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Uta zeigt uns die kalte Schulter

Wetter Uta zeigt uns die kalte Schulter

Der April macht, was er will. Diesen Spruch kennt man. Im Moment will er eines ganz besonders: uns die kalte Schulter zeigen. Eisige Temperaturen und teilweise Schneefall waren am Montag die Folgen, auf die viele Schleswig-Holsteiner nicht mehr eingestellt waren.

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Erika und Klaus Poestges sind gewappnet. Die Bielefelder verbringen ein paar Tage in Kiel und haben ihre Handschuhe ausgepackt.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Neumünster. Die aktuelle Kälte trägt einen Namen: Uta. So heißt das Tief, das uns momentan mit arktischer Kaltluft vom Nordpol versorgt, berichtet Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst. „Das Wetter ist für die Jahreszeit schon sehr wechselhaft und kühl“, sagt der Meteorologe. Besserung jedoch ist nur bedingt in Sicht. Bis zum Wochenende könnten die Temperaturen zwar bis auf 14 Grad steigen, Schauer gehörten aber immer wieder zum Wetterrepertoire, berichtet der Experte. „Zudem kann es immer wieder zu Rückschlägen bei den Temperaturen und nachts im Binnenland zu Frost kommen. Ein warmer Frühling ist momentan nicht in Sicht“, erklärt Scholz.

Genau diesen wünscht sich Petunia Reinke (20) herbei. Sie arbeitet im Restaurant Mango’s. Im Freien muss sie momentan niemanden bedienen. Tische und Stühle im Außenbereich sind verwaist. In den aufgebauten Strandkörben nimmt bei fünf Grad ebenfalls niemand Platz. „Wir hatten schon Tage, da war es draußen richtig voll. Besonders als die ersten Sonnenstrahlen herausgekommen waren“, erzählt die Kellnerin vom hoffnungsvollen Frühjahrsbeginn. Aktuell wärmen sich die Kunden aber lieber mit einem Heißgetränk im Restaurant.

Schnee und Hagel

Das haben auch Erika Poestges (64) und Klaus Poestges (67) vor. Das Ehepaar aus Bielefeld verbringt ein paar Tage in Kiel und ist mit dem Fahrrad unterwegs – Handschuhe inklusive. „Wir haben vorgesorgt und geben auch die Hoffnung nicht auf, dass das Wetter besser wird. Schlimmer kann es nicht werden“, meint Erika Poestges. Bereits auf dem Weg in den Norden wurde das Ehepaar vom launenhaften Wetter in Empfang genommen. „Wir hatten Schnee und Hagel auf der Autobahn, sodass links und rechts die ganze Landschaft weiß war“, berichtet Klaus Poestges.

Für Autofahrer, die bereits mit Sommerreifen unterwegs sind, wird die Wetterlage zum Problem. Am Montag wurden in Neumünster Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit von weißen Flocken überrascht. Nach einer halben Stunde waren diese wieder verschwunden. Ulf Evert vom ADAC Schleswig-Holstein hat eine einfache Lösung: das Auto stehen lassen. „Wenn es anfängt zu schneien, dürfen Autos mit Sommerreifen nicht bewegt werden“, erklärt der Verkehrsexperte. Wer sich nicht daran hält und erwischt wird, muss mit einer Strafe von 60 Euro rechnen. „Wenn Sie mit ihrem Auto liegen bleiben und zum Verkehrshindernis werden, kostet das 80 Euro und gibt einen Punkt in Flensburg“, ergänzt Evert. Bei einem Unfall könnte es zudem Probleme mit der Haftpflichtversicherung geben, erläutert Evert.

Blumen können draußen bleiben

Abseits des grauen Asphalts hat Floristmeister Sven Kolberger (51) vom gleichnamigen Blumenstudio Tipps für die heimische Pflanzenwelt parat: „Sämtliche Frühjahrsblüher wie Osterglocken oder Tulpen können ohne Probleme weiter draußen im Balkonkasten stehen und blühen. Zum Neupflanzen kann man sich momentan nur an Hornveilchen oder Stiefmütterchen trauen. Die halten auch die leichten Frosttemperaturen durch“, erklärt Kolberger. Margeriten und Geranien müssten noch bis zu den Eisheiligen Mitte Mai auf ihren Einsatz warten, sagt der 51-Jährige.

So lange möchte Brigitta Hein (53), Verkaufsberaterin beim Modegeschäft Meislahn, nicht mehr ausharren, um die ausgelegte Sommerware an den Mann oder die Frau zu bringen. Im Trend sind aktuell jedoch eher Wollmütze und Wollstrickmantel. „Das Wetter motiviert die Kunden momentan nicht, Sommermode zu kaufen. Es wird eher wieder die Daunenjacke für den Winter herausgeholt“, erzählt Hein. Ihre Hoffnung sind nun Kreuzfahrer und Urlauber, die dem Wetter in den Süden entfliehen. Die anderen können sich nur damit trösten: Uta kann nicht ewig bleiben.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
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