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Gewerkschaften schlagen Alarm wegen Befristungen

Hochschulreport Gewerkschaften schlagen Alarm wegen Befristungen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat einen Report über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen an Hochschulen in Schleswig-Holstein vorgelegt. Ergebnis: Fast keiner im wissenschaftlichen Mittelbau hat eine Daueranstellung.

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Laut Hochschulreport befinden sich auch zu viele Beschäftigte unfreiwillig auf einer Teilzeitstelle.

Quelle: dpa

Kiel. Zum ersten Mal hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen Report über die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen an den neun staatlichen Hochschulen in Schleswig-Holstein vorgelegt: Danach sind drei Viertel der Wissenschaftler und 20 Prozent der des technischen bzw. Verwaltungspersonals befristet eingestellt. DGB-Chef Uwe Polkaehn kritisiert das „Unwesen der Befristung“ und kündigte eine Entfristungsoffensive nach der Landtagswahl an.

Aus der Online-Befragung geht hervor, dass fast keiner der 25- bis 34-Jährigen im wissenschaftlichen Mittelbau eine Daueranstellung hat. Nach Angaben des DGB ist es die erste Datensammlung dieser Art mit einer großen Aussagekraft: 1426 Beschäftigten von insgesamt etwa 5420 Beschäftigten haben demnach geantwortet, eine Rücklaufquote von 26 Prozent.

Unfreiwillig auf einer Teilzeitstelle

Das im Januar 2016 verabschiedete Hochschulgesetz bietet nach Ansicht des DGB-Chefs zwar eine gute Grundlage für bessere Arbeitsbedingungen. Doch die vereinbarten Rahmenbedingungen müssten auch umgesetzt werden, fordert Polkaehn: Politik, Regierung und Hochschulen müssten gemeinsam mit den Personalräten an den Stellschrauben drehen.

Nach der Befragung befinden sich auch zu viele Beschäftigte unfreiwillig auf einer Teilzeitstelle, vor allem Frauen. 80 Prozent von den Wissenschaftlerinnen haben demnach angegeben, keine Vollzeit angeboten bekommen zu haben. Die fehlende Planungssicherheit im Beruf wirke sich auf die Familienplanung aus, kritisierten die Gewerkschaftsvertreter. Ein weiterer Kritikpunkt: 50 Prozent des technischen Personals und 59 Prozent des wissenschaftlichen Mittelbaus fühlen sich durch die hohe Arbeitsbelastung überfordert.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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