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Situation in den Erstaufnahmen weitgehend friedlich

Innenminister Studt Situation in den Erstaufnahmen weitgehend friedlich

Die räumliche Enge führt auch in Schleswig-Holsteins Flüchtlingsunterkünften zu Spannungen. Trotzdem geht es dort laut Innenminister Studt relativ friedlich zu. In der zweiten Septemberhälfte registrierte die Polizei 17 Körperverletzungen.

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Die Situation in Schleswig-Holsteins Flüchtlingsunterkünften ist nach Einschätzung von Innenminister Stefan Studt (SPD) und der Polizei weiter vorwiegend friedlich.

Quelle: Can Merey/dpa

Kiel. Die Situation in Schleswig-Holsteins Flüchtlingsunterkünften ist nach Einschätzung von Innenminister Stefan Studt (SPD) und der Polizei weiter vorwiegend friedlich. In der zweiten Septemberhälfte gab es demnach 17 Körperverletzungen. „Insgesamt ist die Lage in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes vergleichsweise ruhig“, sagte Studt der Deutschen Presse-Agentur. „Es herrscht eine freundliche und gewaltfreie Stimmung. Größere Konflikte sind bislang ausgeblieben.“

Studt betonte, „wo es Spannungen gibt, sind diese eher den mitunter ungünstigen Rahmenbedingungen als ethnischen oder nationalen Konflikten geschuldet“. Die Polizei sei jeweils eingeschritten, wenn es zu Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen gekommen sei. „Dazu gehört selbstverständlich auch das Schreiben von Anzeigen.“ Grundsätzlich seien die Beamten vor Ort angehalten, in Konfliktsituationen deeskalierend auf die Menschen einzuwirken.

Die Polizei teilt Studts Einschätzung der Gründe für Rangeleien. „Ursache sind eher räumliche Enge, Überbelegung und Spannungen bei Abläufe wie der Essensausgabe als ethnische, religiöse oder nationale Konflikte“, sagte Sprecher Matthias Glamann. Deshalb solle räumliche Enge bereits bei der Suche Objekten und dann bei deren späterer Einrichtung soweit wie möglich vermieden werden. „Auch vor dem Hintergrund der Entlastung der angespannten Situation in Neumünster werden weitere Unterkünfte eingerichtet beziehungsweise bestehende aufgestockt.“

Die Zahl der Flüchtlinge steigt indes immer weiter. Allein seit Anfang Oktober kamen 3900 Flüchtlinge nach Schleswig-Holstein. Zum Vergleich: Im gesamten vergangenen Jahr waren es 7600. Die Landesregierung rechnet damit, dass es bis zum Jahresende mehr als 50 000 werden können.

Nach Polizeiangaben finden Streitigkeiten in den Erstaufnahmen ihren Ausgang meist in Prozessen wie der Essens- oder Taschengeldausgabe. Sexuelle Gewalt spielt dagegen eher eine untergeordnete Rolle. „Die Anzeigen wegen sexueller Übergriffe befinden sich im unteren einstelligen Bereich“, sagte Glamann. Noch seien die Ermittlungen in diesen Fällen aber nicht abgeschlossen. Die Behörden brächten allein reisende Frauen und Männer getrennt unter. In großräumigen Unterbringungen gebe es zumindest Abtrennungen.

Nach Einschätzung Glamanns wirkt sich die Polizeipräsenz an den Erstaufnahmen positiv auf die Sicherheitslage aus. In der Erstaufnahme in Neumünster sind bis zu 20 Beamte im Einsatz.

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