer wird Heringskönig?

Wie trotzdem Fische aus der Schlei geholt werden, konnten Besucher ab 10.15 Uhr sehen. Dann hoben nämlich Wolfgang Brandhoff und Christian Pitt den Fang des Tages aus dem Heringszaun. 126,8 Pfund waren es. Das Gewicht hat zur Eröffnung der Heringstage immer besondere Bedeutung hat. Wer unter einer Auswahl prominenter Gäste die richtige Pfundzahl schätzt, wird Heringskönig.  

Diesmal hatte die Wette eine politische Dimension. Denn neben Albig gehörte auch sein möglicher Rivale im Landtagswahlkampf 2017, der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing, zu den 98 Schätzern. Beide Politiker nahmen die Konkurrenz mit Humor. Jeder gönnte dem anderen den Königstitel, könnte es doch sein, dass der andere nächstes Jahr nach der Wahl am 7. Mai kein anderes Amt mehr hätte. Doch weder Albig noch Liebing bekam die Königskette umgehängt. Vielmehr schätzten der Kappelner Geschäftsmann Andy Graunke und Karin Traulsen, die Frau des Bürgermeisters, am besten. „So haben wir jetzt mehr gemeinsame Termine“, sagte Kappeln Verwaltungschef Heiko Traulsen erfreut.

Zur guten Laune trug auch eine Aussage Albigs bei. Dabei ging es um den Heringszaun. Die seit dem 15. Jahrhundert bestehende Fangvorrichtung ist der letzte Heringszaun Europas und sanierungsbedürftig. Albig sagte zu, dass die Landesregierung die Stadt Kappeln beim Beantragen von EU-Fördermitteln unterstützen wird. Das könnte sich für Kappeln lohnen. Bei 440 000 Euro Gesamtkosten sei laut Heiko Traulsen eine Förderung von etwa 220 000 Euro möglich.

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