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Der Januar endet stürmisch

Wetter Der Januar endet stürmisch

Sehr nass, mild und sonnenarm - so war der Januar 2016 in Schleswig-Holstein. Zum Monatsende wird sich daran wenig ändern. Orkantief "Marita" ist im Anmarsch.

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In Hamburg und Schleswig-Holstein ist der Januar 2016 insgesamt sehr nass, mild und sonnenarm gewesen.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Kiel. Der Januar 2016 hat in Deutschland riesige Temperaturunterschiede und reichlich Niederschlag gebracht, und er war insgesamt milder als üblich. Im Bundesdurchschnitt war der Monat 1,7 Grad wärmer als im Mittel der internationalen Vergleichsperiode von 1961 bis 1990, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in seiner vorläufigen Monatsbilanz mitteilte. Mit rund 82 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel etwa ein Drittel mehr als üblich.

Ungewöhnlich war die tagelange Zweiteilung des Wetters zu Beginn des Monats: Während im Nordosten bittere Kälte herrschte, war es im Südwesten um bis zu 20 Grad milder. Später konnte sich die Kaltluft vorübergehend in ganz Deutschland durchsetzen, und die Wintersportgebiete bekamen endlich den ersehnten Schnee. Über frisch gefallenem Schnee sanken die Temperaturen weit unter den Gefrierpunkt. Das bayerische Oberstdorf meldete am 18. Januar minus 23,5 Grad. Im letzten Monatsdrittel gewann wieder milde Luft aus Südwesten die Oberhand — am 23. traf Regen auf den gefrorenen Böden, Glatteis war die Folge. In Geilenkirchen nördlich Aachen zeigte das Thermometer am 25. Januar 18,3 Grad plus.

Mit der Temperaturabweichung nach oben setzte sich im Januar der Trend fort — das Jahr 2015 war in Deutschland das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen, November und Dezember stellten ebenfalls Rekorde auf.

Das Wetter in Norddeutschland

In Hamburg erreichten die Temperaturen durchschnittlich 1,0 Grad, teilte der Deutsche Wetterdienst am Freitag in seiner vorläufigen Monatsbilanz mit. Damit war es im Januar doppelt so warm wie im Durchschnitt der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990. Mit rund 70 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fiel in der Hansestadt zudem fast 10 Liter mehr Regen als üblich. Was die Sonnenscheindauer angeht, müssen sich die Hamburger wohl damit abfinden, dass ihre Stadt mit nur 25 Sonnenstunden das bundesweite Schlusslicht bildet.

Auch in Schleswig-Holstein ist der mild-nasse Trend spürbar, wenn auch nicht ganz so stark. Hier betrug die Durchschnittstemperatur im Januar 0,7 Grad, 0,4 Grad über dem üblichen Wert. Die Niederschlagsmenge erreichte ein Mittel von rund 60 Litern pro Quadratmeter, was immerhin 4 Liter unter dem Schnitt der Referenzperiode liegt. Verglichen mit dem Wert von Hamburg schien die Sonne hier mit rund 40 Stunden zudem etwa 15 Stunden länger.

Mit -0,6 Grad ist Mecklenburg-Vorpommern im Januar 2016 das kälteste Bundesland gewesen. Die eisigste Tagestemperatur meldete am 5. Januar die Station Feldberg mit -10,3 Grad, südöstlich von Neubrandenburg, teilte der Deutsche Wetterdienst am Freitag in seiner vorläufigen Monatsbilanz mit. Zudem gehörte Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 50 Litern Niederschlag pro Quadratmeter zu den Bundesländern mit vergleichsweise wenig Regen. Die Sonnenscheindauer überstieg hier mit 55 Stunden den Bundesdurchschnitt um ganze 7 Stunden.

Orkantief „Marita“ im Anmarsch

Stürmisch, nass und mild verabschiedet sich der Januar aus Deutschland. Orkantief „Marita“ zieht von Schottland Richtung Norwegen und bringt stürmisches Wetter mit viel Regen. Am Sonabend seien bis ins Flachland Böen der Stärke 9 zu erwarten, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag. Auf den Bergen fegt der Wind mit Böen der Stärke 12. Dazu regnet es vielerorts bei sieben bis zwölf Plusgraden. Im Südwesten sind am Sonnabend auch 15 Grad möglich.

Am Sonntag lässt der Sturm dem DWD zufolge nach, es regnet aber weiter, und wird ein wenig kühler. In Kammlagen der östlichen Mittelgebirge kann es auch etwas schneien. Schon am Montag erwarten die Meteorologen das nächste Tief vom Atlantik.

Eine Rückkehr des Winters ist aber frühestens Mitte der Woche möglich, wenn die Temperaturen deutlich sinken und nicht mehr zweistellige Werte erreichen. Auf den Bergen werde es dann wieder schneien, sagte Trippler. Im Flachland sei nasskaltes Wetter angesagt, „für eine geschlossene Schneedecke wird es meist jedoch nicht reichen.“

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