25 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
107 Verkehrstote in Schleswig-Holstein

Verkehrsstatistik 2015 mit Grafiken 107 Verkehrstote in Schleswig-Holstein

Schlechte Nachrichten von den Straßen in Schleswig-Holstein: 2015 zählte die Polizei so viele Verkehrsunfälle wie zuletzt vor sechs Jahren. Auch die Anzahl der Verletzten stieg erneut. Beunruhigend ist die Entwicklung auf den Autobahnen im Land: Hier wurden über 20 Prozent mehr Unfälle registriert als noch 2014.

Voriger Artikel
Streit um deutsche Ortsnamen in Dänemark schwelt
Nächster Artikel
Pioniere der kulturellen Bildung

107 Menschen kamen 2015 auf den Straßen des Landes ums Leben.

Quelle: Julian Stratenschulte

Kiel. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten, die auf einen der niedrigsten Werte gesunken ist, der in Schleswig-Holstein jemals registriert worden ist. 107 Menschen kamen 2015 auf den Straßen des Landes ums Leben – 14 weniger als noch 2014.  „Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, sagte Studt. „Angesichts von 107 getöteten Menschen verbieten sich jedoch Jubelmeldungen.“

Sieben Prozent mehr Unfälle

Auch die Entwicklung bei den Verkehrsunfällen insgesamt ist alles andere als erfreulich, die auf 85220 anstieg – ein Plus von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 16409 Menschen wurden dabei verletzt, 2,4 Prozent mehr als zuvor. Insgesamt seien dies die höchsten Werte seit sechs Jahren, Schleswig-Holstein liege sogar leicht über dem Bundestrend, betonte der Minister. Auffällig sei, dass insbesondere die Anzahl der Unfälle außerhalb geschlossener Ortschaften und auf den Autobahnen gestiegen sei.

unfalltote, schleswig-holstein, statistik
Create your own infographics

2015 ereigneten sich laut Landesstatistik auf den Autobahnen mit 4675 Verkehrsunfällen mehr als 20 Prozent mehr Karambolagen als im Vorjahr. Dabei wurden 1198 Verkehrsteilnehmer  verletzt, eine Zunahme von 19 Prozent im Vergleich zu 2014. Sechs Menschen wurden getötet. Die regen Bautätigkeiten auf den Autobahnen haben laut Innenministerium negative Auswirkungen auf die Unfallzahlen. In der Regel seien die Unfallfolgen in den Bauabschnitten geringer, weil hier niedrigere Geschwindigkeiten gefahren würden. Auf den unbeschränkt befahrbaren Abschnitten sei dagegen ein Anstieg bei den Verletzten festzustellen.

Vorfahrt, Abbiegen, Geschwindigkeit

Die Hauptunfallursachen sind die  „Missachtung der Vorfahrt“ (4521 Fälle, plus 388), „Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren“ (4403 Fälle, plus 45) sowie „Nicht angepasste Geschwindigkeit“ (3680 Fälle, plus 228). An vierter Stelle steht der ungenügende Sicherheitsabstand (2281 Fälle, plus 40). Alkohol und andere berauschende Mittel folgen mit 1497 Fällen auf Rang fünf.

unfall, statistik, verkehr
Create pie charts

Weiterer Blitzmarathon geplant

„Es ist dringend geboten, dass die Polizei weiterhin die Verkehrssicherheitslage sorgfältig analysiert und gezielt die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer gewährleistet“, betonte Studt und sagte zu, die Verkehrsüberwachung strukturell weiter zu stärken. So solle unter anderem der Einsatz von Videowagen auf den Autobahnen besser organisiert werden. Auch ein Blitzmarathon ist für 2016 wieder geplant. Studt appellierte zugleich an die Verkehrsteilnehmer, sich im Straßenverkehr verantwortungsbewusster zu verhalten: „Wer rast und drängelt, wer ohne Gurt fährt und am Steuer telefoniert, gefährdet sich und andere akut. Das ist nicht tolerierbar.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

Das THW-Magazin

Erfahren Sie mehr!
Einblicke hinter die
Kulissen des THW-Kiel

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Kommentar

Mehr Unfälle, mehr Verletzte – an der Verkehrsstatistik 2015 gibt es nichts zu beschönigen. Zwar kann Innenminister Stefan Studt hervorheben, dass die Anzahl der Verkehrstoten gesunken ist. Nur: Dies ist bestenfalls glücklicher Zufall, definitiv kein Indikator, der für mehr Verkehrssicherheit im Land spricht.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3