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"Baden-Württemberg" auf Probefahrt

Kampfschiff "Baden-Württemberg" auf Probefahrt

Nach fast neun Jahren Bau- und Planungszeit hat das größte deutsche Kampfschiff am Mittwochmorgen erstmals seine Bauwerft Blohm + Voss in Hamburg verlassen. Die 149,6 Meter lange und 18,8 Meter breite Fregatte "Baden-Württemberg" startete kurz nach 12 Uhr zur ersten Probefahrt in Richtung Nordsee.

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Nach fast neun Jahren Bau- und Planungszeit hat das größte deutsche Kampfschiff am Mittwochmorgen erstmals seine Bauwerft Blohm + Voss in Hamburg verlassen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Bei dem Neubau handelt es sich um das erste Schiff einer völlig neuen Generation von Fregatten, die für die Anforderungen zukünftiger Einsätze gebaut wurde. Die Verdrängung des Neubaus liegt bei 7100 Tonnen, fast 2000 Tonnen mehr als bei den zuvor gebauten Fregatten der "Sachsen"-Klasse.

Die "Baden-Württemberg" soll in den kommenden drei Wochen auf der Nord- und Ostsee ihre erste Tests fahren. Die Indienststellung ist je nach Fortgang der Erprobung für 2017 geplant. Den Auftrag zum Bau hatte das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung im Juni 2007 an eine Arbeitsgemeinschaft der Werften Blohm + Voss sowie Friedrich Lürssen vergeben.Das Auftragsvolumen für die vier Neubauten beläuft sich auf 2,6 Milliarden Euro. Die Lürssen-Gruppe lieferte aus Lemwerder und Wolgast für die Schiffe die vorderen Schiffshälften, während Blohm + Voss in Hamburg die Hecksektion baut.

Beim Bau traten aber erhebliche Verzögerungen durch unterschiedliche Probleme auf. So hielten Farbbeschichtungen nicht und es gab Probleme bei Unterauftragnehmern. Deshalb geriet der Bau des ersten Schiffes um über ein Jahr in Verzug. Am 12. Dezember 2013 war die "Baden-Württemberg" in Hamburg durch Gerlinde Kretschmann getauft worden. Sie ist die Frau des Ministerpräsidenten des Patenlandes, Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Grüne).

Das 750 Millionen Euro teure Schiff ist der erste Neubau der deutschen Marine, der seit 1969 wieder mit einer Bordkanone des Kalibers 127 Millimeter ausgestattet wurde. Das schwere Geschütz soll zur Bekämpfung von See- und Landzielen eingesetzt werden. Außerdem gehören Seezielflugkörper des US-Typs Harpoon und Anti-Flugzeugflugkörper des Typs RAM zur Ausrüstung. Hubschrauber, Maschinenkanonen und Abschussgeräte für Täuschkörper werden ebenfalls an Bord sein. Die Besatzung besteht aus 120 Soldaten. Zusätzlich können an Bord bis zu 70 weitere Soldaten für besondere Operationen eingeschifft werden. Die bis zu 26 Knoten schnelle Fregatte verfügt als erstes größeres Kampfschiff auch über vier neuartige Einsatzboote für Boarding- oder Landeoperationen.

Bis 2020 sollen die "Baden-Württemberg" und ihre Schwesterschiffe "Nordrhein-Westfalen", "Sachsen-Anhalt" und "Rheinland-Pfalz" in Wilhelmshaven stationiert werden. Dort lösen die vier Neubauten der Klasse 125 acht Fregatten der "Bremen"-Klasse ab, von denen schon fünf Einheiten aus Altersgründen außer Dienst gestellt wurden.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Foto: Für die „Baden-Württemberg“ gibt es zwei komplette Besatzungen. Dadurch kann sie zwei Jahre durchgehend im Einsatz bleiben.

Lange war das Projekt durch Verzögerungen und Pannen bestimmt worden, doch nun nähert sich Indienststellung der Fregatte 125: Mitten auf der Nordsee hat die Bundeswehr zusammen mit den Werften TKMS und Lürssen jetzt erstmals die neue Fregatte „Baden-Württemberg“ präsentiert.

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