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Karpfen-Abfischen zieht Besucher an

Bokel Karpfen-Abfischen zieht Besucher an

Hunderte Besucher aus ganz Norddeutschland sind am Sonnabend zum traditionellen Karpfen-Abfischen an den Bokeler See gekommen. Bei dem volksfestartigen Spektakel wurden neben Karpfen auch Aale, Schleie, Hechte und Forellen aus dem Wasser geholt, geschlachtet und verkauft.

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Jedes Jahr ein Spektakel: das Karpfen-Abfischen am Bokeler See.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Bokel. Der Bokeler See war wieder Anziehungspunkt für Fischgourmets: Karpfen wurden zentnerweise vor Ort geschlachtet und verkauft — ein Spektakel, für viele Gäste schaurig und faszinierend zugleich.

Das Spektakel war für die meisten Gäste schaurig und faszinierend zugleich. Nur ganz wenige waren zu zart besaitet für das Abfischen: Neben Karpfen wurden auch Aale, Schleie, Hechte und Forellen aus dem Wasser geholt, geschlachtet und verkauft. Die drei bis vier Jahre alten und schlachtreifen Speisekarpfen wogen im Schnitt zwei Kilogramm.

„Ich koch für Euch, was ihr Euch aussucht.“ Selber werde sie jedoch von dem Karpfen keinen einzigen Bissen probieren, sagt die junge Frau. Ihr Mann hat sich gerade mit Kennermiene einen zappelnden Fisch aus einem großen Bottich ausgewählt. Ein fester Schlag mit einem Holzschlegel auf den Kopf macht dem Leben des Karpfens jetzt ein Ende.

Für das Abfischen wird nach Angaben von Teichwirt Rainer Erich der Forellenbach, der normalerweise durch den Fischteich führt, an dem Bokeler See vorbeigeleitet. Die Fische sammeln sich dann unter den staunenden Augen der großen und kleinen Besucher am Auslauf des Teiches im sogenannten Mönchsnetz. Der Bokeler See diente bis 1978 einer Korn-Wassermühle als Antrieb.

Schleswig-Holstein ist das nördlichste Produktionsgebiet für Karpfen in Mitteleuropa. Die Karpfenzüchter stehen im harten Wettbewerb vor allem mit Fischwirten aus den östlichen Bundesländern und aus osteuropäischen Ländern. Der „Holsteiner Karpfen“ ist jedoch als regionale Spezialität seit 2007 von der EU anerkannt und genießt Herkunftsschutz.

Die Fische wachsen in dem relativ rauen Klima langsamer als in den südlicheren Bundesländern: Dadurch bekommen sie nach Angaben der Landwirtschaftskammer ein qualitativ hochwertiges und festes Fleisch.

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