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Auch Tornados aus Jagel bleiben am Boden

Incirlik in der Türkei Auch Tornados aus Jagel bleiben am Boden

Der Tornado-Einsatz der Bundeswehr gegen die Terrormiliz Islamischer Staat ist wegen eines technischen Defekts an den Aufklärungsflugzeugen vorerst ausgesetzt. Das Problem trat in Deutschland auf und betrifft auch die Flugzeuge aus dem schleswig-holsteinischen Jagel.

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Kein Start derzeit in Incirlik: Die deutschen Tornados, die auch aus dem schleswig-holsteinischen Jagel in die Türkei geflogen sind, haben technische Probleme.

Quelle: Falk Bärwald/dpa

Incirlik/Berlin. Seit Donnerstag stehen die derzeit modernsten Tornado-Kampfjets der Bundeswehr am Boden. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, gab es am Donnerstag von Seiten der Industrie eine Warnung über einen technischen Mangel an einem Bauteil der gerade modernisierten Jets der Version ASST A3.

„Um jedwede Gefährdung für Personen und Material auszuschließen, wurde der Flugbetrieb mit den Luftfahrzeigen, die von diesem Problem betroffen sind, ausgesetzt“, so heißt es in der Mitteilung. Betroffen sind auch die Maschinen, die zum Anti-Terroreinsatz im türkischen Incirlik stationiert sind. Zuvor hatte der verteidigungspolitische Blog „Augen geradeaus!“ darüber berichtet.

Mangel trat in Deutschland auf

Der Mangel wurde bei einem Tornado in Deutschland bemerkt, wo die Jets auf den Fliegerhorsten in Jagel und Büchel fliegen. Welcher Standort genau betroffen war, wurde vom Verteidigungsministerium aber nicht mitgeteilt. In Jagel sind derzeit 24 Tornado-Jets stationiert.

Fast jeder zweite Tornado ist offenbar außer Betrieb. Es sind die 39 modernsten der insgesamt 85 „Tornados“ der Bundeswehr betroffen, wie ein Sprecher der Luftwaffe am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Darunter sind auch die sechs Maschinen, die im türkischen Incirlik als Aufklärungsflugzeuge für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat stationiert sind. Wie lange die Lösung des Problems dauern wird, konnte der Sprecher nicht sagen.

Schraube locker?

Nach dpa-Informationen handelt es sich bei der Panne um lockere Schrauben an einem Bildschirm im Cockpit der modernsten „Tornado“-Version ASST A3. Betroffen sind die Jets mit der zurzeit modernsten Software-Ausstattung. Die Luftwaffe lässt die letzten 85 Jets diesen Typs im Rahmen einer Modernisierung seit 2014 mit dem neuen „Betriebssystem“ ASST A3 ausstatten. Die Abkürzung steht für Avionics System Software AdA 3. Für mehrere Millionen Euro wurden Soft- und Hardwareanpassungen an Computern, Radargeräten, Funkanlagen und Bewaffnungssystem der rund 30 Jahre alten Jets vorgenommen.

Durch diese auch als „Digitalisierung“ bezeichnete Modernisierung sollten die Besatzungen in die Lage versetzt werden, auch an vernetzten Luftkampfoperationen mit Jets aus anderen Nato-Staaten teilnehmen zu können. Die ersten Jets mit diesem System kamen im April in den Einsatz und gehören heute zum Taktischen Luftwaffengeschwader 51 in Jagel. Zwischen 1981 und 1992 hatte die Bundeswehr 357 „Tornados“ angeschafft. Inzwischen ist der Bestand – auch wegen der Beschaffung der moderneren „Eurofighter“-Jets – deutlich verkleinert worden.

Mit dpa

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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