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Kommunen entdecken das E-Mobil

Car-Sharing Kommunen entdecken das E-Mobil

Kommunen in Schleswig-Holstein setzen bei Dienstfahrten immer stärker auf umweltschonende Technik und Car-Sharing. Als Vorreiter in Sachen Elektro-Mobilität sieht sich derzeit die Stadtverwaltung Norderstedt. Sie ersetzte ihre bisherige Fahrzeugflotte komplett durch zehn stromgetriebene Dienstwagen.

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Nur die Reichweite lässt noch zu wünschen übrig: Kraftstoff aus der Steckdose wird für Kommunen immer attraktiver.

Quelle: Jan Woitas

Kiel. Die Aufrüstung mit E-Autos schreitet zwar auch in anderen Kommunen des Landes weiter voran, hat aber aufgrund vergleichsweise eingeschränkter Reichweite der Fahrzeuge (noch) technisch bedingte Grenzen.

So beschränkt sich die Stadtverwaltung Neumünster bislang nur auf zwei strombetriebene Fahrzeuge: einen Fiat 500 und einen Kleintransporter (Pritschenwagen). „Bislang ist die Technik aus unserer Sicht noch nicht so ausgereift, dass der Einsatz von mehr Elektro-Fahrzeugen für uns jetzt Sinn machen würde“, erklärt Thorben Pries, Büroleiter von Neumünsters Oberbürgermeister Olaf Tauras (parteilos). Vor allem im Winter werde die maximale Reichweite von 130 Kilometern noch deutlich unterschritten. So setzt man denn auch in Neumünster für Dienstfahrten der Verwaltungsspitzen lieber auf zwei Hybridfahrzeuge mit kombiniertem Strom- und Benzinantrieb.

 In der Klimaschutzstadt Kiel ist die Flotte der E-Fahrzeuge zumindest bei der Stadtverwaltung ebenfalls noch vergleichsweise übersichtlich. Das Umweltschutzamt verfügt seit 2014 als einziges Amt über ein eigenes E-Auto. Ansonsten stehen Rathausmitarbeitern auf dem Waisenhof-Parkplatz und in der Fabrikstraße (seit Januar 2016) zwei dieser Fahrzeuge an Carsharing-Stationen mit Elektro-Ladesäulen zur Verfügung.

 Die Seehafen Kiel GmbH hat als städtische Tochtergesellschaft hingegen ihren stromgetriebenen Fuhrpark erst vor ein paar Wochen mit zwei neuen Elektro-Autos kräftig aufgerüstet. Damit stehen nun insgesamt vier Wagen einer Nobel-Autoschmiede aus München für Dienstfahrten zur Verfügung. „Umweltschonende Technologie ist für uns als Unternehmen ohnehin ein zentrales Thema, insofern ist der Einsatz zusätzlicher Elektro-Autos ein konsequenter Schritt“, betont Seehafen-Prokurist Volker Prange.

 Die Attraktivität der Autos mit Steckdosen-Energie leitet sich allerdings nicht nur von steigendem Umweltbewusstsein ab. So hat zum Beispiel BMW für Leasingkunden wie den Seehafen Kiel GmbH die Preise offenbar noch einmal kräftig gesenkt. „Von dieser Subventionierung der Leasingraten profitieren nicht nur wir, sondern auch noch viele andere Unternehmen und Kommunen in Deutschland“, betont Prange.

 So verhielt es sich offenbar auch beim Austausch der kommunalen Fuhrparkflotte in Norderstedt mit einer Leasing-Laufzeit von vorerst zwei Jahren. Finanziell möglich machte dies eine gleich doppelte Subvention: durch Geld vom Bund für leises wie schadstoffarmes Fahren sowie die weitere Senkung von Leasingraten für die BMW-Elektroautos, um deren Popularität zu steigern.

 In Flensburg setzt die Stadt auch ohne subventionierte Leasingraten immer stärker auf E-Mobilität ihrer Mitarbeiter. Zum kommunalen Fuhrpark gehören derzeit vier Autos mit Elektroantrieb (drei davon im Eigentum der Stadt, eins geleast). Hinzu kommen noch zwei Elektro-Roller, sechs E-Bikes sowie eine 2015 gestartete Ausweitung des Car-Sharings für Dienstfahrten von Mitarbeitern aller Fachbereiche. Die dabei anfallenden Kosten übernimmt die Stadt komplett. „Dieses System wird von den Mitarbeitern erstaunlich gut und schnell angenommen“, betont Stadt-Sprecherin Asta Simon.

 Auch in Lübeck setzt man vorwiegend auf Car-Sharing, damit Mitarbeiter bei Dienstfahrten auf ihr Privatauto verzichten. Vor zwei Monaten startete in der Hansestadt die einjährige Pilotphase, um die Akzeptanz des Angebots zu testen. Die beiden (konventionellen) Car-Sharing-Fahrzeuge am Verwaltungszentrum Mühlentor stehen aber noch nicht allen Fachbereichen zur Verfügung. Dies soll erst nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase möglich sein.

 Elektrofahrzeuge setzt derzeit nur der Entsorgungsbetrieb der Stadt Lübeck ein. Dies allerdings schon seit vergangenem Jahr in verstärktem Maß. So wurden zwei Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb zur Straßenreinigung angeschafft. Ein Jahr zuvor investierte der Betrieb bereits in zwei strombetriebene Pkw für Außentermine von Mitarbeitern.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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