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Neue ICE-Verbindung nach Berlin und Leipzig

Kiel Neue ICE-Verbindung nach Berlin und Leipzig

Gute Nachricht für Bahnreisende: Kiel soll künftig mehr ICE-Anschlüsse erhalten. Nach Plänen der Deutschen Bahn kommen zum Jahresende 2016 zwei Schnellzug-Verbindungen dazu. Gegen Mittag erreicht dann ein ICE aus Leipzig über Berlin die Landeshauptstadt. Am Nachmittag fährt der Zug über Berlin nach Leipzig zurück.

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Kiel bekommt eine neue ICE-Verbindung.

Quelle: Jennifer Ruske (Archiv)

Kiel. Die bisherige ICE-Verbindung nach Berlin am Morgen wird künftig jedoch von einem nicht ganz so schnellen Eurocity (EC) bedient. Der braucht bis Berlin rund 15 Minuten länger. Er fährt dafür aber direkt durch bis Prag. Wegen einer etwas früheren Abfahrtszeit in Kiel dürften Berufspendler nach Hamburg dann künftig endlich pünktlich kurz vor neun Uhr im Büro sein.

„Diese Direktverbindungen sind vor allem auch aus touristischer Perspektive optimal und ermöglichen Gästen aus Berlin und Leipzig viel attraktivere Reisen nach Schleswig-Holstein als bisher“, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag im Landtag.

Gemeinsam mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hatte Meyer zuvor erfolgreich bei der Bahn AG interveniert. Sie wollte die einzige Kiel-Berlin-Direktverbindung streichen. „Damit haben wir uns nicht zufriedengegeben“, sagte Meyer.

Nach seinen Angaben soll der ICE-Bahnhof Kiel nun noch weiter ausgebaut werden. So kommt am Sonntagabend ein Schnellzug aus Berlin an, der Montag früh zurück fährt. Darüber hinaus sollen mehr Direktanschlüsse nach München geschaffen werden. Mit diesen Zusatz-Angeboten steigt die Zahl der Fernverkehrsverbindungen von und nach Kiel ab Dezember 2016 um 15 Prozent.

Die Koalitionsfraktionen zeigten sich insgesamt zufrieden mit dem neuen Bahn-Angebot. „Kiel wird nicht so stark abgehängt wie zunächst befürchtet“, sagte der Grünen-Verkehrsexperte Andreas Tietze. Dennoch gelte es, bis Ende 2016 eine „gewisse Durststrecke“ mit nur einer EC-Verbindung zu überbrücken. Auch der CDU-Politiker Hans-Jörn Arp lobte die neuen Anschlüsse, kritisierte jedoch auch die Landesregierung: „Dieses Ergebnis wäre durch engagierte Verhandlungen von Beginn an frühzeitiger erreichbar gewesen.“ Die Diskussion im Landtag bezeichnete Arp als skurril.

Dort hatten Redner aller Fraktionen zunächst die Deutsche Bahn in die Pflicht genommn, weil die Landesregierung sie zuvor nicht über die neuen Verbindungen informiert hatte. Erst in seiner Abschlussrede verkündete der Verkehrsminister die Neuigkeiten. Arp: „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Albig und Meyer die Redner der Regierungsfraktionen so vor die Wand laufen lassen.“ Bei den Sozialdemokraten gab man sich entspannt: „Das Ergebnis zeigt, dass diese Landesregierung in Berlin ernst genommen wird und für s Land erfolgreich verhandeln kann“, sagte der Verkehrspolitiker Kai Vogel.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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