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Zwei weitere Kadaver gefunden

Bergung der Pottwale Zwei weitere Kadaver gefunden

Nach dem Fund von acht toten Pottwalen im Wattenmeer vor Dithmarschen sind am Mittwoch zwei weitere Kadaver nordwestlich von Büsum gesichtet worden. Fünf der acht entdeckten Wale seien geborgen worden, teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein am Abend mit.

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Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz haben am Mittwoch mit der Bergung der acht im Wattenmeer vor Dithmarschen entdeckten Pottwalkadaver begonnen.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kaiser-Wilhelm-Koog . Die restlichen drei sollen am Donnerstag an Land gezogen werden. Mit den Tieren vor Büsum sind nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer seit dem 8. Januar 27 junge Pottwale in der südlichen Nordsee umgekommen: 16 in Deutschland, sechs in den Niederlanden und fünf in England.

Der Tod vieler Pottwale in der Nordsee innerhalb kurzer Zeit stellt Wissenschaftler vor ein Rätsel. Zunächst bleibt nur die Trauer über den Verlust der Meeresgiganten. Und die Beseitigung der Kadaver. Die Sonne strahlt, ein frischer Wind bläst vom Meer her und über den Salzwiesen kreist majestätisch ein Seeadler: Der Nationalpark Wattenmeer zeigt sich von seiner besten Seite. Die Stimmung der Menschen am Strand ist am Mittwoch trotzdem gedrückt, denn zwei Kilometer vom Deich entfernt liegen im Watt acht tote Pottwale.

„Es ist der größte je in Schleswig-Holstein gemachte Fund von Pottwalen“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) haben mit der Bergung der Kadaver begonnen.

Hier sehen Sie Bilder von den gestrandeten Pottwalen vor Dithmarschen.

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„Für mich als Mensch ist es einfach ein verstörender Anblick, diese großen Säuger so zu sehen“, sagte Habeck. „Wale sind Sinnbild des Naturschutzes, damit begann quasi das Erwachen, das Besinnen, dass wir uns um unsere Umwelt kümmern müssen — und jetzt liegen diese großen Säuger massenweise verendet vor unserer Küste.“

Ein Spaziergänger auf Kaiser-Wilhelm-Koog hatte die acht Meeressäuger am Sonntagabend entdeckt. Als sie strandeten, lagen sie direkt als Gruppe zusammen, sagte Hendrik Brunckhorst von der Nationalparkverwaltung. „In drei Fällen direkt Tier an Tier - geradezu rührend nebeneinander.“

Mittlerweile haben Wind und Wellen die Tiere etwas auseinander driften lassen. Doch die Gefühle der Menschen bei ihrem Anblick bleiben: „Wenn man sich den toten Tieren nähert, ist das ein beklemmendes Gefühl“, sagt LKN-Direktor Johannes Oelerich. „Zum Teil sind sie noch lebendig hergekommen, sind hier gestorben — das geht ans Herz.“

Warum die Wale überhaupt ins Wattenmeer geschwommen sind, ist bislang unbekannt. Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Theorien — eben Theorien — beginnend von Magnetstörungen, weil die Sonneneinstrahlungen sich geändert habe, über von Menschen verursachte Störungen wie Sprengung, Rammung oder Ölförderung per Fracking in der Tiefsee, bis hin zur Aussage, es gebe immer mehr Pottwale, und die hätten sich einfach verschwommen.

„Bislang gibt es jedoch keine Antwort“, sagte Habeck. Deshalb sei Schleswig-Holsteins Expertin für Meeressäuger, die Büsumer Prof. Ursula Siebert von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, mit der Untersuchung der Tiere beauftragt worden. „Wenn Ergebnisse vorliegen, werden wir sie vorstellen“, sagte Habeck.

Inzwischen wurde ein weiterer verendeter Wal auf einer Sandbank nordwestlich von Büsum entdeckt. „Ich fahre trauriger hier weg, als ich heute morgen aufgestanden bin“, sagte Habeck.

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