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Wo Menschen besonders oft erkranken

Krebsatlas Schleswig-Holstein Wo Menschen besonders oft erkranken

In den Kreisen Plön und Ostholstein haben die Bürger ein höheres Risiko, schwarzen Hautkrebs zu bekommen. Im Raum Kiel ist die Rate der Leukämie-Erkrankungen besonders hoch. Das sind nur zwei Ergebnisse aus dem bundesweit ersten Krebsatlas.

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Ein Blick auf den Krebsatlas.

Quelle: Wenzel

Lübeck. Zwei Jahre hat das Team um Prof. Alexander Katalinic vom Krebsregister daran gearbeitet. Das Ergebnis zeigt unter anderem, in welchen der 1000 Gemeinden besonders viel Krebserkrankungen festgestellt wurden.

 Jedes Jahr erhalten 19000 Schleswig-Holsteiner die Diagnose Krebs. Mit 7500 Todesfällen ist Krebs nach Herz-Kreislaufkrankheiten die zweithäufigste Todesursache. Doch die Überlebenschancen sind im Land durchaus unterschiedlich groß. Das belegt der Krebsatlas, für den die Wissenschaftler die Krebserkrankungen insgesamt und die häufigsten acht Krebsarten ausgewertet haben – insgesamt fast 250000 Datensätze aus den Jahren 2001 bis 2010. Einige Ergebnisse im Einzelnen:

 Der schwarze Hautkrebs trifft die Bürger häufiger in den Kreisen Plön, Ostholstein, Stormarn, dem Herzogtum Lauenburg und in Lübeck – Gebiete mit überdurchschnittlich hoher Sonneneinstrahlung. Weil hohe UV-Bestrahlung ein Hauptrisikofaktor für Hautkrebs ist, könnte es da einen Zusammenhang geben.

 Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In und um Kiel sowie entlang der Hauptausfallstraßen im Hamburger Umland tritt der Krebs leicht überdurchschnittlich auf. Insgesamt leben rund 20000 Frauen mit diesem Krebs. Die Sterberate sinkt seit Jahren – vor allem, weil der Krebs häufiger in einem frühen Stadium entdeckt und dadurch erfolgreicher behandelt wird.

 Auch bei Leukämie und Lymphomen liegen die Erkrankungsraten in und um Kiel über Landesschnitt. Gleichzeitig haben die Erkrankten dort die besten Überlebensraten. Eine mögliche Erklärung: In Kiel werden die Tumore früher erkannt und können dann erfolgreicher behandelt werden.

 Beim Prostatakrebs zieht sich die erhöhte Neuerkrankungsrate wie ein breites Band durchs Land – von Kappeln bis nach Brunsbüttel. Insgesamt gilt: Dort, wo der PSA-Test zur Früherkennung angewendet wird, steigt die Krebshäufigkeit. Weil dabei aber besonders oft Tumore in Frühstadien entdeckt werden, ist die Überlebensrate in diesen Gebieten auch besonders hoch.

 Insgesamt kann der Atlas nicht beantworten, warum Krebserkrankungen in einigen Gebieten häufiger als in anderen auftreten. Die Auswertungen können aber helfen, die Ursachen zu erforschen und mit diesen Erkenntnissen die Prävention und Behandlung von Krebs weiter zu verbessern. So kann nun etwa untersucht werden, warum das Gesamtrisiko, Krebs zu bekommen, an der Ostsee bei Kellenhusen/Grömitz besonders niedrig ist – und warum das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, in Kiel und Neumünster höher ist als im Umland dieser Städte.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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