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Was verbirgt sich hinter der Mauer?

Kirche Bordesholm Was verbirgt sich hinter der Mauer?

Ist im mittelalterlichen Mauerwerk der Bordesholmer Klosterkirche ein Sensationsfund versteckt? Diese Frage kann das Team um Prof. Thomas Meier vom Institut für Geophysik an der Kieler Uni erst in einigen Wochen beantworten.

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Neue Technik ersetzt die manuelle Suche: Prof. Thomas Meier (links) und Dr. Dennis Wilken nutzen eine Wärmebildkamera, um verborgene Malereien in den Wänden der Russischen Kapelle aufzuspüren.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Noch untersuchen die Wissenschaftler die Wände der Russische Kapelle zentimeterweise mit einer hochmodernen Wärmebildkamera.

 Ende der 1990er-Jahre wurde bei Sanierungsarbeiten in der Kapelle die „Geißelung Christi“ freigelegt – die spätmittelalterliche Wandmalerei war über Jahrhunderte hinter dem Putz verborgen. Der gebürtige Bordesholmer Wolfgang Bauch, der damals als stellvertretender Leiter des Archäologischen Landesamtes die Sanierungsarbeiten begleitete, hatte jetzt die Fachleute der Uni um weitere Untersuchungen gebeten. Der pensionierte Archäologe hatte von der neuen Wärmebildkamera gehört, die vom Institut für Geophysik für eine fünfstellige Summe angeschafft wurde.

 „Damit gibt es jetzt ein Instrument für die weitere Forschung, wir konnten ja nicht einfach den ganzen Putz runterhauen“, erklärte Bauch. Mit der Kamera untersuchten Prof. Meier und Dr. Dennis Wilken die Wand, hinter der sich die jüngst sanierte Caspar von Saldern-Gruft befindet. Auf den Bildern, die der tragbare Computer während der Untersuchung zeigt, sind nur bunte Schlieren zu erkennen. „Hinter dem Putz sind ganz interessante Strukturen, Ergebnisse können wir aber erst nach der Auswertung nennen“, betonten die Geophysiker.

 Klarer sehen die Wissenschaftler bei der Forschung des Klosterkirchen-Untergrundes: Mit einem sogenannten Geo-Radar „blickte“ das Uni-Team mehrere Meter tief in das Erdreich unter dem Kirchengestühl. Dort werden seit Langem weitere Grüfte von Professoren aus der Anfangszeit der 1665 gegründeten Kieler Universität vermutet. 18 Stunden hintereinander wurde das Areal unter den 1861 gezimmerten Kirchenbänken mit dem Gerät abgetastet, das auf den ersten Blick wie ein Staubsauger aussieht. Dabei konnten die Geophysiker Strukturen von Mauerresten und Grabplatten erkennen. „Die Messungen sind gut verlaufen, in den nächsten Wochen werden wir uns mit der Interpretation der Daten beschäftigen“, erklärte Wilken.

 Die ersten unterirdischen Professorengräber im Bereich vor dem Hochaltar wurden 1965 entdeckt, als der Kirchenfußboden neu verlegt wurde. Bei der Sanierung 1998/99 im Kirchenraum entdeckte Wolfgang Bauch damals Hinweise auf weitere Grüfte unter dem Kirchengestühl. Ein dunkler Streifen am Rand der Kirchenbänke markiert die Lage einer Grabplatte. Im Gegensatz zu den Grüften im Altarbereich, die bei besonderen Gelegenheiten für Besucher zugänglich sind, werden die neuen Grabstätten verschlossen bleiben. „Das Kirchengestühl ist fest mit dem Untergrund verbunden, das kann man nicht ausbauen oder entfernen“, sagte Wolfgang Bauch.

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