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ICE-Verbindung nach Berlin wird gestrichen

Fahrplanwechsel der Bahn ICE-Verbindung nach Berlin wird gestrichen

Schlechte Nachricht für Bahnreisende: Die Bahn will mit dem Fahrplanwechsel Direktverbindungen von Kiel nach Berlin streichen. Auf der Strecke soll künftig ein Eurocity verkehren. Der braucht allerdings 15 Minuten länger als der ICE.

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Die Bahn hat Direktverbindungen von Kiel, Lübeck und Flensburg gestrichen.

Quelle: Jennifer Ruske (Archiv)

Kiel. Die Deutsche Bahn streicht offenbar die einzige ICE-Direktverbindung von Kiel nach Berlin. Ab Mitte Dezember ist die Bundeshauptstadt dann nicht mehr in knapp drei Stunden ohne Umsteigen von der Förde aus zu erreichen. Stattdessen soll morgendlich von Kiel aus ein Eurocity starten, der über Berlin weiter in die tschechische Hauptstadt Prag rollt.

Die Pläne der Bahn stoßen im Norden auf heftige Kritik. Landespolitiker sprechen von einem falschen Signal. Allen voran der Verkehrsminister. „Das schmeckt uns nicht“, bekräftigt Reinhard Meyer (SPD). „Die Deutsche Bahn will mehr Fernverkehrsverbindungen und dann wird ein ICE-Zugpaar in Kiel gestrichen“, sagt Meyer mit Blick auf eine groß angekündigte Fernverkehrsinitiative, mit der die Bahn in den kommenden Jahren eigentlich gegen Autos und Fernbusse punkten will. „Das passt für mich nicht zueinander.“ Der ICE-Ersatz durch einem Eurocity sei kein wirklicher Ersatz, so Meyer. Vor allem, da sich Kiel gemeinsam mit Hamburg um die Olympischen Spiele bewirbt. 

Für die Opposition im Landeshaus ist die Ausdünnung des ICE-Angebots im Norden eine Steilvorlage. „Die rot-grün-blaue Landesregierung muss sich vorwerfen lassen, dass sie das Thema Schienenfernverkehr komplett verschlafen hat“, sagt der FDP-Verkehrspolitiker Christopher Vogt. „Ministerpräsident Albig und Verkehrsminister Meyer werden in Berlin nicht ernst genommen und das bekommt unser Bundesland zu spüren.“

Auch die CDU sieht in der Entscheidung der Bahn eine Blamage für die Landesregierung. Grund dafür sei offensichtlich, dass Albig und Meyer „mehr auf öffentlichkeitswirksame Aussagen in Interviews, als auf konkrete Verhandlungsstrategien mit dem Bund setzen“, sagt CDU-Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp. Er macht innerhalb der Landesregierung vor allem den Streit mit den Grünen für das Fehlen einer verkehrspolitischen Strategie verantwortlich. „Wer keine andere Strategie als Meckern verfolgt, darf sich nicht wundern, wenn die anderen dann Konsequenzen ziehen“, so Arp.

„Deutschland darf nicht in Hamburg enden“, bekräftigt Andreas Tietze, Verkehrspolitiker der Landtagsfraktion der Grünen. „Das kann sich der Norden nicht gefallen lassen.“ Tietze fordert von der Landesregierung, gemeinsam mit der Bahn nach Lösungen zu suchen. Das Ende der ICE-Direktverbindungen schade der Umwelt sowie der Tourismuswirtschaft. „Die ICE-Verbindungen haben viele Menschen aus dem Norden vom Auto auf die Schiene gebracht“, so Tietze.     

Unterdessen teilt die Bahn mit, dass die Verbindungen von und nach Kiel in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden und immer mehr Reisende mit der Bahn im Norden unterwegs seien. Die Gesamtzahl der Verbindungen bleibe auch mit dem neuen Fahrplan erhalten, bekräftigt die Bahn und verweist darauf, dass der künftige Eurocity nach Berlin auch am Wochenende fahre. Grund für die Streichung des ICE nach Berlin sei unter anderem die schrittweise geplante Inbetriebnahme der Neubaustrecke Berlin-Nürnberg. Diese habe Auswirkungen auf den gesamten Fernverkehr in Deutschland.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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