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Lifting mit Lack und Flex

Neumünster Lifting mit Lack und Flex

Insgesamt 111 Fahrzeuge der Baureihe ET 474 der Hamburger S-Bahn werden bis 2021 im Fahrzeuginstandhaltungswerk der Deutschen Bahn (DB) in Neumünster nach 16 Jahren Einsatz wieder für die Schienen flott gemacht und modernisiert – ein umfangreicher Auftrag für das am nördlichsten gelegene DB-Werk Deutschlands.

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Pilzförmig haben die beiden Industriemechaniker Maik Kreuzer (li.) und Ivica Tomic den neuen Durchgang zwischen den S-Bahn-Wagen herausgeflext.

Quelle: fpr

Hamburg. Rotglühende Funken fliegen durch die Halle, es riecht verbrannt: Konzentriert flexen sich die beiden Industriemechaniker Maik Kreuzer und Ivica Tomic durch die Außenwand der komplett leergeräumten S-Bahn. „Das werden die neuen Übergänge zwischen den Wagen. Die fehlten bislang“, erklärt Kreuzer und löst vorsichtig das herausgetrennte Teil aus der Wand.

 „Wir befinden uns momentan noch in der Testphase“, sagt Werksleiter Dirk Fischer. Ein Prototyp sei zwar schon auf der Linie S1 in Hamburg unterwegs. Richtig losgehen würde die sogenannte Redesign-Produktion allerdings erst ab Anfang nächsten Jahres. „Dann kommen pro Monat jeweils zwei Zugeinheiten zur Modernisierung zu uns.“ Bisher habe der Schwerpunkt des Werks eher auf der Revision und dem Umbau von IC-Reisezugwagen gelegen. „Um so mehr freuen wir uns natürlich, dass wir so einen komplexen Auftrag an Land ziehen konnten. Schließlich sind wir der drittgrößte Arbeitgeber in der Region.“

 Beim Redesign werden die aus drei Wagen bestehenden Zugeinheiten zunächst bis auf die Decke vollständig entkernt. „Alle Innenteile kommen dann zur Kleinteillackierung“, sagt Projektleiter Florian Dopatka. Während bei einem der drei Wagen als erstes die leuchtend rote Außenfarbe in drei Schritten in der Lackierhalle aufgesprüht wird, werden bei den anderen beiden bereits Übergänge gefräst und Verstärkungen für die Seitenwände angebracht – schließlich solle aus dem S-Bahn-Skelett künftig ein Mehrzweckraum mit seitlich angebrachten Klappsitzen entstehen. „So nutzen wir unsere Hallenkapazitäten optimal aus.“

 Vollständig entkernt und frisch lackiert folgt dann die Inneneinrichtung: „Neben einem neuen Fußboden sorgen wir durch eine hellere Innenraumgestaltung, ein modernes Fahrgastinformationssystem sowie Fahrgastfernsehen künftig für mehr Komfort und Sicherheit“, sagt Jan Schröder. Der technische Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg begründet den jeweils fünf Wochen andauernden Umbau der gebrauchten Fahrzeuge vor allem mit dem „jugendlichen Alter“ der Zugeinheiten. „Eine S-Bahn ist mit 16 Jahren noch zu jung, um verschrottet zu werden. In der Regel liegt die Nutzungsdauer bei 30 bis 40 Jahren.“ Durch die baulichen Änderungen könne sie also noch weitere 15 Jahre eingesetzt werden.

 Für das Neumünsteraner Werk lohnt sich das umfangreiche Groß-Projekt auf jeden Fall: Rund 70 Millionen Euro spült die Modernisierung der Fahrzeuge in den kommenden fünf Jahren in die Kassen. „Das sichert rund 20 Prozent der insgesamt 750 Arbeitsplätze“, freut sich Fischer, der momentan mit rund 120 Mitarbeitern, davon 30 in der Fertigung und Lackierung, das Projekt stemmt.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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