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Viele Imker lassen Honig testen

Jakobskreuzkraut im Norden Viele Imker lassen Honig testen

Die Geschichte des Berufsimkers aus Windeby, der 1300 Pfund Sommerhonig vernichten musste, ist offenbar kein Einzelfall. Kollegen im ganzen Land sind verunsichert. Der Grund: Seine Bienen waren vor allem auf Jakobskreuzkraut geflogen, sodass der Honig am Ende zu stark mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet war.

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Bienen sind fleißig, trotzdem fällt in diesem Sommer der Ertrag geringer aus.

Quelle: Frank Peter

Stockelsdorf. Der Windebyer Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Nachdem sich abzeichnet, dass der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlene Richtwert von 140 Mikrogramm an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) pro Kilogramm Honig von vielen Laborproben der Sommerernte überschritten wird, fragen sich nun viele Bienenhalter, ob sich die zweite Schleuderung nach der Frühjahrstracht überhaupt noch lohnt.

Große Nachfrage, aber geringer Anteil

Wegen der großen Nachfrage nach der von der Stiftung Naturschutz angebotenen kostenlosen Laborprüfung hat das Agrarministerium nochmals Mittel zur Verfügung gestellt. Bis zum 23. September können Imker sich unter Tel. 0431/21090314 oder per Mail an Janna.Ruge@stiftungsland.de anmelden. Nach Auskunft von Nicola Brockmüller von der Stiftung Naturschutz haben sich zu den 200 Imkern, die bereits Honigproben ins Labor gegeben haben, bis jetzt 50 Nachrücker gesellt. Damit lassen nicht einmal zehn Prozent der landesweit 3000 Imker ihren Honig testen.

Anke Last, Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer und Hamburger Imker, mahnt zur Sachlichkeit. „Wer seinen Honig nicht untersuchen lässt, sollte keinesfalls in die Schmuddelecke gestellt werden.” PA seien schon immer im Sommerhonig gewesen. Dies sei früher aber nie geprüft worden. Wer unsicher sei, sollte eben nur noch Frühjahrshonig essen. „Ich möchte nicht missverstanden werden. Auch ich bin gegen Gift im Honig.“?

Jakobskreuzkraut bei der Stiftung Naturschutz?

Mit rund 34000 Hektar ist die Stiftung selbst einer der größten Flächeninhaber des Landes. Der Dänischenhagener Imker Axel Fischbach kritisiert, dass gerade auf diesen Flächen viel JKK wachse und die Stiftung zu wenig dagegen unternehme. Brockmüller betont dagegen, dass nur auf 3100 Hektar JKK vorkomme und auf 1200 Hektar dagegen vorgegangen werde. Man verzichte bewusst auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Diese könnten nicht nur ins Grundwasser, sondern auch in den Honig gelangen.

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Foto: Ein Jammer: Mit diesem Honig wird jetzt eine Biogasanlage gefüttert. Der finanzielle Verlust des Imkers liegt bei mindestens 5000 Euro.

Honig gilt als gesundes Lebensmittel. Doch dem Berufsimker Harald Jazdzejewski ist der Appetit auf seinen eigenen Sommerhonig vergangen. Er wird seine diesjährige Ernte von rund 1300 Pfund vernichten, beziehungsweise in eine Biogasanlage kippen lassen.

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