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Zahl der Einbrüche steigt massiv

Kriminalität im Norden Zahl der Einbrüche steigt massiv

Wohnungseinbrüche sind längst kein Thema mehr, das allein betroffene Bürger und die Polizei beschäftigt: Politisch wird die Bekämpfung dieser Delikte erbittert diskutiert. Neuen Zündstoff liefert jetzt eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion, die einen erschreckenden Trend aufweist.

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Sicherheitsexperten warnen: Die Quote an Einbrüchen im Land nimmt immer mehr zu.

Quelle: dpa

Kiel. Allein zwischen Weihnachten und der Neujahrswoche ist die Zahl der Einbrüche in nahezu allen Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins massiv angestiegen.

Zwischen dem 22. Dezember 2015 und dem 6. Januar hat die Landespolizei 748 Einbrüche im Land aufgenommen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des vergangenen Jahreswechsels waren es 447 Fälle. Das bedeutet eine Steigerung um 301 Fälle. In Kiel wurden mit 58 Einbrüchen 15 Straftaten mehr als 2014 registriert, im Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 55 Verfahren 23 mehr als vor einem Jahr. In Segeberg waren es 82 Anzeigen nach zuletzt 49. In einigen Landesteilen haben sich die Strafanzeigen mehr als verdoppelt: Im Kreis Herzogtum Lauenburg wurden 42 Einbrüche angezeigt (2014: 20), in Ostholstein 51 (23). In Pinneberg nahm die Polizei 113 Einbrüche auf, zuletzt waren es 48 gewesen. Im Kreis Plön blieb man mit 15 Taten auf Vorjahresniveau. Ein Rückgang von 20 auf 13 Einbrüche wurde in Neumünster registriert – die einzig positive Entwicklung der Fallzahlen landesweit.

Union fordert Schwerpunkt Sicherheit

„Einbrüche tragen in erheblichem Maße dazu bei, dass das Sicherheitsgefühl der Menschen leidet“, kommentiert CDU-Innenexperte Axel Bernstein die Zahlen. „Die Landesregierung hat dem Landtag berichtet, die Wirksamkeit der bestehenden Konzepte sei ,eindrucksvoll‘", kritisiert Bernstein. Es reiche seiner Auffassung nach nicht aus, wie vom Innenministerium angekündigt, 27 Planstellen in diesen Bereich umzusteuern. „Was wir brauchen ist eine deutliche Schwerpunktsetzung für die Sicherheit der Bürger.“

Ingbert Liebing, Landesvorsitzender der Union, forderte am Sonnabend beim Kreisparteitag der CDU Dithmarschen in Meldorf mehr Personal für die Landespolizei. „Seit Jahren ist die Belastungsgrenze der Landespolizei erreicht. Die früheren Aussagen der Landesregierung, dies werde keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Menschen haben, sind nachweislich falsch“, sagte Liebing.

SPD ließ Vorstöße abblitzen

Zuletzt hatte es im Januar einen politischen Schlagabtausch zwischen der CDU und den Regierungsparteien gegeben. Mit Vehemenz hatte die Union angesichts der hohen Einbruchszahlen die Einrichtung einer Task-Force beantragt. Polizeidienststellen im ländlichen Raum müssten erhalten bleiben, mit Hamburg stärker zusammengearbeitet werden und aus den Bereichen der Flüchtlingshilfe seien kurzfristig alle Polizisten abzuziehen, die keine sicherheitsrelevanten Aufgaben wahrnehmen. Damit blitzte die Fraktion jedoch ab.

SPD-Innenexpertin Simone Lange ist sicher: „Unsere Landespolizei beweist, dass sie schnell und zielorientiert Probleme erkennt und angeht.“ Es sei ein Mythos, dass mehr Polizeistreifen Einbrecher abschrecken würden. Der beste Schutz seien aufmerksame Nachbarn und die mechanische Sicherung an Türen und Fenstern. Laut Innenminister Stefan Studt (SPD) haben sich die Einbruchsdelikte 2015 auf 8456 Fälle gesteigert. „Wir erwarten, dass die Aufklärungsquote bei unter zehn Prozent liegen dürfte.“

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#keinbruch
Foto: Die Zahl der Einbrüche steigt rasant an und wird bundesweit zu einem massiven Problem.

Die Zahl der Einbrüche steigt rasant an und wird bundesweit zu einem massiven Problem. Mangelhafte Sicherung an Türen und Fenstern ist laut Polizei eine der Hauptursachen. Um Bürger zu sensibilisieren und an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen, twittern Polizeidirektionen in dieser Woche unter dem Hashtag #keinbruch Fotos und Infos von ihren Einsätzen.

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