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Segeberger Dopinghändler verknackt

Kieler Landgericht Segeberger Dopinghändler verknackt

Für den illegalen Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vor allem zu Dopingzwecken sind zwei Männer aus dem Großraum Hamburg zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Den Hauptangeklagten sprach das Kieler Landgericht am Donnerstag in mehr als 40 Fällen schuldig, den damaligen Ein- und Verkaufschef in 15 Fällen.

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Ein Duo wurde vor dem Kieler Landgericht wegen Arzneimittelbetrugs verurteilt.

Quelle: Friso Gentsch/dpa

Kiel. Beim Hauptangeklagten hielt die Kammer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung für angemessen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Zudem muss der Mann eine Geldstrafe von 3500 Euro zahlen. Der zweite Angeklagte erhielt demnach ein Jahr und drei Monate auf Bewährung. Er muss 2300 Euro zahlen.

Dem Urteil ging den Angaben zufolge eine Verständigung zwischen Staatsanwalt, Verteidigung und Strafkammer voraus. Darin wurde dem Duo gegen ein umfassendes Geständnis Bewährungsstrafen zugesichert. Zum Prozessauftakt im April hatten die Angeklagten noch geschwiegen. Damals ging die Anklage beim Geschäftsinhaber noch von 71 Fällen und einem möglichen Schaden von rund 2,1 Millionen Euro aus.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft sogar in mehr als 170 Fällen im In- und Ausland ermittelt — übrig blieben dann mehr als 40. Auf den schwunghaften Handel mit Arzneimitteln in den Jahren 2005 bis 2007 war der Zoll aufmerksam geworden.

Laut Anklage verhandelten die beiden Männer über die Lieferung der verschreibungspflichtigen Arzneimittel unter anderem mit Herstellern und Großhändlern aus China, dem Libanon, Griechenland, Spanien und Italien. Dabei sollen oft tausende Ampullen mit Anabolika und Testosteron sowie Potenzmitteln geordert und dann über das Internet weiterverkauft worden sein.

Die Kammer hatte schon vor Prozessauftakt ein Vorgespräch initiiert, um die Möglichkeiten einer Verständigung auszuloten. Dabei hatte dem Hauptangeklagten selbst im Falle eines Geständnisses noch eine Gefängnisstrafe gedroht. Die Verteidigung wollte aber allenfalls eine Bewährungsstrafe akzeptieren.

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