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Grippe droht in Hamburgs Flüchtlingszelten

Impfungen Grippe droht in Hamburgs Flüchtlingszelten

Alljährlich rechnen Gesundheitsexperten mit einer Grippewelle im Winter und empfehlen eine Impfung. Von Ansteckung gefährdet sind in Hamburg vor allem rund 3000 Flüchtlinge in Zelten. Ihnen fehlen noch feste Unterkünfte, Impfstoff ist aber unterwegs.

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Wie hier Samir aus Syrien im Stadtteil Wilhelmsburg sind in Hamburg viele Flüchtlinge nur in Zelten untergebracht. Experten warnen vor der Grippegefahr dort.

Quelle: dpa/Daniel Bockwoldt

Hamburg. Die Hamburger Gesundheitsbehörde ruft in diesem Jahr auch Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen zur Grippeschutzimpfung auf. Es seien dafür 10000 Impfdosen bestellt worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. Ab Anfang November sollen Asylbewerber bei der Erstuntersuchung oder in den Wohneinrichtungen die Möglichkeit bekommen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Derzeit laufen noch die Vorbereitungen. Unter anderem müsse Informationsmaterial in verschiedenen Sprachen vorliegen.

Erkältungen trotz installierter Heizungen

Vor allem Flüchtlinge ohne ein festes Dach über dem Kopf gelten als grippegefährdet. Mehr als 3000 Menschen leben in Hamburg nach offiziellen Angaben in Zelten. Inzwischen wurden alle Behausungen dieser Art mit Heizungen ausgestattet. Aus den Erstaufnahmeeinrichtungen werde in zunehmenden Maße von Erkältungen berichtet, hieß es in einer Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der FDP. Meldepflichtige Grippefälle seien aber nicht darunter gewesen. Die FDP-Abgeordnete Jennyfer Dutschke forderte, die Zelte durch beheizbare Traglufthallen zu ersetzen.

Flüchtlinge in der sogenannten Folgeunterbringung, also mit einer gewissen Bleibeperspektive, sind in Hamburg bei der AOK Bremen/Bremerhaven krankenversichert und können sich bei Ärzten impfen lassen.

Kassen mahnen: "Impfmüdigkeit"

Die Stadt ruft jedes Jahr im November alle Hamburger zur Grippeimpfung auf. Vor allem Ältere und Menschen mit Risikofaktoren sollten sich immunisieren lassen. Unterdessen beklagen Krankenkassen eine generelle „Impfmüdigkeit“ in Deutschland. Nach Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse ging im Jahr 2009 noch jeder fünfte Versicherte zur Grippeimpfung. 2014 sei es nur rund jeder siebte gewesen.

Die Barmer GEK verwies auf eine Empfehlung der EU, wonach sich 75 Prozent der über 60-Jährigen gegen Grippe impfen lassen sollten. „Die vorgesehene Impfquote wird in Deutschland auch in diesem Jahr kaum erreicht, was bedenklich ist“, sagte die Apothekerin der Versicherung, Heidi Günther. Nach Angaben der Barmer GEK sterben in Deutschland im Schnitt 8000 bis 11000 Menschen pro Jahr an der Virus-Erkrankung.

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Flüchtlinge sollen nach dem Willen des Hamburger Justizsenators Till Steffen nicht länger wegen illegaler Einreise nach Deutschland zur Rechenschaft gezogen werden.

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