18 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Land schließt Flüchtlingskaserne

Kellinghusen Land schließt Flüchtlingskaserne

Schleswig-Holstein baut seine Erstaufnahmekapazität mangels Flüchtlingen weiter ab. Wie das Innenministerium in Kiel am Dienstag auf Anfrage bestätigte, soll die Erstaufnahmeeinrichtung in Kellinghusen (Kreis Steinburg) am Montag in den Leerstandsbetrieb gehen.

Voriger Artikel
Demo für ein Stück vom Kuchen
Nächster Artikel
Motorradfahrer bei Unfall gestorben

Die Zahl der Flüchtlinge hat in Schleswig-Holstein abgenommen.

Quelle: Michael Kaniecki (Archiv, Symbolbild)

Kiel. Bis dahin werden die 147 Flüchtlinge, die derzeit in der früheren Liliencron-Kaserne (550 Plätze) untergebracht sind, auf Städte und Landkreise verteilt. In Schleswig-Holstein wird es damit noch elf Erstaufnahmeeinrichtungen geben, darunter zwei in Kiel. Laut Wochenbericht des Ministeriums sind die Einrichtungen derzeit nur zu 21 Prozent belegt (12135 Plätze, 2509 Flüchtlinge). In Kiel-Ravensberg (Containerdorf auf dem Nordmarksportfeld) sind momentan nur 122 Flüchtlinge (640 Plätze) untergebracht, in Kiel-Wik (früheres Wehrbereichskommando Küste) gerade mal neun Flüchtlinge (500 Plätze). In das Gebäude an der Förde sollen nach Angaben des Ministeriums allerdings die Flüchtlinge einziehen, die in den nächsten Tagen in Schleswig-Holstein erwartet werden.

In den vergangenen Wochen hatte das Land bereits Einrichtungen in Itzehoe, Husum und Leck mit zusammen 3160 Plätzen vorläufig geschlossen. Dieser Leerstandsbetrieb, in dem Verträge mit Betreuungsorganisationen ausgesetzt sind und die Einrichtungen von Wachdiensten gesichert werden, könnte im Fall einer neuen Flüchtlingsflut sofort beendet werden. Zwei andere Einrichtungen, Wentorf und Schloss Salzau, wurden endgültig geschlossen.

Unterdessen kommen immer weniger Flüchtlinge in Schleswig-Holstein an. In den ersten 25 April-Tagen waren es 459 Menschen. Das sind etwa halb so viele wie im selben Vorjahresmonat. Insgesamt erreichten in diesem Jahr bisher 5360 Flüchtlinge Schleswig-Holstein. Das sind etwa 1000 weniger als im selben Vorjahreszeitraum – und so viele wie im vergangenen Herbst in nur einem Monat. Im Oktober waren 5635 Menschen im Norden eingetroffen, im Rekordmonat November waren es sogar mehr als 7000. An den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge hat sich wenig geändert. Auf Platz eins liegt weiter Syrien, gefolgt von Irak, Afghanistan, Iran, Armenien und Jemen. Nach Einschätzung des Innenministeriums haben gut 63 Prozent der Flüchtlinge eine sehr gute Bleibeperspektive, also eine gute Aussicht auf Asyl oder zumindest auf einen Schutz als Kriegsflüchtling.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Schleswig-Holstein 2/3