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Hochsaison für Mücken, Wespen und Co.

Insektenstiche Hochsaison für Mücken, Wespen und Co.

Mücken, Wespen und andere Insekten lauern jetzt überall. Das milde Frühjahr und der viele Regen haben in diesem Jahr zahlreiche Plagegeister angelockt. Gegenüber dem Vorjahr seien laut Krankenverischerer AOK 6,1 Prozent mehr medizinische Behandlungen aufgrund von Insektenstichen verzeichnet worden.

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Besonders im Freien können Mücken derzeit eine richtige Plage sein.

Quelle: AOK

Kiel. „Insektenstiche sind für die meisten Menschen harmlos. Gefährlich wird es jedoch, wenn der Körper allergische Reaktionen zeigt“, warnt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann. Deshalb mussten allein im vergangenen Jahr 6.050 AOK-Versicherte in Schleswig-Holstein ambulant oder stationär behandelt werden. Gegenüber dem Vorjahr macht das einen Anstieg von 6,1 Prozent aus. Nach aktuellen Untersuchungen treten bei 25 Prozent der Menschen an der Stichstelle allergische Reaktionen auf. Bei bis zu 3,5 Prozent kann sich eine potentiell lebensbedrohliche Anaphylaxie entwickeln. Pro Jahr werden etwa 20 Todesfälle in Deutschland dokumentiert, wobei die Dunkelziffer höher sein dürfte.

Bei einem Mückenstich wird durch den Speichel der Mücke die Einstichstelle betäubt und die Blutgerinnungsfähigkeit vermindert, damit die Mücke das Blut aufsaugen kann. Dadurch wird der Botenstoff Histamin freigesetzt, der dazu führt, dass sich bei mindestens 75 Prozent der Bevölkerung Quaddeln oder Papeln an der Stichstelle bilden. Häufig kommt es dabei zu ausgedehnteren Schwellungen, Rötungen oder Juckreiz. Deshalb macht Kratzen es auch schlimmer, denn der Stoff wird durch die damit verbundene stärkere Durchblutung erst recht verteilt. Hier hilft vor allem kühlen. Manche setzen auf Hausmittel wie eine Quarkpackung oder das Einreiben mit einer Zwiebel. Bei starken Symptomen hilft ein Antihistaminikum oder eine cortisonhaltige Salbe aus der Apotheke.

Gefährlich kann ein Insektenstich werden, wenn etwa durch Kratzen, Bakterien in tiefere Schichten gelangen. Dann droht eine massive Umgebungsinfektion. Diese muss im Einzelfall sogar mit einem Antibiotikum behandelt werden. Auf jeden Fall gilt: Wenn eine zunehmende und lang anhaltende gerötete Schwellung auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wird man von einer Wespe oder Biene gestochen und der Stachel steckt noch in der Haut, sollte dieser vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Gefährlich sind Wespen- aber auch Bienenstiche besonders im Mund- und Rachenraum. In einem solchen Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Wenn möglich, sofort innerlich und äußerlich kühlen: Dazu eignen sich kalte Umschläge oder ein Kühlbeutel mit Eiswürfeln, der in ein Handtuch eingewickelt ist. Bei einem Stich im Mundraum hilft Eiswürfel lutschen, um eine Schwellung zu verhindern. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit einer Insektengiftallergie sein. Für sie kann der Stich einer Wespe sogar lebensgefährlich sein. Allergiker sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen und stets ein Notfall-Set bei sich tragen, das wirksame Medikamente enthält. Im Ernstfall sollte der Notarzt gerufen werden.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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