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"Offshore war Motor für Modernisierung"

Bürgermeister von Helgoland "Offshore war Motor für Modernisierung"

Erste Offshore-Serviceinsel der Welt, so nennt sich Helgoland seit 2011. In diesem Frühjahr ging auch der letzte von drei Windparks vor dem Roten Felsen ans Netz. Doch haben sich die wirtschaftlichen Hoffnungen erfüllt? Der Bürgermeister Insel, Jörg Singer, im Interview.

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Windräder, so weit das Auge reicht: Die Offshore-Windparks vor Helgoland sind gigantisch.

Quelle: Wolfhard Scheer/dpa

Helgoland. Seit fünf Jahren ist Helgoland Stützpunkt für drei Windparks, die nahe der Hochseeinsel gebaut wurden. Der Energieversorger E.ON errichtete „Amrumbank West“, RWE „Nordsee Ost“ und WindMW „Meerwind Süd/Ost“. Nach schwierigen Jahren erhoffte sich die Gemeinde einen kräftigen Schub für die Wirtschaft. Viele Millionen wurden in einen neuen Servicehafen investiert. Doch beim Ausbau der Windenergie auf See gab es auch immer wieder Probleme. Helgolands Bürgermeister Jörg Singer spricht von einer „mutigen Entscheidung“ für Offshore und freut sich für die Hochseeinsel.

Hat Offshore für Helgoland den erhofften Aufschwung gebracht?

Definitiv, es gibt nur positive Entwicklungen. Es sind neue Arbeitsplätze entstanden. Wir haben 200 Menschen, die permanent auf Helgoland arbeiten – im Wechsel. Dazu kommen noch mal 40 bis 60 Menschen, die fest auf der Insel arbeiten, das sind dann auch Helgoländer. Sie arbeiten in der Logistik.

Foto: Stolz auf seine Entscheidung pro Offshore: Helgolands Bürgermeister Jörg Singer.

Stolz auf seine Entscheidung pro Offshore: Helgolands Bürgermeister Jörg Singer.

Quelle: Marcus Brandt/dpa

Der Einkommenssteueranteil ist um 40 Prozent gewachsen. Wir haben 25 Prozent mehr investiert. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger hat sich mehr als halbiert. Die Einwohnerzahlen sind auch gestiegen. Die Übernachtungen sind um 30 Prozent gewachsen, die Betten sind ganzjährig besser ausgelastet. Offshore war der Motor für eine umfassende Modernisierung, einen Strukturwandel.“

Wie hat sich die Haushaltsfinanzlage verändert? Sie hatten ja auch auf die Gewerbesteuer gesetzt.

Sie ist noch nicht rosig, aber sie ist jetzt sehr solide. Wir hatten 2014 rund 24.000 Euro Schulden pro Einwohner, jetzt sind es noch 12.000 Euro – wir haben die Schulden also halbiert. Wir haben das Haushaltsergebnis vervierfacht. Wir können uns also relativ schnell entschulden und Investitionen in den Tourismus auch selber tätigen. Wir haben mit den Offshore-Unternehmen Verträge für 25 Jahre gemacht – von daher ist die langfristige Finanzlage ganz gut.

Macht es Ihnen keine Sorge, dass mit der Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von der Bundesregierung beschlossen wurde, den Windkraft-Ausbau zu drosseln?

Nein, weil die Verträge Bestand haben. Die Investitionsentscheidung der drei Windparkbetreiber und der Helgoländer fiel ja schon 2012. Wir haben Glück gehabt, wir waren mutig, weil wir relativ schnell entschieden haben. Wir haben unsere Chance genutzt.

Sehen die Helgoländer das auch so positiv? Es gab ja viele Bedenken – gerade im Hinblick auf das Naturparadies Helgoland und den Tourismus?

Das ist weniger geworden. Aber natürlich gibt es auch immer noch Helgoländer, die sagen, ihnen passt das nicht.

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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