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Fisch ist weiter lieb und auch teuer

Konsum Fisch ist weiter lieb und auch teuer

Für Fisch und Meeresfrüchte geben die Deutschen weiter gerne Geld aus, greifen dabei sogar immer mehr zu teureren Produkten. Auch wenn der Pro-Kopf-Verbrauch 2015 leicht sank - der Umsatz war mit 3,7 Milliarden Euro so hoch wie nie.

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Fisch auf dem Teller ist den Deutschen weiter lieb und auch teuer.

Quelle: Uwe Paesler

Hamburg. Fisch auf dem Teller ist den Deutschen weiter lieb und auch teuer. So blieb die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten im vergangenen Jahr trotz teils höherer Preise mit 1,15 Millionen Tonnen stabil, wie das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Das entspreche einem Pro-Kopf-Verbrauch von 14,1 Kilogramm - 200 Gramm weniger als im Jahr zuvor. Für das laufende Jahr rechnete der FIZ-Vorsitzende Thomas Lauenroth mit einem Anstieg auf bis zu 14,4 Kilogramm pro Kopf. Die Umweltorganisation Greenpeace warnte vor einer weiteren Überfischung der Meere und forderte die Bundesbürger auf, weniger Fisch zu essen. „Fisch muss wieder (...) zur Delikatesse für besondere Gelegenheiten werden“, sagte der Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack.

„Niemals zuvor wurde in Deutschland mit 3,7 Milliarden Euro mehr Geld im Einkauf von Fisch und Co. ausgegeben als im Jahr 2015“, betonte Lauenroth. So sei die Einkaufsmenge im Vergleich zu 2014 zwar nur um ein Prozent auf knapp 421 000 Tonnen gestiegen. Die Verbraucher gaben aber dennoch 3,1 Prozent mehr Geld dafür aus. Hauptursache dafür war nach Einschätzung des FIZ der Hang der Bundesbürger zu vorverpackten und damit teureren Fischereierzeugnissen, aber auch höhere Preise. So seien die Nahrungsmittelpreise 2015 um nur 0,8 Prozent gestiegen, die Verkaufspreise von Fischprodukten dagegen um durchschnittlich zwei Prozent.

Den größten Sprung um 3,7 Prozent machten dabei die Einzelhandelspreise beim Räucherfisch, gefolgt von frischem Fisch mit 3,3 Prozent und Tiefkühlware mit 1,6 Prozent. Günstiger geworden seien dagegen Marinaden (minus 3 Prozent) und Fischkonserven (minus 1 Prozent), die zusammen mit dem Tiefkühlfisch mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes ausmachten. Wie 2014 war der Lachs der beliebteste Speisefisch, gefolgt von Alaska-Seelachs, Hering, Thunfisch und Forelle. Auf diese fünf Fischarten entfielen im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Fischkonsums in Deutschland. Insgesamt lag der Anteil der Seefische bei 60,3 Prozent, der der Süßwasserfische bei 29,3 Prozent. Der Rest entfiel auf Krebs- und Weichtiere.

Wegen der insgesamt „positiven Grundeinstellung der Verbraucher zu Fisch und Meeresfrüchten“ rechnet das FIZ in diesem Jahr mit einer Steigerung der Einkaufsmenge um ein Prozent und der Ausgaben um etwa fünf Prozent. Wie in den Jahren zuvor aßen auch 2015 die Norddeutschen den meisten Fisch. „Die Hansestadt Hamburg und das Land Mecklenburg-Vorpommern teilen sich mit jeweils 6,7 Kilogramm den ersten Platz, gefolgt von Bremen mit 6,4 Kilogramm und Schleswig-Holstein mit 6,3 Kilogramm“, sagte Lauenroth. Schlusslicht sei erneut Baden-Württemberg mit 4,8 Kilogramm.

Für die Umweltorganisation Greenpeace hat der Fischkonsum bedrohliche Ausmaße angenommen. „Weltweit ist der Pro-Kopf-Verbrauch gegenüber den 1960er Jahren um über das Doppelte gestiegen - das geben die Meere nicht mehr lange her“, erklärte Maack. Inzwischen müssten fast 90 Prozent des Speisefisches in Deutschland importiert werden. „Vor allem der Nordseekabeljau und der Ostseedorsch sind von der Überfischung betroffen.“ Maack forderte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) auf, die industrielle Fischerei einzuschränken.

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