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Jeder Dritte hat Angst vor Altersarmut

Renten-Studie Jeder Dritte hat Angst vor Altersarmut

85 Prozent der Schleswig-Holsteiner im Ruhestand bezeichnen sich als glücklich. Das ist bundesweit der höchste Wert. Doch eine repräsentative Studie der Axa-Versicherung zeigt auch, dass immer mehr Bürger die Angst vor Altersarmut umtreibt.

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85 Prozent der Ruheständler erwarten, dass sich bereits in der nächsten Rentnergeneration die finanzielle Situation verschlechtern wird.

Quelle: Siewert Falko/dpa (Symbolfoto)

Kiel. Bei jedem zweiten Rentner und bei Zweidrittel der Erwerbstätigen hat diese Angst deutlich zugenommen. Die Studie belegt: Die Rentner im Norden leben unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. 29 Prozent der Befragten geht es im Ruhestand besser als vorher. Für immerhin 35 Prozent ist die Lage gleich geblieben. Doch für 48 Prozent, also fast die Hälfte, hat sich die Lebensqualität durch den Renteneintritt spürbar verschlechtert. Bei denen, die noch im Berufsleben stehen, fürchten immerhin 44 Prozent solch eine Verschlechterung. Für Reiner Heyse vom „Seniorenaufstand“, der von Schleswig-Holstein aus für eine Umkehr in der Rentenpolitik kämpft, besteht die Sorge zu Recht: „Immer mehr Bürgern wird klar, dass das Rentenniveau durch Gesetze innerhalb von 30 Jahren um über 25 Prozent planmäßig abgesenkt wird.“

 85 Prozent der Ruheständler und 79 Prozent der Erwerbstätigen erwarten, dass sich bereits in der nächsten Rentnergeneration – also bei den heute etwa 50-Jährigen – die finanzielle Situation verschlechtern wird. Bei mehr als jedem Zweiten ist Altersarmut im Bekanntenkreis ein Thema. Jeder dritte Befragte fürchtet, selbst irgendwann dazuzugehören. Für Reiner Heyse ist das „ein berechtigtes Alarmsignal“. Einer aktuellen Bertelsmann-Studie zufolge ist heute etwa jeder sechste Ruheständler von Altersarmut betroffen.

 Extrem gering ist die Zuversicht, dass der Staat noch für eine sichere, auskömmliche Rente sorgt: 76 Prozent der Rentner und 68 Prozent der Erwerbstätigen haben das Vertrauen in die Politik beim Thema Altersvorsorge verloren. Allerdings führt das nur teilweise zu einer verstärkten Eigeninitiative. 54 Prozent bekennen, dass sie noch nicht ausreichend für ihr Alter vorgesorgt haben. 55 Prozent sind dazu grundsätzlich bereit und geben bis zu 200 Euro im Monat dafür aus. Doch bei vielen Erwerbstätigen ist das Einkommen so gering, dass sie gar nichts oder nicht so viel wie geplant für die Altersvorsorge abzweigen. 45 Prozent zweifeln inzwischen, ob private Vorsorge überhaupt noch sinnvoll ist. Die aktuell niedrigen Zinsen heizen diese Skepsis noch an.

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Natürlich finanziert eine Versicherung nicht aus Mitmenschlichkeit, sondern aus Eigeninteresse eine Untersuchung zur Altersvorsorge: Das Image der Versicherungswirtschaft ist angeschlagen, die Niedrigzinspolitik beeinträchtigt die Geschäfte deutlich, da muss man neue Kunden akquirieren.

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