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Irisches Forschungsschiff vor Schleswig-Holstein

Ostseeküste Irisches Forschungsschiff vor Schleswig-Holstein

Die "Celtic Explorer" ist das größte Forschungsschiff von Irland. In dieser Woche kreuzt das Schiff entlang der Ostseeküste von Schleswig-Holstein. Dabei ist die irische Crew im Auftrag der deutschen Wissenschaft im Einsatz.

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Die "Celtic Explorer" aus Irland ist vor Schleswig-Holstein im Einsatz.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die in Galway an der Westküste Irlands beheimatete "Celtic Explorer" gechartert. Die deutsche Behörde absolviert mit dem Schiff seit dem 3. August die 19. Gesamtaufnahme der Nord- und Ostsee. Dabei werden auf einer 4000 Seemeilen langen Fahrt entlang der deutschen Küsten Daten gesammelt, die Veränderungen zum Zustand der Meere dokumentieren sollen.

Laut BSH sind zwölf deutsche Wissenschaftler an Bord. Sie nehmen entlang der Route an 100 Positionen Wasserproben und ozeanographische sowie meereschemische Daten. Ziel sei es, Daten über Temperatur, Salzgehalt und Dichte des Seewassers zu dokumentieren, heißt es in der Mitteilung des BSH. Mit den Messungen sollen auch die optischen Sensoren der bislang eingesetzten Satelliten überprüft und validiert werden.

Früher war die "Gauss" dafür im Einsatz

Früher wurden die Messfahrten mit dem BSH-eigenen Forschungsschiff "Gauss" gemacht. Das 1980 bei der Schlichting-Werft in Travemünde gebaute Schiff wurde jedoch aus Kostengründen 2006 an eine niederländische Offshore-Firma verkauft. Seitdem fährt es als "Fugro Gauss" für private Offshore-Firmen und erkundet Baufelder für Windparks sowie die Öl- und Gasindustrie.

Seit 1980 hatte die "Gauss" bei 468 Einsätzen und über 707.000 Seemeilen für das BSH zurückgelegt. Die Betriebskosten des in Deutschland registrierten und mit deutschen Seeleuten besetzten Schiffes betrugen rund drei 3,3 Millionen Euro jährlich. Um die Kosten im Haushalt des Bundes zu reduzieren, wurde das Schiff verkauft. Als Ersatz wird jetzt regelmäßig die "Celtic Explorer" aus Irland gechartert. 

Forschungsfahrten auch bei schwerem Seegang möglich

Die 65 Meter lange und 2425 BRZ große "Celtic Explorer" wurde in Norwegen konstruiert und 2002 bei der Damen Werft in den Niederlanden für das Irische Marine Institute gebaut. Es ist optimiert für Forschungsfahrten auch bei schwerem Seegang. Zudem ist die "Celtic Explorer" ausgerüstet für Forschungsfahrten in arktische Gewässer und alle Randmeere Europas.

In der Nacht zum Dienstag begann die "Celtic Explorer" in der Kieler Bucht mit Messungen. Am Sonnabend endet der Einsatz für das BSH in Kiel. Danach fährt die "Celtic Explorer" nach Irland zurück und beginnt kommende Woche eine Forschungsfahrt in die Keltische See.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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