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Einbrecher schlagen immer häufiger zu

Kriminalität Einbrecher schlagen immer häufiger zu

Ob Heikendorf, Strande oder Schilksee – ganze Serien von gezielten Wohnungseinbrüchen haben in den vergangenen Wochen die Bürger in Kiel und dem Kieler Umland alarmiert. Nach Angaben der Polizei sind sie Teil einer landesweiten Entwicklung.

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Vorsicht Einbrecher: Die Zahl der Fälle hat drastisch zugenommen. Die Täter gehen nach den Erfahrungen der Polizei gezielt vor. In Schilksee wurde beispielsweise ein Depot mit Werkzeug gefunden.

Quelle: dpa

Kiel. Mit 307 Fällen registrierte sie in der Woche vom 16. bis 22. November den höchsten Wochenwert seit vier Jahren. In der Woche davor waren es 287 Fälle und davor 248. Zum Vergleich: Im vorigen Jahr hatte die Polizei laut Kriminalstatistik rund 7500 Wohnungseinbrüche bearbeitet. Das entsprach einem Wochenschnitt von 144.

In diesem Jahr sei insgesamt von einem Anstieg auszugehen, sagte Polizeisprecher Jürgen Börner. Den Angaben zufolge lagen die Fallzahlen mit Ausnahme Januar in jedem Monat höher als 2014 und in beiden Vorjahren. Anders als in diesen Jahren gingen die Einbruchszahlen in den Sommermonaten auch nicht zurück. Eine Ursache für den deutlichen Anstieg sind laut Polizei überregional agierende Banden vom Balkan und aus dem osteuropäischen Raum. Sie sollen für einen erheblichen Anteil der Einbrüche verantwortlich sein.

Studt: "Zahlen sind zu hoch"

Innenminister Stefan Studt (SPD) räumte ein, dass „die Zahlen schlicht zu hoch und wir im Moment in besonderer Weise betroffen sind – insbesondere auch an den Autobahnen“. Allerdings habe die Zahl der Einbrüche im Norden in den vergangenen Jahren gegen den Bundestrend stagniert. „Möglicherweise holen wir das jetzt nur auf“, sagte Studt. Das sei aber nur eine statistische Betrachtung, denn: „Jeder Einbruch ist einer zu viel.“

Einen Zusammenhang zwischen den stark gestiegenen Flüchtlingszahlen und dem Anstieg der Einbrüche sieht Studt nicht. „Das hat miteinander nichts zu tun, das sind unterschiedliche Personenkreise.“ In den Erstaufnahmen für Flüchtlinge seien auch nicht die Polizisten im Einsatz, die normalerweise für Einbruchsdelikte zuständig seien. Den Fall einer organisierten Einbrecherbande von albanischen Asylbewerbern hatte unsere Zeitung Ende Oktober aufgedeckt: Die 15 Männer hatten fast alle in der Erstaufnahme Neumünster Asyl beantragt und brachen danach in Wohnungen und Einfamilienhäuser ein. In einer vertraulichen LKA-Analyse hieß es: „Mit der Begehung weiterer Taten muss gerechnet werden.“

Ist die Polizei zu sehr gebunden?

„Die Polizei muss in den Erstaufnahmeeinrichtungen präsent sein“, sagte Studt am Mittwoch. Allerdings soll die Besondere Aufbauorganisation der Polizei im kommenden Sommer aufgelöst werden, wenn das Landesamt für Ausländerangelegenheiten bis dahin entsprechend ausgestattet ist.

Der Polizei gelingt es nur selten, Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen oder sie aufgrund von Zeugenaussagen zu stellen. Seit 2012 verfolgt die Polizei ein spezielles Konzept, mit dem sie überregional und international tätige Gruppen besonders im Visier hat. Die Aufklärungsquote ist insgesamt eher niedrig, lag jedoch laut Kriminalstatistik 2014 mit 12,6 Prozent über dem Wert von 2013 (10,2 Prozent).

Der CDU-Innenpolitiker Axel Bernstein forderte, durch Umstrukturierungen Personal für den Kampf gegen Einbrüche abzustellen. Polizisten dürften nicht länger zum Bettentragen und für weitere polizeifremde Aufgaben eingesetzt werden, sagte er im Blick auf die Flüchtlingsunterkünfte. Die Polizei müsse sich auf das Wesentliche konzentrieren, und das sei in der dunklen Jahreszeit die Einbruchsbekämpfung.

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Schilksee
Foto: Eine Einbruchserie verunsichert die Bewohner in Schilksee. Die Einbrecher stiegen auch durch Fenster ein.

Wie in Heikendorf und Strande sorgt jetzt auch eine Einbruchserie im Kieler Stadtteil Schilksee für Verunsicherung. Wie viele Häuser bisher betroffen sind, will die Polizei noch nicht sagen. Sicher ist aber: Die Einbrecher gehen gezielt vor und bereiten die Einbrüche gut vor

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