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Cyber-Attacke bleibt im Dunkeln

Kieler Hotels Cyber-Attacke bleibt im Dunkeln

Nach der Cyber-Attacke auf mehrere Kieler Hotels mit hunderten Buchungen bleiben die Hintergründe weiter unklar. Der Anbieter der betroffenen Reise-Portale hat seine Sicherheitssysteme unterdessen überprüft und ist überzeugt, dass es bei ihm kein Datenleck gegeben hat.

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Kieler Hotels haben mit einer Flut gefälschter Online-Buchungen zu kämpfen.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Die Polizei appelliert an Geschädigte, deren E-Mail-Adressen von Kriminellen genutzt worden sind, sich bei den Behörden zu melden.

 Mittwochnacht waren mindestens fünf Hotels in und um Kiel mit elektronischen Anfragen regelrecht überflutet worden. Sämtliche Reservierungen liefen nach Angaben betroffener Hoteliers über die Internet-Portale hotel.de und hrs.de. In mindestens einem Fall wurden sogar die Anmeldedaten eines Hotels für Buchungen verwendet. Neben Hotelbetreibern aus Kiel hatten sich am Mittwoch auch Bürger gemeldet, deren E-Mail-Adresse missbraucht worden war. Zum Teil waren diese aber nicht einmal Kunden des Buchungsportals und irritiert über die angeblichen Reservierungen.

 Das betroffene Hotel-Portal nimmt den Vorfall ernst: IT-Experten hätten knapp 300 falsche Buchungen überprüft. Britta Schumacher, Unternehmenssprecherin der HRS Group, dazu: „Die Täter haben sowohl imaginäre als auch öffentlich bekannte E-Mail-Adressen verwendet – zum Beispiel aus einem Impressum einer Website.“ Nach eingängiger Klärung sei sicher, „dass die in diesem Fall verwendeten E-Mail-Adressen nicht aus unserer Datenbank stammen, sondern extern eingegeben wurden“, so Schumacher.

 Schleswig-Holsteins oberste Datenschützerin Maret Hansen hatte nach Bekanntwerden der Cyber-Attacke betroffenen Kunden geraten, ihre Passwörter zu erneuern. Dazu bestünde nach Ansicht von HRS-Sprecherin Schumacher keine Veranlassung. Sie versichert: „Die Daten unserer registrierten Kunden sind zu jedem Zeitpunkt sicher, sodass ein unbefugter Zugriff auf unsere Datenbank durch Dritte nicht möglich ist.“

 Betroffen von der Cyber-Attacke sind nach Informationen unserer Zeitung nicht nur private Internetnutzer, sondern auch Unternehmen aus Kiel und dem Umland. Offenbar haben die Internet-Kriminellen für ihre Scheinbuchungen vorzugsweise Web-Adressen von Sammel-Postfächern wie info@xyz.de verwendet.

 Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. „Im konkreten Fall wäre es für uns sehr wichtig, dass sich die Geschädigten unbedingt melden“, sagt Alexander Hahn, Leiter des Cybercrime-Dezernats im Landeskriminalamt in Kiel. Aus Erfahrung weiß er, dass die Hemmschwelle vor allem von Unternehmen hoch sei, entsprechende Internet-Angriffe aus Angst um den Ruf in der Öffentlichkeit bei der Polizei zu melden. „Viele Taten verbleiben auch im Dunkelfeld, weil die Geschädigten den Schaden als gering ansehen und daher den Aufwand einer Anzeige scheuen“, berichtet Hahn.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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