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Immobilienpreise stiegen um 35 Prozent

Interaktive Grafik Immobilienpreise stiegen um 35 Prozent

Die Immobilienpreise in vielen Städten Schleswig-Holsteins klettern weiter in die Höhe – und das zum Teil in schwindelerregendem Tempo. Dies zeigt eine Auswertung der am Dienstag von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen (LBS) veröffentlichten Übersicht „Markt für Wohnimmobilien“.

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Wohnen im Stadtzentrum wird immer begehrter: Blick auf die aktuelle Innenstadtbaustelle Alte Feuerwache in Kiel.

Quelle: Ulf Dahl (Symbolbild)

Kiel. Danach hat sich in Kiel der Quadratmeterpreis für gebrauchte Eigentumswohnungen im unteren Segment innerhalb eines Jahres von 1400 auf 1800 Euro erhöht – ein Anstieg von knapp 30 Prozent. Im mittleren Preisbereich verzeichnet die LBS sogar ein Plus von 35 Prozent: von 1700 auf 2300 Euro. Bei teureren Wohnungen in gesuchten Lagen fiel der Anstieg mit gut fünf Prozent (von 3600 auf 3800 Euro) zwar deutlich moderater aus, doch auch hier ist der Aufwärtstrend ungebrochen – obwohl beispielsweise der Maklerverband IVD Nord für dieses Segment seit zwei Jahren immer wieder das Ende der Fahnenstange vorhersagt.

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Eine anhaltend kräftige Nachfrage treibt in der Landeshauptstadt auch die Preise für Eigenheime und Reihenhäuser nach oben (siehe Tabelle.) Auch in Lübeck, Eckernförde oder Norderstedt hat sich der Eigentumserwerb zum Teil deutlich verteuert. Flensburg, Neumünster und Rendsburg hingegen verzeichnen nur moderate Anstiege, in einigen Bereichen sogar leichte Preisrückgänge.

Hier sehen Sie die Immobilienpreise im Vergleich:


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Als Gründe für die Verteuerungen nennt Wolfgang Ulrich von der LBS Schleswig-Holstein die anhaltend niedrigen Kreditzinsen und fehlende Anlagealternativen für Investoren: „Die steigende Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot.“ Obwohl die Bautätigkeit etwa in Kiel deutlich an Fahrt gewonnen habe, klettern auch die Preise für neue Immobilien. Preistreiber sind hier nach Angaben Ulrichs jedoch auch die deutlich gestiegenen Kosten durch strengere Energiesparverordnungen. Pauschale und extreme Angaben zu Preissteigerungen seien jedoch immer problematisch: „Wir müssen die Marktsegmente sehr differenziert betrachten.“ Hochwertige Objekte in gesuchten Lagen seien inzwischen so teuer, dass es kaum noch Luft nach oben geben. Für Neubauten in begehrtem Umfeld, wie etwa der Alten Feuerwache in Kiel, würden regelmäßig bereits Quadratmeterpreise von 4000 Euro aufgerufen.

Keine drohende Blasenbildung

Auch der IVD Nord beobachtet eine weiter wachsende Nachfrage und anziehende Preise, hält Steigerungen von 30 Prozent jedoch eher für Ausreißer: „Fünf bis zwölf Prozent innerhalb eines Jahres, das sind Zahlen, die wir für Kiel bestätigen können“, sagt Sprecher Peter Wagner. Konkrete Fallzahlen, die der Studie zugrunde liegen, kann die LBS auf Nachfrage nicht nennen.

Obwohl die Preise seit fünf Jahren klettern, sehen weder LBS noch IVD Anzeichen für eine drohende Blasenbildung. „Der Blick auf die Preise in den Nachbarländern bestätigt, dass bei uns nach wie vor gute Kaufbedingungen herrschen“, heißt es in der LBS-Untersuchung. Im Bundesdurchschnitt rechnen die Landesbausparkassen auf allen Teilmärkten mit einer weiter wachsenden Nachfrage: „Da das Angebot an Gebrauchtobjekten immer knapper wird und der Neubau erst perspektivisch Entlastung verspricht, gehen wir von weiteren Preissteigerungen aus.“

Bundesweit bleiben die Unterschiede enorm. Gebrauchte, frei stehende Einfamilienhäuser in München seien mit einer Million Euro mehr als zehnmal so teuer wie in einzelnen ostdeutschen Mittelstädten. Dort markierten die Lutherstadt Eisleben und Annaberg in Sachsen mit 55 000 und 60 000 Euro das untere Ende der Preisskala.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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