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Gestrandete Pottwale geborgen

Kaiser-Wilhelm-Koog Gestrandete Pottwale geborgen

Eine tonnenschwere Herausforderung: Mit einer Raupe bringen Experten die acht vor Kaiser-Wilhelm-Koog gestrandeten Pottwale an Land, die Zerlegung beginnt — die zwei Kadaver vor Büsum müssen noch warten.

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Die gestrandeten Pottwale konnten am Donnerstag geborgen werden.

Quelle: Christian Charisius/ dpa

Kaiser-Wilhelm-Koog. Sämtliche vor Kaiser-Wilhelm-Koog verendeten Pottwale sind an Land gezogen worden. Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) hätten die Kadaver mit einer Raupe an den Fuß des Deiches gezogen, sagte LKN-Sprecher Hendrick Brunckhorst am Donnerstag. Fünf der acht toten Riesen konnten so bereits am Mittwoch aus dem Watt vor Dithmarschen geborgen werden.

Ein 15 Tonnen schwerer Kadaver aus Kaiser-Wilhelm-Koog wurde bereits per Tieflader zum Meldorfer Hafen gebracht. Weitere der am Deich nebeneinander aufgereihten Tiere sollten noch am Donnerstag folgen. Die Kadaver der zwei am Mittwoch auf einer Sandbank nordwestlich von Büsum entdeckten Jungbullen sollen dagegen frühestens Freitag aus dem Watt geborgen werden. Schiffe seien auf dem Weg zum Fundort, sagte Brunckhorst.

Kosten von 75 000 Euro

In Meldorf begannen Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover derweil mit der Obduktion und Zerlegung des ersten Wals. Die wegen des Elfenbeins wertvollen Unterkiefer der Tiere hatten Experten bereits vor dem Transport abgetrennt. Weshalb sich die Jungbullen auf ihrer Wanderung durch den Atlantik zwischen November und März in die Nordsee verirrten, war weiterhin unklar.

Was mit den Skeletten der vor Dithmarschen gefundenen Tiere passiert, war zunächst ebenfalls offen. „Es gibt schon erste Anfragen, aber wir wissen noch nicht genau, wohin sie gehen“, sagte LKN-Sprecher Brunckhorst. Die Aufarbeitung sei mit rund 75 000 Euro auch teuer. Die Gerippe der im Januar vor Schleswig-Holstein gefundenen Tiere sollten an Museen oder Hochschulen gehen.

Der größte Fund

Nach Angaben der Schutzstation Wattenmeer strandeten seit dem 8. Januar insgesamt 28 junge Pottwale in der südlichen Nordsee, 16 davon in Deutschland, je 6 in den Niederlanden und Großbritannien. In der Grafschaft Norfolk in Ostengland versuchten Experten am Donnerstagvormittag noch, einen Wal am Leben zu erhalten.

Allein der Fund vor Kaiser-Wilhelm-Koog gilt als der größte je vor Schleswig-Holstein gemachte Fund von Pottwalen. Ein Spaziergänger hatte die neun bis zwölf Meter langen Meeressäuger am Sonntagabend rund zwei Kilometer vor dem Deich entdeckt. Die Kadaver sind für die Helfer eine Riesenaufgabe: „Allein die schiere Anzahl und Masse stellt uns vor große Herausforderungen“, sagte Detlef Hansen vom Nationalpark Wattenmeer.

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