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Ansturm von Asylbewerbern

Krankenhäuser in Schleswig-Holstein Ansturm von Asylbewerbern

Das Uniklinikum kann mit seinem Hilfseinsatz für Flüchtlinge nur eines von mehreren Versorgungsproblemen lösen. Viele Krankenhäuser beklagen, dass Asylbewerber zunehmend wegen der schlechten medizinischen Versorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen in die Notfallambulanzen kommen.

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Die Wohncontainer in Rendsburg stehen. Doch auch die medizinische Versorgung der Flüchtlinge ist für das Land eine Herausforderung.

Quelle: dpa

Kiel. Auch bei Städten und Gemeinden wächst der Frust, weil es immer noch keine Landes-Gesundheitskarte für Flüchtlinge gibt und sie daher weiterhin jeden einzelnen Arztbesuch genehmigen müssen.

 „Die Zahl der Flüchtlinge, die sich zur Behandlung direkt in die Notaufnahmen der Krankenhäuser begeben, steigt“, berichtet der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Bernd Krämer. Dieser Andrang stelle die Kliniken im gesamten Land zunehmend vor Herausforderungen.

 Betroffen sind insbesondere Kliniken in der Nähe von Erstaufnahmeeinrichtungen wie etwa das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster. Dort melden sich regelmäßig auch Flüchtlinge ohne Notfallindikation, vor allem nachts und am Wochenende, wenn die Ärzte in der Erstaufnahmeeinrichtung frei haben. Das Innenministerium führt bereits Gespräche mit dem FEK. Ziel ist eine Art Flüchtlingsambulanz.

 Auch die Einführung der Gesundheitskarte will das Ministerium vorantreiben. Es seien „zeitnah“ Gespräche zwischen Land, Kreisen und Krankenkasse vereinbart. An guten Vorbildern mangelt es nicht. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg erhalten Asylbewerber schon eine Gesundheitskarte. Dreifacher Vorteil: Die Flüchtlinge können ohne Segen eines Kommunalbeamten zum Arzt, die Städte und Gemeinden werden entlastet und die Gesamtkosten des Gesundheitswesens sollen dank Karte sogar sinken.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Freiwillige des UKSH helfen bei der medizinischen Betreuung der Flüchtlinge in Rendsburg und Albersdorf.

Die Landesregierung hat die medizinische Versorgung der Flüchtlinge mit einer Notaktion sichergestellt. Auf Bitte des Innenministeriums nahmen Freiwillige des Uni-Klinikums am Mittwoch die ersten Gesundheitschecks in den neuen Aufnahmeeinrichtungen in Rendsburg und Albersdorf vor.

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