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Ohne Logistik und Verkehr keine Windkraftanlagen

Husum Wind 2015 Ohne Logistik und Verkehr keine Windkraftanlagen

Die erneuerbaren Energien sind mittlerweile eine wichtige Säule der deutschen Industrielandschaft. Rund 350.000 Menschen arbeiten in diesem Sektor. Was sie alles können und machen, zeigt die Messe Husum Wind 2015.

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Noch bis Freitag präsentieren mehr als 600 Aussteller in Husum Produkte und Dienstleistungen.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Husum. Die Husumer Windenergie-Messe feiert in diesem Jahr eine Premiere: Erstmals präsentiert sie sich als deutschsprachige Regionalmesse. Dabei zeigen die 651 Aussteller nicht nur Highlights und neueste Entwicklungen von Windkraftanlagen. Sie präsentieren auch, warum die Branche der erneuerbaren Energien mittlerweile eine der Säulen der deutschen Industrielandschaft ist, wie der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), Hermann Albers, sagt. Rund 350 000 Menschen arbeiteten aktuell in diesem Sektor, 140 000 davon in der Windenergie-Branche. Und das sind nicht nur die Ingenieure in den Entwicklungsbüros der Anlagen-Hersteller.

Bevor eine Turbine Strom produzieren kann, muss sie an ihren Standort gebracht werden. „Pro Windkraftanlage haben wir in der Regel zehn Schwertransporte zu bewältigen“, berichtet Holger Dechant von der Universal Transport. Das gehe nicht mit einem normalen Lastwagen. „Wir brauchen ein Spezial-Equipment — Kostenpunkt rund eine dreiviertel Million Euro.“ Ein Rotorblatt beispielsweise sei heute meist über 60 Meter lang, plus Zugmaschine seien das schnell über 70 Meter: „Ein Handballfeld hat 45 Meter“, sagt Dechant.

Großraum- und Schwertransporte dürfen per Gesetz nur in der Nacht zwischen 22.00 und 6.00 Uhr fahren. Pro Nacht schafft man im Schnitt 300 bis 350 Kilometer: „Wenn alles glatt läuft.“ Das sei nicht immer der Fall. „Das Straßennetz in Deutschland gibt einen direkten Straßenweg meist nicht mehr her“, sagt Nicolai Koch von der StB Verkehrstechnik GmbH. Sein Job ist, dafür zu sorgen, dass die überdimensionalen Schwertransporte sicher in die Windparks gelangen: „Plattenstraßen bauen, Straßen absperren und Halteverbotsschilder aufstellen — eben alles im Bereich Verkehrssicherung.“

Koch: „Wir suchen die Fahrtstrecke zunächst im Internet heraus. Dann fahren wir die Straßen und Wege mit einem Zollstock ab und messen nach, wo es Probleme geben kann. Wir kennen die Geometrie der Fahrzeuge, die eingesetzt werden, wissen also, worauf wir achten müssen. Bei Steigungen oder Kurven müssen wir sehen, ob wir mit den Gewichten, mit der Fahrzeugtechnik dahin kommen. Welche Brücken wir umfahren müssen, wie viel Leitplanke abgeschraubt und welche Schilder entfernt werden müssen. Es gibt keine Strecke, auf der alles so bleiben kann wie es ist.“

Die letzten Meter sind immer die schwierigsten, sagt Koch. Um keine Gräben zu zerstören, müssen Rohre hineingelegt und auf sie Mineralschotter geschüttet werden. Dann könnte darauf eine Plattenstraße bis in den Windpark hinein gebaut werden.

Eine Windkraftanlage ist ausgelegt für eine Lebenszeit von mindestens 20 Jahren. Damit sie sich dreht und Strom produziert, muss sie ständig gewartet und kontrolliert werden. Bis zu 400 Sensoren registrieren Signale an der Windkraftanlage und schicken die Daten an eine Zentrale, erklärt Frank Spelter von der Bachmann electronic GmbH aus Österreich. Dort flimmern nicht nur Kurven und Diagramme auf Monitoren, es gibt auch „Horcher“-Mechaniker mit geschultem Gehör. Mit einem Kopfhörer lauschen sie in die zum Teil tausende Kilometer entfernte Anlage, um aus dem Klack-Klack eines ausgeschlagenen Lagers auf Art und Schwere des Schadens zu schließen. „Der Kunde bekommt dann eine Empfehlung.“

Und wenn der Monteur zur Wartung oder Reparatur hinaus fährt, hat er eine speziell für diese Reparatur konfektionierte Kiste mit Ersatzteilen im Gepäck. „Alles ist sorgfältig und in der richtigen Reihenfolge verpackt“, erklärt Katja Flencker von der Firma Reyher GmbH. Alles sei möglichst wartungsfreundlich konstruiert, ergänzt Cueneyt Uzkan von der winergy group. „Besondere Vorrichtungen helfen den Technikern, ihre Arbeit schnell machen zu können.“

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