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Erfrischung gefällig?

Hitze in Schleswig-Holstein Erfrischung gefällig?

Was für eine Hitze: Hoch „Annelie“ hat Deutschland an diesem Wochenende fest im Griff. Am Sonnabend erwarten die Meteorologen den bislang heißesten Tag des Jahres. Hier finden Sie einige Hinweise für die sonnigen Tage - und die Freibäder in Ihrer Nähe für die ersehnte Erfrischung.

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Es ist heiß - ab ins Freibad!

Quelle: Frank Peter

Kiel. Erneut gilt: Hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Wind. Auch wenn es in der Landeshauptstadt dank der Ostsee eine kleine Brise weht und es daher nicht so heiß wie im Rest des Landes wird, belastet die andauernde Hitze den Kreislauf. Daher warnt das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium besonders chronisch Kranke, alte Menschen und Kinder. Tipps zum Umgang mit der Hitzewelle helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Hitze gefährdet die Gesundheit :Die hohen Temperaturen können gefährlich werden. Heftige Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Ohrensausen weisen auf einen Sonnenstich hin. Kommen zu diesen Symptomen ungewöhnliche Unruhe, eine heiße, rote, trockene Haut, Schläfrigkeit, starkes Durstgefühl sowie Krampfanfälle hinzu, kann es sich um einen Hitzschlag handeln. In diesen Fällen ist unverzüglich einen Arzt rufen. Außerdem sollte die Person, sofern sie bei Bewusstsein ist, in einen kühlen Raum gebracht und mit Flüssigkeit versorgt werden. Kühlende Umschläge und Winddurchzug helfen ebenfalls.

Richtig essen und trinken : Viel trinken ist der Schlüssel zum Wohlbefinden im Sommer. Wichtig ist nicht nur die Menge (mindestens zwei bis drei Liter), sondern auch die richtige Wahl des Getränks. Besonders gut eignen sich Mineralwasser, Tees und Saftschorlen. Diese sollten lauwarm sein, da kalte Getränke die Wärmebildung im Körper zusätzlich anregen. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag helfen, den Stoffwechsel zu schonen. Statt zu süßen Naschereien sollte zu salzigen Snacks gegriffen werden, da diese den Salzhaushalt ausgleichen.

Cool bleiben, Siesta machen :Zur Abkühlung empfiehlt das Ministerium kalte Kompressen oder Thermal-Sprays. Auch lauwarme Duschen und Fußbäder schaffen Abhilfe. Generell sollte man seinem Körper bei extremer Hitze mehr Ruhe gönnen und die Arbeiten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen. Mittags wirkt eine spanische Siesta im Schatten Wunder.

Vorssicht beim Sonnenbaden :Vor allem vor längeren Aufenthalten in der Sonne sollte man sich ausgiebig eincremen – hohen Lichtschutzfaktor beachten. Durch den vernünftigen Umgang mit der Sonne könne das Risiko, an Sonnenbrand und längerfristig an Hautkrebs zu erkranken, reduziert werden. Generell sollte die direkte Sonneneinstrahlung jedoch gemieden werden.

Autobahn 7 ist gesperrt :Wer auf der A7 unterwegs ist, muss sich auf eine lange Fahrt einstellen. Zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle Schnelsen wird eine Brücke abgerissen und durch eine Behelfsbrücke für Autos und eine weitere für Fußgänger ersetzt, wie die Verkehrsbehörde mitteilte. Auf diesem Abschnitt wird die Autobahn von Freitagabend, 22 Uhr, bis Montagmorgen, 5 Uhr, in beide Richtungen gesperrt. Trotz Umleitungen gilt: „Wer nicht unbedingt fahren muss, sollte es lassen“. Dann lieber im nächstgelegenen Badesee oder Freibad abkühlen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid : Nicht nur wir freuen uns über eine Abkühlung. Bei diesen Temperaturen kommt auch die Tierwelt ins Schwitzen. Deswegen sollten Haustiere auch keinesfalls im Auto gelassen werden. Im Hamburger Zoo kommen besonders die „Eisbomben“ mit eingefrorenem Fisch und Obst gut an. Die einfachste Maßnahme für Mensch und Tier bleiben immer noch Rasensprenger und Gartenschlauch.

Hitzefrei oder Sahara-Plan

Es war der Sommertraum der Schüler: Hitzefrei. Kichernd wurde das Thermometer des Rektors mit Streichhölzern oder Feuerzeugen manipuliert. Ob heutige Schülergenerationen wohl diesen süßen Duft der Freiheit nachempfinden können? Wohl kaum. Auch wenn das Hitzefrei offiziell nicht abgeschafft wurde, wird dessen Existenz von strikten Schulplänen und der Forderungen nach gewährleisteter Betreuung bedroht. Ob und ab wann es ausgerufen wird, läge im Ermessen des jeweiligen Schulleiters, sagt Schulrätin Barbara Weber. Trotzdem dürfe die Fürsorgepflicht nicht verletzt werden. Bestimmte Betreuungskernzeiten müssen eingehalten werden.

Diese gelten je nach Schule zum Beispiel von 8 bis 12 Uhr oder von 9 bis 13 Uhr. Für die Grundschulen ist damit die Hauptunterrichtszeit abgedeckt. Falls die Temperaturen in den Klassenräumen unzumutbar werden, müssen deshalb Notgruppen eingerichtet werden, die die Betreuung gewährleisten. Das hat Auswirkungen auf die Gemeinschaftsschulen. „Ich kann die Großen nicht nach Hause schicken, wenn die Kleinen hierbleiben müssen“, argumentiert Hartmut Bollin, Schulleiter der Kieler Goethe-Gemeinschaftschule. „Es hat einen Rückgang der Ausrufung von hitzefrei zu Gunsten des Verständnisses für die Verlässlichkeit gegeben“, bestätigt auch Weber. Das Gymnasium Kronshagen hat einen eigenen Weg gefunden, um Unterrichtsausfall zu vermeiden: den Sahara-Plan. Von jeder Unterrichtsstunde werden zehn bis 15 Minuten abgezogen. So fänden alle Stunden statt und selbst bei einer längeren Hitzewelle entstünden keine Nachteile für bestimmte Fächer, erklärt der stellvertretende Schulleiter Hajo Dose. Die Last werde auf alle Fächer verteilt. Trotzdem gäbe es Nachteile. So funktioniere die Regelung nur, weil die anstehenden Klausuren bereits absolviert wurden.

Nicht nur bei Hitzefrei können Sie auch ein Freibad in der Nähe ausprobieren:

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Ein Artikel von
Kerstin Tietgen
Volontärin

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