23 ° / 15 ° Gewitter

Navigation:
Neuer Schub durch Diskussion in Irland

Homo-Ehe Neuer Schub durch Diskussion in Irland

Die Befürworter der Homo-Ehe in der CDU wittern ihre Chance. Präsidiumsmitglied Jens Spahn frohlockte: „Was in Irland passiert ist, hat der Diskussion in Deutschland einen ganz neuen Schub gegeben – so wie damals Fukushima die Energiedebatte fokussiert hat."

Voriger Artikel
Landesjugendamt will Heime schließen
Nächster Artikel
Bei Probefahrt lebensgefährlich verletzt

CDU-Fraktionsvorsitzender Daniel Günther: „Ich bin für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften."

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Auf diese Weise könne man aus Ereignissen in anderen Ländern „was für uns lernen“, sagte er der „Welt“. Doch gleichzeitig wurden warnende Stimmen laut, ja nichts zu überstürzen. Auch die Christdemokraten im Norden diskutieren kontrovers.

 Am weitesten hat sich beim Thema Homo-Ehe bisher der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Daniel Günther, vorgewagt. Am Dienstag bekräftigte er: „Ich bin für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Das leite ich auch aus unseren christlichen Grundsätzen her.“ Natürlich halte die CDU das traditionelle Familienbild hoch. Und von der übergroßen Mehrheit werde dieses Familienbild in einer Partnerschaft mit Frau und Mann gelebt. Aber es gebe eben genauso eine kleine Gruppe, die in homosexuellen Beziehungen lebe. „Auch diesen Menschen, die ja keine Wahlmöglichkeit haben, sollten wir die Chance geben, ihr Glück in einer Ehe zu finden.“ Für diese Position werde er überall dort, wo er Verantwortung für die CDU trage, werben, sagte der Katholik Günther.

 Allerdings könnte der Fraktionschef schon bald in eine Zwickmühle geraten. Einerseits will das Regierungslager aus SPD, Grünen und SSW in der Juni-Sitzung des Landtages eine Initiative für die Öffnung der Ehe starten und so die Christdemokraten dazu zwingen, Farbe zu bekennen. Andererseits tritt der neue CDU-Landeschef Ingbert Liebing auf die Bremse und warnt: „Wir sind die einzige Partei, die auch Menschen eine Heimat bietet, die an dem klassischen Familienmodell festhalten. Es gibt keine anderslautenden Beschlüsse oder Anträge. Das Referendum in Irland ist für uns kein Anlass, innerhalb von 14 Tagen diese Diskussion abzuschließen.“

 Natürlich gebe es auch andere Lebensentwürfe als die Ehe zwischen Mann und Frau, sagte Liebing. Im Laufe der Jahre sei eine Vielzahl von Maßnahmen zur „Gleichstellung dieser Lebensentwürfe“ ergriffen worden. „Offengeblieben sind im Wesentlichen zwei Fragen: die Gleichstellung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft mit der Ehe – und damit zusammenhängend – das Adoptionsrecht für homosexuelle Partner.“ Während Deutschland einen längeren Prozess der Gleichstellung hinter sich habe, sei der Ausgang des Referendums in Irland „auch ein Aufbegehren gegen die katholische Kirche dort, die bestimmte Diskussionen gar nicht zugelassen hat“.

 Der frühere CDU-Landeschef und Ministerpräsident Peter Harry Carstensen erklärte zu der aktuellen Diskussion: „Die Zeiten haben sich natürlich geändert. Es gibt ein anderes Bewusstsein für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Das muss man akzeptieren.“ Gleichzeitig forderte er, dass die staatliche Förderung – einschließlich steuerlicher Entlastung – „da konzentriert wird, wo Kinder sind“. Ole Schröder, Vorsitzender der CDU-Landesgruppe im Bundestag und parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, sagte, bei der Gleichstellung gehe es lediglich noch um das gemeinschaftliche Adoptionsrecht. „Hier muss das Kindeswohl im Mittelpunkt stehen und nicht die Erfüllung eines Kinderwunsches.“

 Der Kieler CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl vertritt die traditionelle Partei-Position und sieht „keinen Ad-hoc-Bedarf für die sogenannte Öffnung des Instituts der Ehe“. Sie sei auf die „Gemeinsamkeit von Mann und Frau ausgelegt und bildet die Keimzelle unserer Gesellschaft“. Bei gravierenden Änderungen sei eine „grundlegende Diskussion“ nötig, betonte Stritzl.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Uta Wilke
Redaktion Lokales Kiel/SH

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Druck auf Merkel
Foto: Querdenker, unbequeme Polit-Ikone, aber zuletzt immer wieder auch Schlichter: der 85-jährige Heiner Geißler.

Heiner Geißler kritisiert den Streit in der Union über die Homo-Ehe. Der als Querdenker bekannte ehemalige CDU-Generalsekretär (1977-1989) und Familienminister (1982-1985) hält ihn für unnötig. Von Dieter Wonka

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3