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Kreiselternvertreter dringend gesucht

Kita Kreiselternvertreter dringend gesucht

Das Thema Kinderbetreuung brennt vielen Eltern unter den Nägeln. In dieser Woche müssen wieder die Kreiselternvertretungen für die Kindertageseinrichtungen gewählt werden – ein schwieriges Unterfangen, kaum jemand stellt sich dafür zur Verfügung.

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Komplizierte Materie, wenig Zeit: Axel Briege (48), Vorsitzender des Kreiselternverbands für Rendsburg-Eckernförde, hat Verständnis für die Zurückhaltung der Eltern.

Quelle: Frank Peter

Rendsburg. Auch, weil sich die Eltern allein gelassen fühlen: Landes- und Kreiselternvertreter fordern deshalb vom Land dringend eine Geschäftsstelle.

 „Es gibt ein auffälliges Missverhältnis zwischen der Anzahl der Kitas im Land und der Eltern, die sich ehrenamtlich dafür einsetzen. Und das Problem betrifft bis auf eine Ausnahme eigentlich alle Kreisvertretungen“, sagt Matthias Radeck-Götz vom Vorstand der Landesvertretung der Kindertageseinrichtungen (LEV). Das führe im Extremfall dazu, dass – wie im Kreis Plön 2014 und 2015 – gar keine Kreiselternvertretung zustande kommt. Nur im Kreis Pinneberg sei die Elternvertretung mit etwa 20 Personen so gut aufgestellt, dass die Aufgaben bewältigt werden könnten. Aber die Regel sehe anders aus. Da seien die Kreiselternvertretungen schon froh, wenn sich sechs Leute für die ehrenamtliche Arbeit fänden. „Das ist in Zeiten, in denen wir gegen steigende Elternbeiträge und Personalnot und für eine gebührenfreie Kinderbetreuung kämpfen, extrem misslich“, sagt Axel Briege, Vorsitzender vom Kreiselternverband (KEV) für Rendsburg-Eckernförde. Dort hat die Vertretung vor einem Jahr noch sechs Mitglieder zusammenbekommen – inzwischen mussten sich drei aus persönlichen Gründen zurückziehen. „Doch zu dritt ist eine schlagkräftige Vertretung von rund 10000 Kindern in rund 200 Einrichtungen in unserem Kreis kaum noch möglich“, sagt Briege.

 Dabei hat der Vater von drei kleinen Kindern Verständnis für die Zurückhaltung der Eltern. „Erstens hat man mit kleinen Kindern als berufstätige Eltern genug um die Ohren. Und zweitens wird es den Elternvertretern nicht leicht gemacht.“ Er selbst habe fast das gesamte erste Jahr gebraucht, um sich in die Materie einzuarbeiten, um die Gremien und Ansprechpartner kennenzulernen. „Und ständig müssen sich wieder neue Elternvertreter einarbeiten. Die Fluktuation ist schon deshalb hoch, weil nur Eltern wählbar sind, die aktuell ein Kind in der Einrichtung haben.“ Daran sei nichts zu ändern. „Aber man könnte die ehrenamtliche Arbeit deutlich erleichtern, wenn es eine Anlaufstelle im Hintergrund gäbe.“ Das bestätigt auch der Vorsitzende der Kieler KEV, Holger Scherließ. „Eltern wissen oft gar nicht, dass es uns auf Kreisebene gibt. Und wir haben oft nicht einmal die Kontaktdaten der Elternvertreter in den einzelnen Kitas.“ Eine Geschäftsstelle könne den Informationsaustausch untereinander deutlich erleichtern.

 Die Landeselternvertretung fordert deshalb dringend eine zentrale Geschäftsstelle mit einer Halbtagskraft, die alle 15 Kreiselternvertretungen und der Landeselternvertretung unterstützt. „Das erscheint uns keine überhöhte Forderung für ein Land wie Schleswig-Holstein zu sein“, sagt Radeck-Götz. Die Forderung hat man auch gegenüber dem Sozialministerium erhoben. Inzwischen liegt von dort jedoch eine schriftliche Absage vor.

 Für Elternvertreter wie Axel Briege bleibt deshalb nur der Appell an die Eltern, zu den Vollversammlungen zu kommen und sich als Elternvertreter aufstellen zu lassen. Das letzte Mal sind gerade mal 20 Elternteile nach Rendsburg gekommen. Diesmal hofft Briege auf mehr Interesse. Auch, weil es einen Vortrag über die „Rechtsgrundlagen für Gebührenerhöhung“ gibt: „Ein Thema, das in vielen Gemeinden im Land aktuell ist und bei dem sich Eltern auskennen sollten.“

Hier wird heute neu gewählt

Am heutigen Donnerstag werden folgende Kreiselternvertretungen neu gewählt: für Rendsburg-Eckernförde (18 Uhr, Kreishaus in Rendsburg, Kaiserstraße 8), für Kiel (19.30 Uhr, Kita im Wissenschaftspark in Kiel, Einsteinstraße 3), für Neumünster (19.30 Uhr, Kita Schwedenhaus, Meßtorffweg 4), für Bad Segeberg (20 Uhr, Wirtschaftsakademie in Bad Segeberg, Marienstraße 37), für Stormarn (19.30 Uhr im Kreishaus in Bad Oldesloe, Mommsenstraße 13), für das Kreisherzogtum Lauenburg (19 Uhr, Familienbildungsstätte in Schwarzenbek, Verbrüderungsring 41) und für Flensburg (20 Uhr, Städtische Kita Stuhrsallee 16-18).

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